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Der Bombenblindgängerkataster der Stadt Graz

Übersicht des Stadtgebiets

Zum Bombenblindgängerkataster 
Zum Bombenblindgängerkataster

Selbst über die Gefahrenzone informieren

Mit Februar 2015 hat die Stadt Graz ihren völlig überarbeiteten Bombenblindgängerkataster online gestellt. Damit wurde der Kataster aus dem Jahr 1999 durch ein Werk abgelöst, das auf sämtlichen verfügbaren Luftbildern aus der Kriegszeit basiert.

Neu ist die Möglichkeit, sich selbst zu informieren, in welcher Gefahrenzone sich eine Liegenschaft befindet. Streng nach den Kriterien der entsprechenden Ö-Norm wurde nach dem Ampelsystem eine Bewertung getroffen.

  • Der Großteil des Stadtgebietes (77,73 %) liegt in der grünen Zone - hier liegen keine Hinweise auf Kampfmittel vor.
  • Weitere 17,47 % liegen in der gelben Zone - hier ist das Vorhandensein von Kampfmitteln gering.
  • Ein kleiner Teil, es sind 4,8% des Stadtgebietes, befindet sich in der roten Zone, mit dem Vorhandensein von Kampfmitteln ist hier zu rechnen!

Zu bedenken ist dabei immer: Die Aufnahmen stammen aus dem Zweiten Weltkrieg, der Kataster bezieht sich also auf diese Zeit. Viele Bomben wurden noch in der Kriegszeit, aber auch danach entsorgt, auch im Rahmen zahlreicher Bautätigkeiten. Damit ist es nur ein Indiz auf eine nicht detonierte Bombe, keinesfalls aber eine gesicherte Erkenntnis über die Existenz eines solchen Sprengkörpers an dieser Stelle.

Was gilt es also zu beachten, wenn man sich in der roten Zone befindet oder gar einen Verdachtspunkt auf seinem Grundstück hat? Wichtig ist insbesonders, bei Bauarbeiten darauf aufmerksam zu machen - die ausführenden Firmen werden dann selbst beurteilen, ob besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind. 

Die Stadt Graz hat sämtliche EigentümerInnen betroffener Liegenschaften schriftlich über das Vorhandensein von Verdachtspunkten informiert. In begründeten Fällen können selbstverständlich ergänzende Auszüge aus dem Bombenblindgängerkataster angefordert werden (sicherheitsmanagement@stadt.graz.at).

Übrigens: Natürlich gibt es Lücken in den Aufzeichnungen, sodass man auch in unbelasteten Gebieten das Auffinden von Kriegsrelikten nicht ganz ausschließen kann - so unwahrscheinlich es auch ist!

22.7.2004: 500kg-Bombe am Grazer GKE-Bahnhof © Stadt Graz/Sicherheitsmanagement11.2.2005:250kg-Bombe, Lendkai © Stadt Graz/Sicherheitsmanagement16.10.2006, Ostbahnhof: 250kg - Blindgänger © Stadt Graz/Sicherheitsmanagement

Was bedeutet ...

  • "Rote Zone“: Eine derartige Einstufung erfolgt, wenn zumindest ein Blindgängerverdachtspunkt und/oder mindestens zehn Bombentrichter je 10.000m² in der Luftbildauswertung nachweisbar sind. Mit dem Vorhandensein von Kampfmitteln ist zu rechnen! 

  • "Gelbe Zone": Hier sind zwar Luftkriegsereignisse erkennbar, allerdings sind weniger als zehn Bombentrichter oder -treffer je 10.000m² erkennbar. Die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins von Kampfmitteln ist gering!

  • "Grüne Zone": Es liegen keine Hinweise auf Kampfmittel vor, Maßnahmen im Hinblick auf Kampfmittel sind nicht erforderlich!  

  • "Blindgängerverdachtspunkt(e)": An dieser Stelle wird ein Blindgänger im Untergrund vermutet.  

  • "Bombentrichter": Hier ist eine Bombe detoniert, ein entsprechender Bombenkrater wurde festgestellt. 
     
  • "Bombardierte Fläche(n)" bedeutet, dass die Trichterdichte so hoch ist, dass Einzeltrichter nur mehr schlecht oder gar nicht zu erkennen sind.  

  • "Trümmerfläche(n), beschädigte Bausubstanz" heißt, dass Gebäude durch die Einwirkung von Sprengbomben beschädigt sind (beschädigte Bausubstanz), wobei im Umfeld der Gebäude Trümmer verstreut sind (Trümmerfläche). Hier besteht die Gefahr, auf Bombenblindgänger zu stoßen.

  • "Waldfläche“: Wegen der eingeschränkten Bodensicht und der daraus resultierenden Erkenntnislücken sind Areale mit dichter Bewaldung eigens ausgewiesen.

FAQs

Zahlen, Daten, Fakten

Verdachtspunkte: 190
Bombentrichter: 8.131
Bombardierte Flächen: 116
Beschädigte Bausubstanz/Trümmerflächen: 2.344
Zonen
Grün: 77,73 %
Gelb: 17,47 %
Rot: 4,8 %

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