Betreuung von Drogenabhängigen – Gemeinderäte machen sich ein Bild

24.11.2017

Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Gemeinderats der Stadt Graz besuchten auf Einladung von Stadtrat Robert Krotzer die Interdisziplinäre Kontakt- und Anlaufstelle (I.K.A.) in der Papiermühlgasse. Suchtmittelabhängige Menschen kostenlosen und unbürokratischen Zugang nicht nur zu medizinischer und sozialarbeiterischer Versorgung, sondern können auch psychosoziale Begleitbetreuung in Anspruch nehmen.

Etwa 950 Menschen sind in Graz derzeit in Substitutionsbehandlung, 325 Patienten und Patientinnen werden in der I.K.A. betreut. Zirka ein Fünftel von ihnen ist Vollzeit berufstätig. Bei fast einem Drittel der Erstkontakte geht es darum, das Überleben sicher zu stellen, erklärte Leiter Mag. Max Foissner den Vertreterinnen von ÖVP, KPÖ, FPÖ und Grünen.

Sucht ist eine chronische Erkrankung und muss als solche behandelt werden, betonte der ärztliche Leiter Dr. Martin Hiden.

Stadt plant Suchtgipfel

In der ärztlichen Ausbildung spielt das Thema Suchtmedizin nur äußerst begrenzt eine Rolle, wurde vielfach kritisiert. Deswegen ist Stadtrat Krotzer auch schon mit der HochschülerInnenschaft der Meduni Graz in Kontakt getreten.

Durch die anstehende Pensionierung der wichtigsten Substitutionsärzte könnte es in Graz nämlich soweit kommen, dass die etwa 950 Grazer und Grazerinnen, die von Opiaten wie Heroin abhängig sind, keine Ersatzpräparate mehr verschrieben bekommen können.

Deshalb bereitet Gesundheitsstadtrat Krotzer einen Grazer Suchtgipfel im nächsten Februar vor: "Im Vorfeld ist es wichtig, dass die politisch Verantwortlichen die Situation genau kennen lernen, damit alle in der Stadt an einem Strang ziehen".

Hanno Wisiak

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