• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

A letter to Graz

Graz aus der Sicht einer besonderen Touristin

19.01.2018
© Stadt Graz/Fischer

Vor kurzem erreichte die Grazer Stadtverwaltung ein E-Mail aus England. Darin beschrieb ein Vater, der mit seiner Tochter mit Behinderung Graz besuchte, wie die beiden die Landeshauptstadt wahrgenommen haben. Eine herzerwärmende Geschichte, die uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat...

Dear Graz,

Please excuse me writing in English.

I visited Graz during the summer, with my daughter, who is disabled.

We enjoyed our summer holiday and visited lots of different places in the Netherlands, in Germany, in Austria and in Italy.

I am always interested to see how people react to Anna, being disabled, and wanted to tell you of our experience in Graz. I have been meaning to write to you since we got back in August.

Our first stop was the toilets by the Insel in Der Mur, the man was helpful and pointed us in the right direction.

Next, we did the funicular up to the Uhrturm. A lady who worked in Graz, on her day off, offered to take our photos and chatted about life in Graz.

Anna, my daughter is so slow walking around, that we overstayed our time at the Uhrturm, and our ticket was invalid when we came to go back down. The man at the Kassa there saw Anna's needs and allowed us to go straight down.

Anna is difficult to please with food. If you can understand an English child looking at an Austrian menu, it is not easy. In the restaurant, the man offered to bring something that was not usually available at that time of day, and Anna was happy.

At the Doppelwendeltreppe a lady chatted to us, and asked how we were enjoying Graz. She even told us a little about the history of the Doppelwendeltreppe. She was not an employee, just an inhabitant of Graz.

We stopped at the Billa to get some sandwiches for the journey home. The lady at the counter saw that Anna was tired and hungry. She gave her something to eat while I paid for my shopping.

Is this typical of Graz? If so, you have one of the kindest, most welcoming cities. I always think that one can tell a lot about people, in regard to how they treat people with disabilities.

We had a wonderful day in Graz. I felt I had to write to you, as things often go wrong when we are on holiday. People can be impatient, and not always be understanding of the needs of people with disabilities.

 

Ross W., Hampshire UK

Übersetzung

Ich war im Sommer mit meiner Tochter mit Behinderung in Graz. Wir haben die Sommerferien genossen und viele Plätze besucht: in Holland, Deutschland, Österreich und Italien. Es ist immer interessant zu sehen, wie Menschen auf Anna reagieren, da sie eine Behinderung hat. Ich wollte Ihnen von unserer Erfahrung in Graz berichten. Seit wir im August aus dem Urlaub zurückgekommen sind, wollte ich Ihnen schreiben. 

Unser erster Stopp war auf der Murinsel, wo wir die Toiletten aufsuchen wollten. Ein Mann dort war sehr hilfsbereit und hat uns direkt die richtige Richtung gezeigt. Danach ging es mit der Seilbahn auf den Uhrturm. Eine Dame, die in Graz arbeitete und ihren freien Tag hatte, hat angeboten Bilder von uns zu schießen und mit uns über das Leben in Graz geplaudert. Da Anna nur sehr langsam gehen kann, wurde unsere Rückfahrkarte mit der Seilbahn ungültig. Als der Kassier Anna gesehen hat, hat er uns aber direkt durchgewunken und nach unten fahren lassen.

Beim Essen ist Anna etwas happig. Man kann sich also vorstellen, dass ein englisches Mädchen auf einer österreichischen Speisekarte nur schwer etwas findet. Der Kellner im Restaurant hat aber angeboten, ein Gericht zu servieren, das zu dieser Tageszeit eigentlich gar nicht auf der Karte steht. Das hat Anna glücklich gemacht.

Danach besuchten wir die Doppelwendeltreppe und unterhielten uns mit einer Dame, die uns fragte, wie es uns in Graz gefällt. Sie hat uns sogar etwas über die Geschichte der Doppelwendeltreppe erzählt. Sie war aber keine Angestellte dort, sondern einfach eine Einwohnerin in Graz. 

Danach hielten wir bei Billa, um uns ein paar Sandwiches für die Rückreise zu besorgen. Die Dame am Schalter sah, dass Anna müde und hungrig war. Also hat sie Anna etwas zu essen gegeben, während ich für den Einkauf bezahlte. 

Ist das alles typisch für Graz? Wenn es so ist, habt ihr eine der freundlichsten und einladendsten Städte. Es sagt viel über Menschen aus, wie sie Menschen mit Behinderung behandeln. 

Wir hatten einen wunderbaren Tag in Graz. Ich hatte das Gefühl, Ihnen das schreiben zu müssen. Oft geht das ein oder andere schief, wenn wir auf Reisen sind. Menschen können ungeduldig werden und verstehen nur selten die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung.

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).