• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Klima-Informationssystem (KIS) | Stadtklimaanalysen

Klima - Informationssystem (KIS)

In Österreich macht sich der Klimawandel von Jahr zu Jahr stärker bemerkbar.
Die Stadt Graz kann im Vergleich mit anderen Städten in Mitteleuropa schon auf eine lange Tradition in Bezug auf Stadtklimaforschung (Jahre 1986, 1996, 2004 und 2011) verweisen. Daraus resultierende Produkte sind unter anderem eine Klimatopkarte, die Karte der planerischen Hinweise, Versiegelungskarten, Temperaturkarten, Windfeldkartierungen, u.v.m.

Ein neuer Weg, aus der Stadtklimaanalyse entwickelt sich ein Klima - Informationssystem KIS. Neben der routinemäßigen Aktualisierung ergibt sich in diesem Projekt bzw. Vorhaben auch die Chance ein umfassendes und innovatives Klima-Informationssystem aufzubauen und zu entwickeln, das weit über die Standardfunktionen hinausgeht und visionäre Konzeptionen und Planungen unterstützt.


Die Konzeption des KIS beinhaltet allgemein folgende Zielsetzungen:

  • Neue, umfassendere, aktuellere und hochwertigere Basisdaten
  • Großräumigere Betrachtung relevanter Faktoren
  • Berücksichtigung und Einbeziehung zusätzlicher Aspekte
  • Entwicklung neuer Methoden und neuer dynamischer Tools für Modellierung und Simulation
  • Vorausschauende Analysen des Grazer Stadtklimas durch Einbeziehung aktueller IPCC Klimaszenarien in die Simulationen.

Das KIS soll dabei nicht statisch sein, sondern es soll jederzeit die Möglichkeit bestehen auf unterschiedliche Anforderungen oder aktuellen Herausforderungen reagieren zu können. Das KIS soll vielmehr die dynamische Information immer wiederkehrender neuer stadtklimarelevanter Daten und Aspekte bieten.

Durch diesen neuen Ansatz soll die Verbesserung der Qualität hinsichtlich Genauigkeit, Vielfalt und Aussagekraft zur Steigerung der Qualität von politischen und fachlichen Entscheidungen beitragen.

Neue Wege zum Aufbau des KIS

Am 17. September 2020 erfolgte im Grazer Gemeinderat ein einstimmiger Beschluss zum Aufbau des Klima - Informationssystem (KIS). Dieser Grundsatzbeschluss umfasste die Zielsetzungen, die Einteilung von konkreten Arbeitspaketen und den involvierten Partnerinstitutionen. Die Arbeitsgruppe KIS (AG KIS), bestehend aus den Abteilungen Stadtplanungsamt, Stadtvermessungsamt, Umweltamt und Stadtbaudirektion wurde mit der fachlichen Abwicklung des Projektes beauftragt.

Das KIS soll sich nicht, wie bisher in den klimatischen Analysen, nur auf die Stadt begrenzen, sondern soll auch Teile des steirischen Zentralraums (ohne Voitsberg) inkludieren. Klimatische Rahmenbedingungen enden nicht an Gemeindegrenzen. So haben zum Bespiel für Graz wichtige Frischluftbahnen ihren Ursprung naturgemäß nicht an der Stadtgrenze ihren Beginn, sondern nehmen im steirischen Zentralraum ihren Ursprung. Daher sollen im Aufbau des KIS bereits enge Kooperationen mit dem Land Steiermark, wie z.B.: Fachabteilung 15 Energie, Wohnbau, Technik -  Referat Energietechnik und Energieberatung und Fachabteilung 17 - Referat Statistik und Geoinformation und Referat Landesplanung und Regionalentwicklung, und dem Regionalmanagement Steirischer Zentralraum aufgebaut werden.

Auch andere weitere strategische Kooperation wie z.B.: die Energie Graz, Holding Graz - Wasserwirtschaft, etc. sollen themenspezifisch integriert werden.

In einer ersten Phase erfolgte gemeinsam mit der Consultingfirma Weatherpark GmbH eine Bestands- und Bedarfsbehebung, die Definition von Zielsetzungen und eine Methodenrecherche der Umsetzung in anderen Städten statt. Ebenfalls in dieser ersten Phase fanden auch bereits Gespräche mit potentiellen Institutionen auf dem Gebiet der Stadtklimatologie für die Umsetzung des KIS statt. 

Die erarbeiteten Ziele des neuen KIS sind:

  • Beschreibende Analyse der aktuellen stadtklimatischen Ist - Situation
  • Relevanten Luftaustausch mit dem Grazer Umland (Thema Luftgüte)
  • Modellsimulation mit Zukunftsprognosen: verschiedene RCP - Szenarien einerseits (Berücksichtigung Klimawandel), für verschiedene Stadtentwicklungs- und Bebauungsszenarien anderseits
  • Alle wichtigen Eingangsdaten im Hintergrund hinterlegt und zu Zwecken der Qualitätskontrolle und -sicherung abrufbar
  • Integriertes Planungstool - Detailsimulationen
  • Maßstäblichkeit / Skalenfrage: in unterschiedlichen Maßstäben anwendbar sein
  • Analyse des Bioklimas (gefühlte Temperatur)
  • Hot-Spots
  • Sofort Maßnahmen im Anlassfall (Climate Services)

Auch organisatorische Zielsetzungen wurden in der ersten Phase benannt:

  • Erkenntnisse und Ergebnisse aus dem KIS in Planungsprozesse verankern
  • Das KIS soll einfache Anwendungstools bieten
  • Soll fix am städtischen Geodatenserver - Webserver verankert sein
  • Schulterschluss verschiedener Verwaltungsbereiche der Stadt Graz
  • Langfristige Kooperationen mit Partnern eingehen
  • Dokumentation von klimarelevanten Einrichtungen und Informationsübermittlung via Webservice, öffentliche Verfügbarkeit

Folgendes interdisziplinäres Konsortium ist für die Umsetzung des KIS beteiligt:

  • ZAMG - Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
  • BOKU Wien - Institut für Meteorologie und Klimatologie
  • TU Graz - Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik, und Institut für Wärmetechnik
  • KF Universität Graz - Institut für Geographie und Raumforschung
  • Joanneum Research - Life Institut für Klima, Energie und Gesellschaft
  • AEE Intec - Institut für Nachhaltige Technologien
  • ZT Mudri - Ingenieurkonsulent für Geophysik

Bisherige Stadtklimaanalysen

Das Stadtklima in Graz spielt seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der Stadtverwaltung. Durch eine langjährige Zusammenarbeit zwischen der Stadt Graz und dem Institut für Geographie und Raumforschung der Karl-Franzens-Universität ist eine umfangreiche Analyse des Stadtklimas aus den Jahren 1986, 1996, 2004, und 2011 entstanden.

Die Stadt Graz kann im Vergleich mit anderen Städten in Mitteleuropa schon auf eine lange Tradition in Bezug auf Stadtklimaforschung verweisen. Die Anfänge in Graz lassen sich in das Jahr 1974 (Mahringer, 1974) zurückverfolgen, wo erstmals Klimasonderstationen errichtet wurden, um über das Windfeld verbesserte Daten zu erhalten; in diese Zeit fällt auch die erste Thermalbefliegung (ZIRM 1977). Seit dieser Zeit wurden die Erkenntnisse der Stadtklimaanalysen - im speziellen mit der Klimatopkarte und der Karte der planerischen Hinweise -  in diverse Planungsinstrumente, wie dem Stadtentwicklungskonzept oder im Flächenwidmungsplan berücksichtigt.

Die hier vorliegende umfassende Zusammenfassung der Stadtklimaanalysen 1986, 1996, 2004 und 2011 wurde durch das Stadtvermessungsamt und der Stadtplanung seitens der Stadt Graz betreut.

Weitere Projektpartner sind: Institut für Geographie und Raumforschung der Karl-Franzens-Universität, Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Technische Universität Graz (Institut für Fernerkundung und Photogrammetrie) und das Joanneum Research (Institut für Digitale Bildverarbeitung). 

Broschüre der bisherigen Stadtklimaanalysen

Die Stadtklimaanalyse können Sie hier downloaden:

Ebenfalls sind online Karten zur Stadtklimaanalyse verfügbar.

Nähere Informationen erhalten Sie auch im Stadtvermessungsamt und dem Stadtplanungsamt.

Mehr zum Thema

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).