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5.11.: Equal Pay Day in Graz

Österreich 25.10. • Steiermark 20.10.

05.11.2021

Gerechtigkeit?

Am 25. Oktober war österreichweiter Equal Pay Day. Es ist der Tag, an dem Männer im österreichischen Durchschnitt bereits so viel verdient haben wie Frauen noch bis zum Jahresende verdienen werden. Frauen in Österreich verdienen somit um durchschnittlich 18,5 Prozent weniger als Männer. In Summe beträgt das in diesem Jahr 10.122 Euro.

Steiermarkweit schaut es leider schlechter aus als im österreichischem Durchschnitt: Der Equal Pay Day war bereits am 20. Oktober, der Unterschied beträgt 19,8 Prozent - und Frauen in der Steiermark verdienen rund 10.478 Euro weniger als ihre männlichen Berufskollegen. Das ist nicht gerecht.

In Graz fällt der Equal Pay Day 2021 auf den 5. November. Die durchschnittliche Grazerin verdiente 2021 48.012 Euro, der durchschnittliche Grazer 56.806 Euro. In der steirischen Landeshauptstadt liegt der Nachteil von Frauen gegenüber Männereinkommen somit bei 15,5 Prozent.

Ich bin eine...

... von vielen LeistungsgrägerInnen

In einer österreichweiten Aktion gemeinsam mit dem Frauenausschuss des Österreichischer Städtebunds gibt es auch zum Equal Pay Day 2021 wieder eine Awareness-Kampagne mit Bezug auf Hausarbeit und Corona Krise. Denn Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit und kümmern sich um Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Das wirkt sich auf das Einkommen und die Pension aus.

"In guter und in Krisenzeit, sorgt Frau für Job, Kind, Hausarbeit", heißt es deshalb im Spot der auf den diesjährigen Equal Pay Day aufmerksam macht. Das Video verdeutlicht: "Doch beim Gehalt wird's ungerecht. Geht's ums Geld, zählt das Geschlecht".

Corona-Krise verschlechtert Situation

Die Vorsitzende des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebundes, Wiens Frauenstadträtin Kathrin Gaal erklärt: „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass es noch viel zu tun gibt. Während der Corona-Krise ist sichtbar geworden: Die Doppelbelastung durch Home Office und Home Schooling für Kinder traf und trifft Frauen stärker als Männer. Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit und kümmern sich um Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Das wirkt sich auf das Einkommen und die Pension aus. Wir wollen die Lohnschere schließen. Frauen halten unsere Gesellschaft am Laufen und sind Leistungsträgerinnen! Ein gerechter Lohn zählt zu den wichtigen Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und für eine faire und gesicherte Pension. Das Ziel ist: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!"

Was ist der Equal Pay Day?

Der Equal Pay Day, bezeichnet jenen Tag, an dem Vollzeit arbeitende Männer bereits das Jahreseinkommen von Vollzeit arbeitenden Frauen erreicht haben. Dieser fällt dieses Jahr auf den 25. Oktober. An diesem Tag haben Männer in Österreich bereits jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen noch bis zum Jahresende arbeiten müssen. Oder anders ausgedrückt: Frauen arbeiten gegenüber Männern dieses Jahr 68 Tage lang "gratis".

Der Equal Pay Day markiert also die Ungerechtigkeit der Einkommensverhältnisse zwischen den Geschlechtern, die noch immer besteht. Die Gehaltsschere schließt sich nur langsam: Im Jahr 2020 fand der österreichweite Equal Pay Day am 22. Oktober statt. Seit 2010 ist der Equal Pay Day aber doch österreichweit von 29.9. auf 25.10. um dreieinhalb Wochen nach hinten gerückt.

Leistungsträgerinnen verdienen mehr!

Einer der Gründe für diese Unterschiede liegt in der immer noch ungleichen Beteiligung von Männern und Frauen an der unbezahlten Arbeit, aber auch an der Erwerbsarbeit. Männer landen oft in der Überstunden-, Frauen hingegen in der Teilzeitfalle.

Doch selbst im Vergleich der durchgängigen Vollzeitarbeit gibt es riesige Unterschiede in der Bezahlung: Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern in Österreich bei 54.571 Euro liegt, verdienen Frauen durchschnittlich 44.449 Euro brutto im Jahr. Daraus ergibt sich ein Minus von 18,5 Prozent. Diese Einkommensunterschiede spiegeln sich auch später in der Pensionshöhe wider. Daher wurde vor vier Jahren analog zum Equal Pay Day auch der Equal Pension Day ins Leben gerufen. Die Ursachen sind ident: etwa Teilzeitarbeit oder Unterbrechung der Erwerbsarbeit durch Karenzzeiten für Kindererziehung und Pflege. Je höher also das Stundenausmaß der Beschäftigung, umso höher später die Pension.

Details zum Equal Pay Day

Der Equal Pay Day vergleicht die Einkommen von durchgängig Vollzeit beschäftigten Männern und Frauen. Die Ergebnisse im Überblick:

Österreichweiter Equal Pay Day seit 2010

2010 29. September
2011 4. Oktober
2012 6. Oktober
2013 8. Oktober
2014 10. Oktober
2015 10. Oktober
2016 11. Oktober
2017 13. Oktober
2018 20. Oktober
2019 21. Oktober
2020 22. Oktober
2021 25. Oktober


Quelle: AK OÖ, Lohnsteuerstatistik, Statistik Austria


Equal Pay Day 2021 nach Bundesländern

(in Klammer der Nachteil der Frauen- gegenüber den Männereinkommen in Prozent)

Vorarlberg 27. September (- 26,2 %)
Oberösterreich 9. Oktober (- 22,9 %)
Salzburg 15. Oktober (- 21,2 %)
Tirol 14. Oktober (- 21,6 %)
Steiermark 20. Oktober (- 19,8 %)
Niederösterreich 23. Oktober (- 19,1 %)
ÖSTERREICH 25. Oktober (- 18,5 % = Durchschnitt)
Kärnten 25. Oktober (- 18,6 %)
Burgenland 26. Oktober (- 18,3 %)
Wien 15. November (- 12,8 %)


Quelle: AK OÖ, Lohnsteuerstatistik, Statistik Austria

Mehr unter: www.staedtebund.gv.at/themen/frauen/equal-pay-day/

Quelle: Österreichischer Städtebund

Daniela Kerschbaumer

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