Schubkraft für die Infrastruktur

16,34 Millionen Euro für die Stadtentwicklung

05.12.2017

Mit 16,34 Millionen Euro für die städtische Infrastruktur setzt die Stadt einen Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung von Graz. Beschlossen soll dieser in der kommenden Gemeinderatssitzung am Donnerstag werden.

Stellten das Millionen-Invest für Infrastrukturprojekte vor: Bgm. Siegfried Nagl (Mi.), sein Stellvertreter Mario Eustacchio (li.) und Stadtbaudirektor Bertram Werle © Stadt Graz/Fischer
Stellten das Millionen-Invest für Infrastrukturprojekte vor: Bgm. Siegfried Nagl (Mi.), sein Stellvertreter Mario Eustacchio (li.) und Stadtbaudirektor Bertram Werle© Stadt Graz/Fischer

Ein imposantes Maßnahmenpaket für das rasch wachsende Graz wurde heute von Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, Vize-Bürgermeister Mag. (FH) Mario Eustacchio und Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Es reicht von Impulsen für die Smart City Waagner Biro über Radverkehrsprojekte und Grünraum-Offensiven bis hin zu Beleuchtungs- und Gestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum.

Mehr Grünraum

Grünachse in Reininghaus. © ZwoPK Landschaftsarchitektur
Grünachse in Reininghaus.© ZwoPK Landschaftsarchitektur

Insgesamt 282.000 Euro sind in den kommenden zwei Jahren für die Planung des Parks und des ersten Abschnitts der Grünachse in Reininghaus vorgesehen. Der Park (2019 bis 2021) und die Grünachse (2022/23) werden zeitlich getrennt umgesetzt. Eine besondere Herausforderung für den zweistufig durchgeführten Wettbewerb war das Brunnenschutzgebiet im Planungsareal. Die Gestaltung des begleitenden Grünraums für die Reininghausstraße im Bereich des ehemaligen ÖAMTC-Stützpunktes schlägt sich mit 100.000 Euro zu Buche. Grünes Licht wird es auch für Sanierung und Neugestaltung des Meranparks geben, der seit 1982 im Bestand der Stadt Graz geführt und durch die Holding Graz gepflegt wird. Städtische Mittel für den Park: 250.000 Euro

Ausbau Radverkehr

In den Radverkehr investiert die Stadt Graz in den Jahren 2018 bis 2020 insgesamt rund zwei Mio. Euro (50 Prozent der Kosten übernimmt das Land, die Stadt finanziert die gesamten Projekte vor). Auch Verkehrssicherheits- und Verbesserungsmaßnahmen entlang von Radrouten und Maßnahmen wie etwa der Ausbau von Radabstellanlagen sind geplant.
Vorhaben: Geh- und Radweg Gradnerstraße-Ost, Geh- und Radweg Keplerstraße: Finalisierung Abschnitt Marienplatz/Josefigasse, Geh- und Radweg Georgigasse: Abschnitt Schloßstraße bis Baiernstraße, Geh- und Radweg Strasserhofweg: Abschnitt Andritzbach bis Strasserhofweg
Prüfung des Realisierungspotenzials für Lückenschlüsse der Radwege Alte Poststraße südlich der Laudongasse, Kalvariengürtel zwischen Hirtenkloster und Kalvarienbergstraße und Triesterstraße zwischen Alte Poststraße und Wagner-Jauregg-Straße

Entwicklung Smart City Graz – Waagner Biro

Smart City-Areal © Foto Martin Grabner / Bearbeitung Stadt Graz
Smart City-Areal© Foto Martin Grabner / Bearbeitung Stadt Graz

Von den 10,424 Mio. Euro, die bis 2022 in die Entwicklung der Smart City Graz fließen, kommen knapp 7,5 Mio. direkt von der Stadt und der Rest durch Zuzahlungen von PrivatinvestorInnen (Kreuzungsausbauten, Car- und Bike-Sharing-Projekte etc.). Allein 5,2 Mio. sieht die Stadt für Planung, Grundkauf und Herstellung des öffentlichen Raumes vor, 670.000 Euro entfallen auf Planungsmittel für die Quartiere Süd-West und Nord-West. Weitere Posten: Umfeldgestaltung des neuen Schulcampus, Begleitforschung der TU Graz für begleitende Maßnahmen vor allem auf dem Sektor Energie, Stadtteilmanagement, der Multimodale Knoten Smart City „tim" und digitale Mobilitätsservices (Graz Mobil). Zusätzlich investieren die privaten Bauträger rund 7,7 Mio. Euro in die Errichtung von Infrastrukturflächen für Verkehr sowie für den öffentlichen Park.

Smart City Graz – Digitalisierung-Datenplattform

Ebenfalls geplant ist eine zentrale Datenplattform für Auswertungen (z. B. Luftgüte) und Visualisierungen im Vorzeige-Stadtteil Smart City Graz. Um die BürgerInnen, aber auch Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in die Entwicklung neuer digitaler Möglichkeiten einzubinden, werden die Daten in standardisierter Form über offene Schnittstellen zur Verfügung gestellt. Erster Schritt ist eine quartierbezogene Datenplattform, die um beliebige Datenquellen erweitert und in Folge als „Smart City Plattform" für ganz Graz genutzt werden kann. Kosten: 420.000 Euro

Beleuchtung entlang Straßenbahnlinien

Insgesamt rund 1,63 Mio. Euro investiert die Stadt in die öffentliche Beleuchtung entlang der Straßenbahnlinien 1, 5 und 7, die wegen neuer Fahrleitungen, neuer Maststandorte oder anderer Anpassungen notwendig sind.

Umfeldgestaltung Wiener Straße – Zeillergase

Platzgestaltung Lend-Hotel © Plan Arch. Lam  / Bearbeitung Stadt Graz
Platzgestaltung Lend-Hotel© Plan Arch. Lam / Bearbeitung Stadt Graz

Stadtentwicklung Richtung Norden: 590.000 Euro investiert die Stadt in die Umfeldgestaltung für das neue Lend-Hotel, die restlichen 210.000 Euro steuert Besitzer Dr. Helmut Marko bei. Geplant sind die Auflassung der Verkehrsfläche und die Schaffung einer zusammenhängenden attraktiven Gehsteigfläche zwischen der künftigen Einmündung der Grünen Gasse und der Zeillergasse in die Wienerstraße sowie eine Baumreihe und Stadtmöbel entlang der Wienerstraße. Auch die öffentliche Beleuchtung muss adaptiert und die Bushaltestelle verlegt werden.

Ausbau Erna-Diez-Straße

Mit der Eröffnung des Weblinger Kreisverkehrs am 4. Oktober 2017 wurde das Siedlungsgebiet Trattfelderstraße/Dahlienweg und die Erna-Diez-Straße, über die die neue Park & Ride Anlage erreichbar ist, vollwertig an die Kärntner Straße angebunden. Im ersten Schritt wird die Erna-Diez-Straße bis zur Einfahrt der Firma A&R Carton inklusive Geh- und Radweg ausgebaut, auch eine beidseitige Baumreihe ist geplant. Im zweiten Teilabschnitt erfolgen Ausbau und Anschluss an den Grillweg (Einbahn Richtung Grillweg mit Geh- und Radweg und Grünstreifen). Kosten: rund 900.000 Euro

Statements

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl:
„Wir haben versprochen, schneller zu werden, Geschwindigkeit aufzunehmen. Dies ist dringend notwendig, denn Graz wächst rasant. Deshalb beschließen wir noch im Dezember die ersten 16,5 von 300 Millionen Euro, die wir für diese Regierungsperiode als Investitionsbudget vorgesehen haben."

Vize-Bürgermeister Mag. (FH) Mario Eustacchio:
„Die gesetzten Maßnahmen zeigen deutlich unsere Verantwortung und Bereitschaft auf, Gesamtverantwortung für Graz - Stichwort Agenda 22 - zu übernehmen."

Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle:
„Das vorliegende Infrastrukturpaket beinhaltet die derzeit wichtigsten Maßnahmen für unsere Stadtentwicklung. Diese tragen dazu bei, unseren wertvollen Lebensraum zu erhalten und die Qualität weiter zu verbessern. Dank der optimalen Abstimmung mit dem Land Steiermark sind wir voll im Zeitplan."

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Ihre Kommentare (3)

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  • Manuela,  12.12.2017, 17:44
    Reininghausgründe
    An die Tiere wird nicht gedacht, ich frage mich nur für was wir einen Park bei den Reinighausgründen brauchen, besser wäre z. Bsp. in Wetzelsdorf eine eingezäunte Hundewiese , auch ein öffentlicher Kinderspielplatz und nicht das die ganzen Grünflächen verplant bzw. verbaut werden. Als Grazer ist man verpflichtet auswärts mit dem Auto fahren damit man zu einer Grünfläche kommt. Es gibt sehr viele Hundebesitzer, Hunde und Kinder wollen spielen, bei einer Siedlung ist leider vieles nicht erlaubt für Kinder.
  • René,  06.12.2017, 13:14
    ÖVM
    Smart City mit ÖVM sehr gut! Bitte aber auch weiterdenken Linie 8 und mehr P+R für Einpendler, vlt doch auch wieder eine Lastentramway andenken für Graz. Alles unternehmen um Schwerverkehr und Individualverkehr einzuschränken bzw. die Menschen zum Umsteigen durch attraktive ÖVM zu bewegen. Finanzierung bitte Bund stärker miteinbinden sowie Land und Umlandgemeinden. Zum Thema ÖVM - vlt Spangenlinie mit Schiene Schulzentrum - Murpark statt Bus, da hier riesige Siedlungen entstehen die wieder mehr PKW Verkehr bedingen würden und mehr Schadstoffbelastung, die jetzt schon kaum erträglich ist, gerade im Winter. MfG, R.St.
  • Emil,  05.12.2017, 18:32
    Schuldenberg
    Und wann gedenken die Stadtregierer die Schulden abzubauen? Derzeit ist der Schuldenstand sehr bedrohlich und in dieser Situation werden die Schulden noch weiter erhöht. Außerdem sind schon fast alle freien Flächen verbaut, jetzt noch den letzten Rest an Grünraum zu verbauen finde ich schlimm. Meiner Meinung nach müssten wir für 5 Jahre einen Stopp für neue Schulden sowie einen Stopp für weiteren Flächenverbrauch einführen.