Sappi-Abwärme heizt Graz ein

10.11.2017

Bei dieser Eröffnungsfeier wurde allen Gästen warm ums Herz.

Denn sie markierte bei der Holding Graz Wasserwirtschaft, dem Standort der neuen Wärmeübergabe an das Grazer Netz, den Startschuss der Fernwärmeversorgung mit Restwärme aus der Papierfabrik Sappi für Graz.

Als Kooperationspartner heizten Sappi Austria Geschäftsführer Max Oberhumer, Bioenergie Fernwärme BWS Geschäftsführer Jakob Edler und Energie Graz Geschäftsführer Werner Ressi und Boris Papousek ein. Sehr zur Freude von Landesrat Anton Lang, Bürgermeister Siegfried Nagl, den Holding-Graz-Vorständen Wolfgang Malik,  Barbara Muhr und Gert Heigl, den Geschäftsführern der Energie Steiermark Wärme Gerald Moravi und Clemens Hackl sowie dem Grazer Umweltamt.

Das Kooperationsprojekt ermöglicht die Versorgung von 30.000 Grazer Haushalten beziehungsweise rund 15% des jährlichen Wärmebedarfs in Graz mit ökologischer und regionaler Energie. Durch das Projekt können 20.000 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart werden.

Und so funktioniert‘s

Bei der Papier- und Zellstofffabrik Sappi in Gratkorn wird die Produktionswärme abgekoppelt. Hierbei wird über sieben getrennte Wärmetauscher Brüdendampfwärme aus der Eindampfanlage zur Energieerzeugung genutzt. Diese technischen Anlagen wurde von der Grazer Firma Andritz geplant und geliefert.

Der Bau der dafür benötigten zwölf Kilometer langen Fernwärmeleitung wurde von der weststeirischen Bioenergie Fernwärme BWS GmbH realisiert. Die Leitungen wurden, beginnend vom Werk Sappi in Gratkorn entlang der Bundesstraße B67 unterirdisch verlegt.

Für den Rohrbau war die Grazer Firma IMRO verantwortlich, die dafür benötigten 22 Kilometer DN400 Fernwärme Rohre wurden von Firma Isoplus in Hohenberg (NÖ) hergestellt. Für die Fernwärmeleitung von Gratkorn nach Graz wurden über 40.000 m³ Erdreich bewegt und Schweißnähte mit einer Gesamtlänge von ca. 5 km hergestellt. Die längste grabungslose Verlegung (= Pressung) betrug 80 m.

Im Bereich des Wasserwerks der Holding Graz wurde ein Pump- und Regelgebäude zur Übergabe der Wärmeenergie an das Netz der Energie Graz errichtet. Der erforderliche anspruchsvolle Hochbau wurde von Firma Herzog aus Graz in sehr kurzer Bauzeit hergestellt. Die Gesamtanlagensteuerung sowohl für den Wärmetransport als auch für die Wärmeeinspeisung ins Grazer Netz wurde von der Firma Schneid aus Pirka bei Graz umgesetzt.

Der Investitionsbedarf des Projektes beträgt rund 22,8 Millionen Euro. Das Großprojekt wird zu 30 Prozent aus Mitteln des Bundes, des Landes Steiermark und der EU gefördert.

Das Fernwärmeprojekt Sappi dient als Beitrag für die ambitionierten Grazer Ziele, die Wärmeversorgung aus erneuerbarer Energie zu intensivieren. Graz deckt zusammen mit der Nutzung der industriellen Abwärme aus der Marienhütte den Wärmebedarf nunmehr zu 25% aus erneuerbaren Quellen. Dieser Anteil soll bis 2030 auf 50% erhöht werden. Dadurch gelingt nicht nur eine nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung aus regionalen Ressourcen, sondern die Stadt Graz wird auch unabhängiger von fossilen Energieträgern.

Einheben Wärmetauscher Sappi Einheben Wärmetauscher Sappi Fernwärmeleitung Sappi GeländeFernwärmeleitung GAK SportplatzPump- und Regelgebäude Wasserwerkgasse Graz

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