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K.o. - Tropfen

Was sind K.o.-Tropfen?

K.o.-Tropfen ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Substanzen, darunter sind sowohl Medikamente (Schlaf –und Beruhigungsmittel bis hin zu Psychopharmaka) als auch illegale Mittel. Häufig handelt es sich um GHB (Gamma-Hydroxy-Buttersäure; auch bekannt unter „Liquid Ecstasy“), deren Wirkung dosisabhängig ist und individuell sehr unterschiedlich. Schon in geringen Mengen können Benommenheit, Übelkeit und Bewusstlosigkeit auftreten, zudem setzt die Droge das Erinnerungsvermögen außer Kraft.  

K.o.-Tropfen sind meist geruchlos und geschmacksneutral, werden aber oft in besonders süße Getränke gemischt, um die Geschmacksnote zu überdecken. Je nach Dosis und körperlicher Verfassung des Opfers führen die Drogen zu Sprach- und Wahrnehmungsstörungen sowie Benommenheit und Bewusstlosigkeit. Besonders in Kombination mit Alkohol können Nebenwirkungen wir Krämpfe, Schwindel, Erbrechen, Verwirrtheit und Atemnot bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen auftreten.  

Wer ist betroffen?

Laut Notaufnahme des LKH  Graz betreffen die Fälle vor allem Jugendliche und junge Frauen. Immer mehr Frauen und Mädchen werden nach K.o.-Tropfen Opfer von sexueller Belästigung oder Vergewaltigung. Die Opfer haben oft keine oder nur bruchstückhafte Erinnerungen, stehen unter Schock und haben große Angst. Viele realisieren nicht, dass ihnen Gewalt angetan wurde und ziehen die Möglichkeit, dass ihnen jemand etwas ins Glas gemischt hat, gar nicht oder spät in Betracht, besonders wenn der Täter aus dem nahen Umfeld kommt.  

Wie können K.o.-Tropfen nachgewiesen werden?

Mit den gängigen Methoden sind K.o.-Tropfen auch im Krankenhaus nicht nachweisbar, sondern nur durch gerichtsmedizinische Untersuchungen. Viele Substanzen sind auch nur für wenige Stunden im Blut oder Urin nachweisen. Die  Straftaten werden selten zur Anzeige gebracht, sei es nun aus Scham über das Erlebte oder weil andere glauben könnten, die Betroffene hätte in Wirklichkeit Drogen genommen.  

Prävention

Die sicherste Prävention ist es, auf sich selbst und andere zu achten. · 

Daher:

- Lass dein Getränk nie unbeobachtet
- Sprich dich mit deinen Freundinnen ab, gegenseitig auf die Gläser zu achten
- Bestelle dein Getränk selbst und nimm es auch selbst entgegen
- Nimm keine Getränke von unbekannten Personen an 
- Wenn du eingeladen wirst: Sei beim Bestellen und Entgegennehmen dabei
- Komm gemeinsam mit anderen und gehe gemeinsam mit anderen;  so bemerkst du, wenn etwas nicht in Ordnung ist · 
- Denk daran: Der Täter kann dir fremd sein, es  können aber auch Freunde sein · 
- Wenn du dich nicht sicher fühlst: zögere nicht,  das Glas stehen zu lassen oder das Lokal bzw. eine Feier zu verlassen · 
- Wenn dir schwindlig wird oder du ungewöhnlich „aufgedreht“ bist: Bitte eine Person um Hilfe, der du vertrauen kannst · 
- Zeig Zivilcourage: Wenn du etwas Verdächtiges beobachtest, mache andere darauf aufmerksam · 
- Bei Verdacht auf K.o.-Tropfen: Bleib nicht alleine, suche sofort medizinische Hilfe und informiere die Polizei
 

(Quelle: Frauenbewegung Geidorf)

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