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Thema des Monats - Februar 2018

Sicher unterwegs in sozialen Netzwerken

31.01.2018

Am 6. Februar 2018 findet bereits zum 15. Mal der internationale Safer Internet Day statt. Aus diesem Anlass erklären Saferinternet.at und das BMB den gesamten Februar 2018 zum Safer Internet-Aktions-Monat. Ein guter Anlass für das Thema des Monats.

Soziale Netzwerke in Österreich

Das bevorzugte soziale Online-Netzwerk ist mit 3,7 Millionen aktiven Accounts - davon 51% Männer und 49% Frauen - Facebook. Die Hälfte der Facebook-Nutzer ist zwischen 30 Jahre und 60 Jahre alt, rund ein Drittel der User zwischen 20 Jahre und 29 Jahre alt.

Die Altersgruppe der 20-bis 29-Jährigen dominiert auch auf Instagram bei den 840.000 aktiven Nutzern, 440.000 davon Frauen.

Typische XING-Nutzer sind zwischen 20 und 49 Jahre alt, markenbewusst, Individualisten und innovativ in Sachen Technik. Wie auf Instagram überwiegt unter den 700.000 Accounts der Anteil der weiblichen User.

Den Rang dahinter nimmt mit rund 687.000 Accounts die Plattform LinkedIn ein. Speziell im Geschäftsbereich angesiedelt, überwiegend von Männern (61%) genutzt und den meisten Accounts in der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen.

Twitter nutzen an die 148.000 Österreicher und Österreicherinnen. Nachdem die Anmeldung zu Periscope über einen Twitter-Account möglich ist, hat Twitter seit 2015 seine eigene Live-Streaming-App.

Die Jüngeren (geboren zwischen 1995 und 2010) findet man vor allem auf WhatsApp und Snapchat.

WhatsApp ist ein 2009 gegründeter Instant-Messaging-Dienst, der seit 2014 ebenfalls Facebook gehört. Seit dem Frühjahr 2015 wird den Nutzern auch das internetbasierte Telefonieren ermöglicht. Schätzungsweise sollen mindestens eine Millionen Nutzer die App zumindest ab und zu verwenden.

Snapchat gibt es seit 2011. Die App ist absolut trendy und hat eine rosige Zukunft vor sich. Zu diesem Hype gibt es nur internationale Zahlen. Rund 70% der User sind weiblich. Die größte Dichte an Snapchat-Usern hat Irland und 50% aller Studenten in den USA teilen Selfies mit Snapchat. Weltweit umfasst die App 200 Millionen User, davon sind 50% täglich aktiv. Pro Sekunde werden 20.000 Fotos geteilt und der beliebteste Content ist Comedy.

In Unternehmen nutzen vor allem Geschäftsführer, Selbstständige und IT-Verantwortliche soziale Medien. Die beliebtesten Plattformen sind Facebook, Twitter und Xing. Soziale Medien dienen vor allem zur Unternehmenspräsentation und sind hilfreich beim Thema Recruiting.

Nutzung von sozialen Netzwerken

Oft geben wir selbst sensible private Informationen im Internet preis. © Joachim Kirchner/pixelio.de
Oft geben wir selbst sensible private Informationen im Internet preis.© Joachim Kirchner/pixelio.de

Ein unbedarfter Umgang mit Social Media kann emotionale, soziale, finanzielle und rechtliche Folgen haben. Schlimmstenfalls sind die Konsequenzen eine verbotene Veröffentlichung oder Verbreitung persönlicher Daten. Mit „persönliche Daten" sind konkret personenbezogene Daten gemeint. Dazu gehören alle Daten, mit denen unmittelbar auf eine bestimmte Person geschlossen werden kann (z.B. Name, Adresse, Geburtsdatum oder Alter). Als solche Daten können auch Ihre E-Mail-Adresse oder die IP-Adresse Ihres Computers gelten.

Unter besonderem Schutz stehen die sensiblen Daten. Dazu gehören Informationen über Ihre Gesundheit, politische Einstellung, religiöse Überzeugungen, ethnische Herkunft und Ihr Sexualleben.

Für einen Teil der im Netz verfügbaren Daten über uns sind wir selbst verantwortlich, weil wir oft sehr freizügig Angaben zur eigenen Person machen. Es lohnt sich also, darüber nachzudenken, welche Datenspuren man hinterlässt und welche Folgen das haben kann.

Gefahren von sozialen Netzwerken

Obwohl vor allem Kinder und Jugendliche zu den Betroffenen zählen, sind auch Erwachsene den Gefahren von sozialen Netzwerken ausgesetzt.  Die Begeisterung über geteilte Urlaubs-, Familien- und Haustierfotos ist verständlich. Aber wo sich viele Menschen bewegen, sind auch zwielichtige Gestalten, vor denen Sie sich ausreichend absichern sollten, unterwegs: Hacker, Cyber-Kriminelle und Datenverkäufer. Überlegen Sie daher gut, welche Daten Sie von sich preisgeben.

Likes sagen viel über unsere Einstellungen aus und haben obendrein ein hohes Suchtpotenzial: Likes und Freundschaftsanfragen verleiten uns dazu, mehr und mehr Zeit am Bildschirm zu verbringen. Wie beim pathologischen Glücksspiel ist aber das tatsächliche Hochgefühl, wenn es zur Endorphin-Ausschüttung kommt, nur für den Bruchteil einer Sekunde wahrnehmbar. Dann nämlich, wenn der Mitteilungsalarm mögliche Botschaften von den digitalen „Freunden" oder eine positive Bewertung des eigenen Posts verheißt. Ist das Smartphone eine Zeitlang nicht in unserer Sichtweite, stellen sich Nebenwirkungen ein: Nervosität, Unruhe, Stress, Reizbarkeit. Klar, wir könnten ja Wesentliches verpassen. Doch irgendwann könnten wir wirklich Wichtiges außerhalb der sozialen Medien nicht mehr mitbekommen.

Messaging: Manche Menschen müssen auf das Schlimmste gefasst sein, sobald sie sich in den sozialen Netzwerken einloggen: Mobbing tritt im digitalen Zeitalter als Cyber-Mobbing oder Stalking in seiner schlimmsten Form in Erscheinung. Insbesondere Schüler bzw. Schülerinnen, die im Klassenverband ausgestoßen sind, begegnen auch im Netz oft Kränkungen. Das kann bis zur Androhung von Gewalt, üblen Nachrede oder Veröffentlichung persönlicher Bilder gehen. Opfer von Stalkern werden häufig mit Drohbotschaften konfrontiert. Beim Erstellen eines Accounts sind daher die Privatsphäre-Einstellungen besonders wichtig. Je weniger persönliche Daten öffentlich einsehbar sind, desto besser. Denn mit dem Hochladen von öffentlich einsehbaren Fotos und dem Teilen von Terminen erleichtern viele User potenziellen Verfolgern, sie abzupassen. Täter nutzen nämlich vor allem Angaben über die Schule, den Heimatort oder die Urlaubspläne, um dann die ausgewählten Personen zu belästigen oder zu bedrohen.

Datenhandel: Wer sich im Netz bewegt, hinterlässt Spuren. Wer seine Facebook-Timeline öffentlich macht und tagtäglich mit Informationen über Alter, Lieblingsmusik, Spieleleidenschaft oder favorisierte Modemarken füttert, der hinterlässt einen ganz persönlichen digitalen Fußabdruck. Wer sich eine App herunterlädt, gewährt das Recht, Kontaktdaten und Internetverbindungsdetails auszuwerten. Diese persönlichen Daten sind es dann, die Nutzer von Social Media für Unternehmen interessant machen, da durch ihren Verkauf Geld verdient oder zumindest Werbung genau auf den Nutzer zugeschnitten werden kann. Für die meisten ist das noch kein Problem; sie freuen sich, personenbezogene Werbung zu sehen, denn diese erleichtert die Suche nach passenden Konsumgütern.

Wenn allerdings die moderne Form der Trickbetrüger ihre Daten in die Hände bekommen, droht Schlimmeres.

Social Engineers täuschen mit verschiedenen Methoden ihre Opfer, um an deren Daten oder Geld zu kommen. In der Regel nehmen sie eine falsche Identität an, um so das Vertrauen des potenziellen Opfers zu erschleichen. Entweder sie stellen sich als Autorität dar, indem sie sich z. B.  als Bankangestellte ausgeben oder sie geben sich als Verwandter aus. Das gelingt ihnen, indem sie Accounts hacken und dann deren Kontakte anschreiben.

Eine spezielle Variante ist Baiting: Anbieter angeblich kostenloser Downloads verlangen Ihre Mail-Login-Daten und bekommen so Zugriff auf Ihren E-Mail-Account.

Quid Pro Quo nennt sich eine Methode, bei der Betrüger vorgeben, bestimmte Dienstleistungen oder Informationen anzubieten, wenn der Nutzer ihren Anweisungen folgt oder zuvor technische Daten preisgibt. Imitiert z. B. ein Betrüger eine IT-Firma, die eine schnelle Problemlösung für häufige Bugs anbietet, fordert er möglicherweise das Opfer auf, die Firewall auszuschalten und ein Update zu installieren. Dieses Update entpuppt sich dann in Wirklichkeit als Virus oder Spyware.

Phishing-Attacken setzen auf Angst und das Vertrauen auf Autoritäten. Viele Phishing-Mails sind bezüglich Text und Gestaltung ähnlich den Mails von Banken oder renommierten Dienstleistern. Sie verlinken dann auf Webseiten, die ebenfalls denen anerkannter Institutionen ähneln. Gibt man dort seine Bankdaten ein, werden diese direkt an den Cyberkriminellen weitergeleitet.

Identitätsdiebstahl ist eine weitere Möglichkeit, bei dem die Täter unter Ihrem Namen Geschäfte abschließen oder Straftaten begehen.

Rufschädigung: Den Job oder die Liebe des Lebens finden? Durch Social Media haben Sie viele Möglichkeiten zu beeindrucken. Sowohl positiv als auch negativ. Gut 75 Prozent der Personalchefs verschaffen sich bereits über Facebook & Co. ein erstes Bild von Bewerbern bzw. Bewerberinnen. Öffentlich mit Bildern oder Posts glänzen, die illegalen Drogen- oder übermäßigen Alkoholkonsum beinhalten oder Hassbotschaften senden, weiterleiten oder liken, wird vorhandene Chancen auf Null senken. Nicht jeder Social-Media-Ausrutscher ist selbstverschuldet. Für Erpresser oder persönliche Feinde ist es ein Leichtes, rufschädigende Posts - von Diffamierung bis zum Revenge Porn - ins Netz zu stellen. Zwar stellen die Plattformen Verhaltensregeln auf und setzen oft Moderatoren ein, die solchen Inhalt löschen. Da eine zeitnahe Reaktion aber kaum möglich ist, können sich Inhalte ungesteuert und rasant verbreiten. Opfern hilft in solchen Fällen nur die möglichst genaue Dokumentation, wer Zugang zu entsprechenden Daten hatte - und der Gang zur Polizei.

Empfehlungen für einen sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken

Soziale Netzwerke bergen Gefahren, die weitreichende Konsequenzen haben können. Neben grundsätzlicher Skepsis helfen die folgenden Maßnahmen:

  • Veröffentlichen Sie so wenig personenbezogene Daten wie möglich! Adresse, Telefonnummer, Passwörter etc. gehen Fremde nichts an. Seien Sie besonders sparsam mit diesen Informationen, wenn Sie sich auf Websites, für Gewinnspiele o.ä. registrieren.

  • Wenn möglich, verwenden Sie anonyme Nicknames anstelle Ihres richtigen Namens. In sozialen Netzwerken könnten Sie z.B. Ihren Zweitnamen verwenden.

  • Nutzen Sie die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken, sodass nur ausgewählte Personen (z.B. „Freunde") Ihre persönlichen Daten einsehen können. Um die Privatsphäre in den sozialen Netzwerken richtig einzustellen, um so seine privaten Daten zu schützen, kann man auf der Website www.staysafe.at unter dem Punkt „Privatsphäre schützen" Leitfäden - also Schritt-für-Schritt-Anleitungen - für alle gängigen sozialen Netzwerke finden. Es wird auch beschrieben, wie man seine Accounts dauerhaft löscht, falls man diese nicht mehr verwendet.

  • Legen Sie sich bei einem Gratis-Anbieter (z.B. Hotmail, Gmail oder Yahoo!) eine E-Mail Adresse an, die keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulässt. Verwenden Sie diese Adresse, um sich auf Websites zu registrieren, in Blogs zu posten oder in Foren mitzudiskutieren.

  • Antworten Sie niemals auf Spam-E-Mails, weder um Fragen aus den E-Mails zu beantworten, noch um mitzuteilen, dass Sie diese lästigen Zusendungen nicht mehr wollen. Damit bestätigen Sie nur, dass es sich um eine gültige E-Mail-Adresse handelt und bekommen umso mehr Spam.

  • Seien Sie wachsam bei Phishing-E-Mails und geben Sie keine Bank- oder sonstigen Zugangsdaten via Internet oder E-Mail weiter. Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie Ihre Hausbank.

  • Öffnen Sie keine unbekannten Dateianhänge aus E-Mails oder via Instant Messenger - sie könnten Spyware, die persönliche Daten auf Ihrem Computer ausspioniert, oder Viren enthalten.

  • Überprüfen Sie, ob Ihre Website, Ihr Blog oder Ihr Community-Profil Angaben oder Fotos von Ihnen enthält, die Sie nicht vollkommen öffentlich haben wollen. Bedenken Sie: Alle Inhalte, die Sie ins Internet stellen, sind weltweit frei zugänglich und über Suchmaschinen einfach zu finden.

  • Verwenden Sie sichere Passwörter und halten Sie diese geheim.

  • Vermeiden Sie das Anklicken verkürzter URL.

  • Trennen Sie strikt private und Arbeits-Accounts.

  •  Melden Sie verdächtige oder beleidigende bzw. bedrohende Accounts.
     

Bleiben Sie auf der sicheren Seite!

Quellen: www.artworx.at; www.1und1.at/digitalguide; www.itschool.at

Informations- und Beratungsstellen

ITSchool - IT-Fortbildungen www.itschool.at

Saferinternet.at www.saferinternet.at 

Rat auf Draht www.rataufdraht.at

ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit www.zara.or.at 

Beratungsstelle #GegenHassimNetz www.beratungsstelle.counteract.or.at

Beratungsstelle Extremismus www.beratungsstelleextremismus.at

Elke Pölzl, MSc

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