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Gefährliche Nebenwirkungen - Medikamente am Steuer

15.02.2018
© KFV

Die aktuelle Erkältungs- und Grippewelle ist gerade auf ihrem Höhepunkt. Viele Österreicher konsumieren derzeit Medikamente, deren Einnahme jedoch auch die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen kann, warnen Experten des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Die Gefahr wird unterschätzt: Eine neue KFV-Dunkelzifferstudie zeigt nun, dass rund 521.000 Personen in den letzten 12 Monaten ein Kfz gelenkt haben, obwohl sie aufgrund von Medikamentenkonsum nicht sicher waren, ob sie verkehrstüchtig sind.

Hohe Dunkelziffer

Experten schätzen, dass zwischen 8 Prozent und 25 Prozent aller Verkehrsunfälle direkt oder indirekt auf Medikamenteneinnahme zurückzuführen sind: „Dies würde bedeuten, dass durchschnittlich pro Jahr etwa 3.000 bis 9.000 aller Verkehrsunfälle auf Österreichs Straßen auf direkten oder indirekten Medikamentenkonsum zurückzuführen sind. „Unsere Dunkelzifferstudie zeigt, dass geschätzte 521.000 Personen in den letzten 12 Monaten ein Kfz gelenkt haben, obwohl sie aufgrund von Medikamentenkonsum nicht sicher waren, ob sie verkehrstüchtig sind", so KFV-Direktor Dr. Othmar Thann. Abgefragt wurden Medikamente wie Grippemittel, Schmerzmittel, Antidepressiva, Schlafmittel sowie Beruhigungsmittel. 23 Prozent der Befragten gaben an, den Beipackzettel selten bzw. nie bewusst zu lesen, um über die Nebenwirkungen bzw. möglichen Beeinträchtigungen des Medikaments auf die Verkehrstüchtigkeit Bescheid zu wissen. Das auf der Medikamentenschachtel aufgedruckte Warndreieck mit Rufzeichen ist nur 24 Prozent der Befragten bekannt.

Welche Medikamente beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit?

Vosicht bei Medikamenteneinnahme! © KFV
Vosicht bei Medikamenteneinnahme!© KFV
  • Sogar gewöhnliche Schmerzmittel oder Mittel gegen Fieber oder Entzündungen können schnell müde machen, stärkere Präparate machen fahruntüchtig.
  • Auch auf Beruhigungs- und Allergiemittel reagiert der Körper mit Müdigkeit. Diese niemals mit Aufputschmittel bekämpfen - sie wirken enthemmend und fördern die Gleichgültigkeit.
  • Manche Präparate gegen Bluthochdruck oder Brechreiz, Augentropfen mit Wirkung auf die Pupille wirken sich ebenfalls negativ auf die Fahrtüchtigkeit aus.
  • Vor allem Psychopharmaka wie Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder starke Präparate gegen Schmerzen und Fieber können die Konzentrationsfähigkeit massiv beeinflussen. 

Fahren wie mit 0,5 Promille

Besonders kritisch sind die Auswirkungen von Medikamenten mit einer mehrstündigen Wirkdauer auf die Fahrtauglichkeit. Dazu zählen vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel, die seit einigen Jahren immer häufiger bei Schlafstörungen verordnet werden. Tückisch ist hier der sogenannte Hangover-Effekt: Manche Präparate haben noch 16 Stunden nach der Einnahme eine Wirkung, die 0,5 bis 0,8 Promille Blutalkohol entspricht. In der Dunkelzifferstudie des KFV gaben jedoch 73 Prozent der Autofahrer an, dass sie sich bereits innerhalb von acht Stunden nach der Einnahme eines Medikaments wieder ans Steuer setzen würden, 29 Prozent würden sogar unmittelbar danach ein Fahrzeug lenken.

5 Punkte - Checkliste vor Inbetriebnahme eines Fahrzeugs

  • Fühle ich mich fit?
  • Habe ich Medikamente genommen?
  • Bin ich mir sicher, dass diese die Fahrtüchtigkeit nicht beeinflussen?
  • Gibt es heute ausnahmsweise eine Alternative zum Auto?
  • Sollte ich noch einen Arzt oder Apotheker um Rat bitten?

(Quelle: KFV) 

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