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Live-Bericht vom Gedenkmarsch

Graz trauert und trägt Hoffnung im Herzen. 12.000 Menschen sind dabei.

28.06.2015

18:42 Uhr: „Wir sind für einander da“

Mit dieser deutlichen Botschaft, die das Miteinander, die Stärke und den Zusammenhalt aller in Graz lebenden Menschen versinnbildlicht, endet der Gedenkakt.

Der Grazer Magistratsdirektor Martin Haidvogl dankt den Teilnehmern für ihr Kommen. Seine besondere Wertschätzung drückt er jenen aus, die seit den schrecklichen Mittagsstunden des 20. Juni mitgeholfen haben, die Tragödie und ihre Folgen zu bewältigen; insbesondere den Teams des Roten Kreuz und der Notärzte, der Krisenintervention und Notfallseelsorge sowie der Freiwilligen Feuerwehren. Nicht zuletzt bedankte er sich auch bei allen Künstlern, die das Gedenken musikalisch begleiteten und bei allen, die bei dieser Veranstaltung mithalfen.
Sie alle bewiesen in den vergangenen Tagen, dass wir Menschen wirklich für einander da sind.

18:30 Uhr: Bundespräsident Heinz Fischer

"Graz trauert. Das können wir heute lesen und wir hören es auch. Aber vor allem spüren wir es. Ihre Anteilnahme ist Ausdruck ihrer Trauer. Diese Trauer ist logisch, menschlich und notwendig. Trotzdem muss man über dieses Unaussprechliche sprechen und Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Nächstenliebe und Zuwendung sind viel stärker als Hass und Aggression. Wir können nicht garantieren, dass wir alles verhindern können, was schrecklich, verbrecherisch und grausam ist. Aber wenn es passiert, dann halten wir zusammen und stehen an der Seite jener Menschen, die Angehörige und Freunde verloren haben. Ich bin selbst gebürtiger Grazer. Für unsere Stadt ist es eine schwere Belastung, ein Schock. Ich bin mir aber absolut sicher, dass Graz diese Wunde heilen lassen wird können. Und die weltoffene, liebenswerte und schöne Stadt bleibt. Das kann uns niemand wegnehmen."

18:25 Uhr: Bundeskanzler Werner Faymann

"Ich möchte mein tief empfundenes Beileid aussprechen. Das Leid kann durch Worte nie ungeschehen gemacht werden. Solidarität heißt, dass man zusammensteht – in guten Zeiten und in Krisenzeiten. Dass man wie hier in Graz das Richtige tut, Zusammenhalten und solidarisch sein. Das konnte man in ganz Österreich spüren. Über alle Trauer und Betroffenheit hinaus, gilt es zu lernen, dass Vernunft, Respekt, Menschlichkeit stärker sind. Graz, die Steiermark und Österreich sind angesichts der Tat näher zusammengerückt."

18:20 Uhr: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

„Wir haben uns alle die Frage nach dem Warum? gestellt, und sie wird wohl nie erschöpfend beantwortet werden können. Wir leben in Freiheit und Frieden, dennoch gibt es Angst und Orientierungslosigkeit. Es sind Ereignisse wie dieses, die uns jedoch daran erinnern, was wichtig ist im Leben - und dass wir nicht nur über Soll und Haben reden sollten, sondern auch über Sein und Sinn des Lebens."
Die Rede im Wortlaut

18:15 Uhr: Bürgermeister Siegfried Nagl:

"In den letzten Tagen habe ich sehr viel geredet, obwohl es mir überhaupt nicht danach war. Wenn Du einen Menschen vor Dir sterben siehst, ihm nicht mehr helfen kannst, dann ist das ein Bild, das mich wahrscheinlich mein Leben lang begleiten wird.
Die Psychologen sagen mir, dass das Reden auf lange Sicht gut tut, aber es fehlen einem letztlich häufig die Worte, weil man so eine Tat nicht begreifen kann ...
... Ich danke Ihnen für Ihr so wahrnehmbares Schweigen, und ich bin stolz, Bürgermeister einer Stadt sein zu dürfen, in der die Menschen so zueinander stehen!"
Die Rede im Wortlaut

18.00 Uhr: Gedenkakt auf dem Hauptplatz

Foto: Stadt Graz/Fischer 
Foto: Stadt Graz/Fischer
Nach einleitenden Worten von Claudia Unger (Afro Asiatisches Institut) ist es auf dem Hauptplatz wiederum die Musik -  vom HIB-Art-Chor („Hebe deine Augen auf" aus Mendelssohns Elias) und Cellistin Hyazintha Andrej (Capprriccio No1, Dall'Abaco, Capriccio No.1), die für den würdevollen Rahmen sorgt, bevor von Bischof Wilhelm Krautwaschl, Ali Kurtgöz, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Superintendent Hermann Miklas, und Rabbiner Schlomo Hofmeister (IKG) ein gemeinsames Gebet der Grazer Glaubensgemeinschaften gesprochen wird. Die TeilnehmerInnen des Gedenkmarsches erhielten auf dem Griesplatz den Text, um mitbeten zu können.
Bürgermeister Siegfried Nagl, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Bundeskanzler Werner Faymann und Bundespräsident Heinz Fischer halten auf dem Hauptplatz ihre Reden.

17.35 Uhr: Totengedenken vor der Stadtpfarrkirche

Foto: Stadt Graz/Fischer 
Foto: Stadt Graz/Fischer
Mit ruhigen Schritten gehen die Menschen weiter übers Eiserne Tor in die Herrengasse. Auf der Höhe der Stadtpfarrkirche, wo eine bis dato immer noch unbekannte junge Frau und der vierjährige Valentin getötet sowie viele Menschen vom Amokfahrer verletzt wurden, ist das einfühlsame und berührende Spiel von Cellist Friedrich Kleinhapl zu hören. Die Melodien begleiten die Menschen des Gedenkzuges noch auf ihrem Weg Richtung Hauptplatz. Dort findet ab 18 Uhr der offizielle Gedenkakt statt, der auf ORF 2 live übertragen wird.

17.10 Uhr: Totengedenken in der Zweiglgasse:

Foto: Stadt Graz/Tautscher 
Foto: Stadt Graz/Tautscher
Um 17.00 Uhr hat der Marsch begonnen – der Weg führt vom Griesplatz über die Zweiglgasse, die Augartenbrücke, die Grazbachgasse, die Wielandgasse, den Joanneumring das Eiserne Tor und die Herrengasse zum Hauptplatz. Nach ersten Schätzungen der Polizei nehmen rund 12.000 Menschen teil.

In der Zweiglgasse, an jener Stelle, bei der der 29-jährige Adis D. als erstes Opfer des Amokfahrers starb und seine Frau Adisa schwerst verletzt wurde, begleitet der bosnisch-österreichische Künstler Sandy Lopicic den Gedenkzug mit seinen Klängen.

16.30 Uhr: Versammlung auf dem Griesplatz:

Foto: Stadt Graz/Tautscher 
Foto: Stadt Graz/Tautscher
Aus allen Richtungen sind unzählige Menschen zum Griesplatz geströmt, um beim heutigen Gedenkmarsch ihre Anteilnahme für die Opfer des Amokfahrers auszudrücken. Angesagt haben sich dafür unter anderen Bundespräsident Heinz Fischer, die Bundesregierung um Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, Nationalratspräsidentin Doris Bures, die Landesregierung rund um Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sowie die Grazer Stadtregierung mit Bgm. Siegfried Nagl, Bgm.-Stv. Martina Schröck, Mario Eustacchio, Kurt Hohensinner, Elke Kahr, Lisa Rücker und Gerhard Rüsch.

Schweigende Menschen ziehen heute vom Griesplatz in die Innenstadt, um der Opfer der Amokfahrt und ihrer Angehörigen still zu gedenken. Der Gedenkmarsch startet um 17.00 Uhr. Um 18 Uhr findet der Abschluss auf dem Hauptplatz statt.

 

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Für die Opfer der Amokfahrt wurde ein Spendenkonto eingerichtet, aus dem zumindest ein Teil der Folgekosten für Therapien u.a. abgegolten werden soll.
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  • xxx,  28.06.2015, 20:03
    Xxx

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