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Thema des Monats – Jänner 2018

Mit Sicherheit mehr Spaß im Schnee

01.01.2018
Ab ins Schivergnügen - mit Helm und Köpfchen! Foto: Erich Westendarp_pixelio.de 
Ab ins Schivergnügen - mit Helm und Köpfchen! Foto: Erich Westendarp_pixelio.de

Es ist eine beeindruckende Zahl: Österreichs Touristik-Statistik zählt mehr als 50 Millionen Schitage pro Jahr.

Es sind traurige Zahlen: Zwischen 50.000 und 60.000 WintersportlerInnen verletzen sich jedes Jahr schwer und landen im Spital. Rund 40 Personen sterben auf den Pisten. Mehr als die Hälfte der Verunfallten sind Männer, mehr als die Hälfte der Unfälle geschieht am Nachmittag.

Schuld an den vielen Unfällen ist meist der Schifahrer oder Snowboarder selbst, denn 94 von 100 Unfällen geschehen ohne Fremdverschulden. Die größten Risikofaktoren sind Selbstüberschätzung des eigenen Fahrkönnens und der eigenen Fitness, Übermüdung, mangelnde Konzentration. Und zu hohe Geschwindigkeiten: Wer die Piste hinunter rast, erreicht schnell bis zu 80 km/h. Wenn man dann ungebremst gegen einen Baum prallt, entspricht das einem Sturz aus dem 7. bis 8. Stock eines Hauses.

Regeln für die Piste

Beachten Sie folgende Regeln für mehr Sicherheit auf den „Brettln" oder dem Snowboard!

  • Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder.
  • Auf Sicht fahren: Geschwindigkeit und Fahrweise müssen dem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der "Verkehrsdichte" angepasst werden.
  • Wahl der Fahrspur: Kommt man als Skifahrer bzw. Snowboarder von oben, muss man die Fahrspur so wählen, dass davor fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet werden.
  • Überholt werden darf von allen Seiten, doch immer mit ausreichend großem Abstand zu anderen Wintersportlern.
  • Bergab hat Vorfahrt: Nach oben und unten schauen, wenn man in einen Hang einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts abschwingen will.
  • Immer am Pistenrand stehen bleiben. Das Anhalten an unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt ist nur bei Notfällen zulässig, und bei einem Sturz muss der Ort so schnell wie möglich verlassen bzw. abgesichert werden.
  • Skifahrer oder Snowboarder, die den Pistenhang aufsteigen oder zu Fuß absteigen, müssen den Rand der Abfahrt benutzen.
  • Die Markierungen und Signale der Piste beachten.
  • Bei Unfällen gilt Hilfeleistungspflicht und auch auf der Piste herrscht Ausweispflicht bei Unfällen (auch als Zeuge).
  • Achten Sie auf Pistengeräte.
  • Bei der Planung des Skitages auf die aktuelle Tagesverfassung zu achten. Mit Pausen kann das sportliche Vergnügen etwas länger genossen werden.
  • Schwache Sehleistung führt auch auf der Piste zu Unfällen. Wer beim Wintersport gut sehen will, braucht entweder Kontaktlinsen, eine Brille, die auch unter die Skibrille passt, oder eine optische Sportbrille. Kontrastverstärkende Sonnenschutzfilter und Anti-Anlauf-Beschichtungen sorgen außerdem für mehr Sicherheit.
  • Auf gute Ausrüstung achten. Mit einem Sturzhelm (ÖNORM EN 1077) kann das Risiko, eine Kopfverletzung zu erleiden, reduziert werden. Minderjährige bis zum 15. Lebensjahr müssen einen Helm tragen.
  • Eine regelmäßige Kontrolle der Skibindung und deren Einstellung reduzieren das Verletzungsrisiko.

Die Tücken des Liftfahrens

Auch das Liftfahren hat so seine Tücken, wie sicher schon jede/r SchifahrerIn oder SnowboarderIn am eigenen Leib schmerzhaft zu spüren bekommen hat. Die meisten Unfälle passieren beim Aussteigen, deshalb:

  • Stöcke beim Lift fahren in die Hand nehmen. Nicht die Hände in den Schlaufen lassen.
  • Im Sessellift nicht schaukeln.
  • Im Sessellift Bügel rechtzeitig schließen und nicht frühzeitig öffnen. Skispitzen vor dem Aussteigen anheben.
  • Schleppliftbügel nicht nach oben schnalzen lassen.
  • Rasch aussteigen und den Ausstiegsbereich umgehend verlassen.

100 Lawinenunfälle im Jahr

Sind Sie süchtig nach dem unverspurten Pulverschnee abseits der Piste? Achtung, dort sind Lawinen die größte Gefahrenquelle. Rund 100 Lawinenunfälle gibt es jährlich in Österreich, meist ausgelöst durch mangelnde Erfahrung und Ausrüstung für das richtige Verhalten im ungesicherten Schiraum. Deshalb immer vorab Infos über das Wetter und die Lawinensituation bei den einzelnen Pisten einholen und einen zumindest einen Lawinenpieps mitführen, besser noch einen Lawinenrucksack tragen.

Hochgeschwindigkeitssport Rodeln

Auch beim Rodeln kommt es immer wieder zu Unfällen, rund 5.000 Verletzte gibt es im Jahr - durch Stürze auf gleicher Ebene, Stürze beim Abkommen von der Rodelstrecke und Kollisionen mit festen Hindernissen oder anderen Wintersportlern. Auch hier sind meist Selbstüberschätzung und schlechte Ausrüstung die Ursachen. Und wieder der Leichtsinn: Mit dem Kopf voran zu rodeln oder Rodeln zusammenzubinden, das tut selten gut. Und die Kombination von zu viel Alkohol und hohen Geschwindigkeiten endet ebenfalls häufig im Spital.

Die Empfehlungen für eine unfallfreie Rodelpartie:

  •  Nur auf dafür vorgesehenen Strecken und Hängen rodeln.
  • Die Rodel soll sich lenken lassen, klassische starre Bockrodeln oder Plastikbobs sind ungeeignet.
  • Feste Schuhe, Schibrille, Handschuhe und Helm tragen!
  • Möglichst nicht im Dunkeln rodeln. Und wenn: Stirnlampen und Reflektorstreifen auf der Kleidung tragen.
  • Am rechten Rand der Rodelstrecke und hintereinander bergwärts aufsteigen und am rechten Rand talwärts fahren.
  • Die Geschwindigkeit dem eigenen Können, den Schnee-, Eis- und Witterungsverhältnissen und den anderen Rodlern anpassen. Auf Sicht fahren.
  • Richtig bremsen: Nicht nur mit den Fersen bremsen, sondern mit der gesamten Fußsohle. Die Füße dabei dicht an die Kufen stellen und die Rodel erforderlichenfalls vorne nach oben ziehen.

Pistenrettung: Notruf 140

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch ein Unfall passieren: Unter dem Alpin-Notruf 140 erreicht man die Berg- bzw. Pistenrettung.

Quelle: KFV

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