Historische Kanalpläne an Dresden übergeben

10.10.2017
Freude über den Austausch - sowohl in Graz, als auch in Dresden. © Stadt Graz/Fischer
Freude über den Austausch - sowohl in Graz, als auch in Dresden.© Stadt Graz/Fischer

Bürgermeister Siegfried Nagl übergab einer hochrangigen Delegation aus Dresden am 10. Oktober 2017 über 100 Jahre alte Kanalpläne der ostdeutschen Stadt, die im Grazer Stadtarchiv aufbewahrt wurden.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Dresdner Stadtarchiv das größte seiner Art in ganz Deutschland. Viele internationale Städte - so auch Graz - bedienten sich der Expertise der Dresdner Bauingenieure, um Markthallen und ähnliche Gebäude zu planen. Das Interesse aus Graz bezog sich um 1900 vor allem auf die Kanalpläne der ostdeutschen Metropole, war das Kanalsystem in Graz doch zu dieser Zeit erst in Planung. Von einer Dienstreise nach Deutschland brachten Grazer Beamte dann ausführliche Pläne mit in die Heimat.

Heute, rund 115 Jahre später, wurden diese angefertigten Duplikate wieder in den Besitz der Stadt Dresden zurückgegeben. Es sind mittlerweile die einzigen Anfertigungen dieser Pläne, da das Dresdner Bauarchiv zum Ende des 2. Weltkriegs fast zur Gänze durch feindliches Bombardement zerstört wurde.

Stärkeren Austausch zwischen Stadtarchiven forcieren

Ein Schicksal, das Bürgermeister Siegfried Nagl gut nachempfinden konnte: „Auch in Graz sind einige Bausteine der Stadtgeschichte verloren gegangen. Bei uns war es nicht der Krieg, sondern vielmehr ein Hochwasser der Mur, die einige im Rathauskeller gelagerte Pläne zerstört hat. Darum freut es mich sehr, dass wir einen Teil der verlorenen geglaubten Pläne heute überreichen dürfen." Einen letzten Blick auf die Pläne warfen unter anderem auch noch Magistratsdirektor Martin Haidvogl, Holding Vorstand Gert Heigl, Kulturamtsleiter Peter Grabensberger, Otto Hochreiter (Behördenleiter Stadtarchiv) und Wolfram Dornik (operative Leitung Stadtarchiv).

Die zweite Bürgermeisterin von Dresden, Annekatrin Klepsch, bedankte sich herzlich für die Ergänzung des Stadtarchivs: „Wir freuen uns sehr, die Pläne wieder nach Hause mitnehmen zu dürfen. Das ist eine sehr tolle Nachricht für unser Stadtarchiv!"

Der Leiter des Dresdner Stadtarchivs, Thomas Kübler, schloss sich Klepsch an: „Wir wollen diesen Tag in der internationalen Archivwelt publik machen. Es ist kein Einzelfall, dass ein Austausch zwischen Städten stattgefunden hat und Pläne aus anderen Regionen in Archiven aufliegen. Vielleicht können wir hiermit ein Vorbild sein und weitere Übergaben in die Wege leiten."

Abschließend meinte Bürgermeister Nagl noch mit einem Augenzwinkern: „Das ist ja eigentlich das Mindeste, was wir für euch tun können. Schließlich wäre ohne das funktionierende Kanalsystem aus Dresden bei uns touristisch schon alleine aufgrund des Geruchs gar nichts los."

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