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Graz am Tag nach der Tragödie

Hilfen, Trauerzug, Unterstützungen und offene Fragen

21.06.2015

"Der Täter hat einen Riss der Unmenschlichkeit durch unsere Stadt gezogen, doch dieser wird durch die Mitmenschlichkeit vieler vieler Menschen wieder gefüllt werden." Mit diesen Worten zeichnete Bürgermeister Siegfried Nagl heute ein Bild für die aktuelle Situation am Tag nach den schrecklichen Ereignissen.

Wir fassen hier die wichtigsten Fakten des heutigen Tages zusammen:

Die Opfer: Zur Stunde - Sonntag, 21. Juni, 17 Uhr - sind drei Todesopfer zu beklagen. Die Zahl der Toten hat sich also bisher glücklicherweise nicht weiter erhöht. Gestiegen ist hingegen die Anzahl der Verletzten auf 36: Zwei weitere Personen gingen gestern trotz ihrer Verletzung nach Hause und meldeten sich erst heute in den Krankenhäusern.
Von den Verletzten befinden sich leider weiterhin drei Personen in kritischem Zustand. Zwei weitere Kinder wurden operiert, sie werden intensivmedizinisch behandelt, schweben aber Gott sei Dank nicht mehr in Lebensgefahr.

Hilfe für Helfer, Angehörige und Zeugen: Viele Menschen in der Grazer Innenstadt haben gestern unmittelbar geholfen. Viele waren Zeugen von den schrecklichen Vorfällen. Auf der Straße, in den Geschäften, in den Cafés. Ihnen hallen die Schreie in den Ohren, ihnen brennen sich fürchterliche Bilder ins Gedächtnis. Für diese Zeugen der Amokfahrt sowie für alle Angehörigen ist das Kriseninterventionsteam jetzt die wichtigste Anlaufstelle.
Diese ExpertInnen haben zur Unterstützung heute (Sonntag) noch einen Beratungscontainer auf der Straße gegenüber der Stadtpfarrkirche eingerichtet. Ab morgen wird das KIT-Team im Erdgeschoß des Grazer Rathauses ein Zimmer beziehen. Dort steht es täglich zwischen 8 und 20 Uhr für Menschen, die Hilfe brauchen, offen.
Die ExpertInnen des KIT werden aber auch die Geschäfte der Innenstadt direkt aufsuchen, weil viele Angestellte Augenzeugen der Amokfahrt geworden sind.
Weil gerade Kinder Fragen stellen und manche von ihnen sogar Augenzeugen waren, wird derzeit für die Grazer Schulen ein spezielles Hilfsangebot geschnürt.

Krisentelefonnummer: 130 - für Angehörige und Zeugen des Geschehens

Ortstafeln, Fahnen, Spendenkonto: Danke auch allen, die mitdenken und uns Hinweise geben! Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, die Beflaggung des Schloßbergs zu ändern und die Ortseinfahrten mit einer schwarzen Trauerbinde zu versehen. Das wird gemacht. Morgen wird außerdem auch ein Spendenkonto für die Opfer der Tragödie eingerichtet.

Trauerzug am kommenden Sonntag: Am 28. Juni ist für 18 Uhr ein Trauerzug durch die Grazer Innenstadt geplant. Wir kündigen diese Veranstaltung noch im Detail an.

Warum wurde das Holifest in der Grazer Messe gestern nicht abgesagt? Wir wurden gestern darauf aufmerksam gemacht, dass in der Grazer Messe gestern nach der Amokfahrt weiterhin gefeiert wurde. Wir übermittelten diese Information an die Verantwortlichen. Diese entschieden in Rücksprache mit den Sicherheitsbehörden, dass die Veranstaltung nicht spontan abgesagt, sondern wie geplant zu Ende gebracht wird. Der Grund: Durch eine Absage wären plötzlich weitere 6.000 Schaulustige, viele davon in bunter Bemalung, durch die Innenstadt marschiert, was als zusätzliches Sicherheitsrisiko eingestuft wurde. Die Organisatoren entschieden sich daher, die Veranstaltung um zwei Stunden zu kürzen.

Warum wurden Spitäler in anderen Bundesländern angeflogen? Tatsächlich wurden einige leichter verletzte Personen gestern in ein LKH im Burgenland überstellt. Hier handeln die Verantwortlich nach einem genauen Katastrophenplan, der die Aufteilung von so vielen Verletzten auf mehrere Krankenhäuser vorsieht. Die Rettungsketten funktionierten gestern rasch und einwandfrei.

Kondolenzbuch:
Es gibt ein Online-Kondolenzbuch sowie ein Kondolenzbuch im Rathaus. Letzteres steht zwischen 8 und 20 Uhr für alle, die sich eintragen möchten, offen. 

Wir danken allen, die Anteil nehmen. Sie helfen den Betroffenen und auch allen anderen, diese fürchterlichen Schmerzen und Verluste zu ertragen.

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