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850 Wohnungen: Familien „erobern“ Reininghaus

16.02.2018
Alle Beteiligten am Wettbewerb und die Verantwortlichen für die Entwicklung des Stadtteils Reininghaus präsentierten mit Stolz am großen Modell, wo künftig 850 Familien in Reininghaus wohnen werden. © Stadt Graz/Fischer
Alle Beteiligten am Wettbewerb und die Verantwortlichen für die Entwicklung des Stadtteils Reininghaus präsentierten mit Stolz am großen Modell, wo künftig 850 Familien in Reininghaus wohnen werden.© Stadt Graz/Fischer

Über 110 Millionen Euro investiert die ÖWH Wohnbau in 850 Wohnungen im Herzen von Reininghaus. Dort sollen vor allem Familien einziehen.

                                                                                                                                

Die Besiedlung des neues Stadtteils Reininghaus im Grazer Westen rückt näher: In den zentralen Quartieren 6 und 6a entlang der Grünachse plant der gemeinnützige Wohnbauträger ÖWG Wohnbau mit einer Gesamtinvestition von mehr als 110 Millionen Euro die Errichtung von rund 850 Wohnungen. Der Baustart ist noch für heuer geplant. Die beiden Architekturwettbewerbe mit 35 beziehungsweise 30 Beteiligten wurden „Beute" zweier Grazer Büros: Der Siegerentwurf für das Quartier 6-Süd stammt von Architekt DI Michael Regner, jener fürs Quartier 6a-Süd von der KFR ZT GesmbH mit Architekt DI Rudi Raß.

Nagl: „Wohnen des 21. Jahrhunderts“

Im Quartier 6-Süd werden mehr als 500 Wohnungen entstehen. © Architekturbüro Regner
Im Quartier 6-Süd werden mehr als 500 Wohnungen entstehen.© Architekturbüro Regner

Für Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl ist Reininghaus das Sinnbild für städtisches Wohnen im 21. Jahrhundert, wie er heute Mittag bei der Präsentation der Siegerentwürfe im Rathaus betonte: „Dieses Großprojekt ist ein wichtiger Schritt, mit dem eine Industriebrache langsam, aber sicher mit Leben befüllt wird. Man kann die neue Silhouette des neuen Graz hier schon gut vorhersehen!" Der neue Stadtteil sei anders angelegt als die Altstadt - vor allem aber gelte es auch vor Vornherein Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, als man in manchen Bezirken die Errichtung ausreichenden Grünraums für die Bevölkerung vergessen habe - was man jetzt teuer und kompliziert zu reparieren versuche.

ÖWG: „In Reininghaus entsteht Einmaliges!“

Auch Vorstandsdirektor Mag. Christian Krainer und DI Hans Schaffer von der Bereichsleitung der Technik der ÖWG Wohnbau gerieten geradezu ins Schwärmen, als sie ihr „Kind" vorstellten: „Da ist etwas Einmaliges im Entstehen, eine Grazer Neustadt, gespiegelt an der Achse der Altstadt", freute sich Krainer. Er wies darauf hin, dass man in gemeinsamer Arbeit mit der Stadt Graz Tempo aufgenommen habe und die Umsetzung schneller in Angriff nehmen könne als ursprünglich gedacht. Mit den 110 Millionen Euro Investition löse die ÖWG zudem ein Vielfaches an Folgeinvestitionen und somit an Wertschöpfung und Sicherung von Arbeitsplätzen aus. Schaffer sprach von einer Mammutaufgabe, zwei so große Architekturwettbewerbe auf einmal zu bewältigen. Die würdigen Siegerentwürfe unterstützten das Bestreben, Familien ins Herz von Reininghaus zu bringen: Wohnungsgrößen von 35 bis rund 100 Quadratmeter und leistbare Kosten sollten für eine soziale Durchmischung sorgen. Die begrenzte Anzahl an Kfz-Stellplätzen wollen man durch großzügige Fahrradabstellplätze sowie kurze Wege zum Öffentlichen Verkehr mehr als nur ausgleichen.

Werle und Inninger: „Gut geplant ist halb gebaut“

Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle betonte, dass der vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Rahmenplan Reininghaus die Richtung vorgebe, durch die Wettbewerbe jedoch eine qualitätsvolle Unterbringung der künftigen BewohnerInnen trotz der nötigen urbanen Dichte gesichert werde. „Gut geplant ist halb gebaut", wies er auf den Wert von Wettbewerben hin. Der neue Stadtteil werde barrierefrei und als „Stadt der kurzen Wege" für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens ausgeführt sein. Stadtplanungsamtsvorstand DI Bernhard Inninger sieht als wesentliche Merkmale der beiden Siegerprojekte deren gute Einbindung in den gesamten Stadtteil Reininghaus an: „Sie fügen sich perfekt an die benachbarten Quartiere und an die großzügigen Freiflächen im gesamten Gebiet an!" Dass auch mit der Straßenbahn das beliebteste und leistungsfähigste öffentliche Verkehrsmittel bereits den ersten „Neuankömmlingen" in Reininghaus zur Verfügung stehen wird, steigert die Attraktivität des neuen Stadtteils noch weiter.

Knapp 350 und über 500 Wohnungen in den Quartieren

Großzügiger Grünraum soll die beiden Quartiere prägen. © kfr.at
Großzügiger Grünraum soll die beiden Quartiere prägen.© kfr.at

Die konkrete Vorstellung der beiden Quartiere 6-Süd und 6a-Süd übernahmen die beiden siegreichen Architekten DI Michael Regner und Rudi Raß von KFR ZT GesmbH. Im Quartier 6a sollen laut Raß noch heuer die Bagger auffahren, der aus neun Häusern mit ein bis zu acht Geschoßen Höhe bestehende Komplex soll in vier Abschnitten bis 2022 fertig sein. Großzügige Öffnungen zwischen den einzelnen Häusern sollen die Grünflächen erlebbar machen. Im Quartier 6-Süd ist der Baubeginn laut Regner 2022 geplant, die mehr als 500 Wohneinheiten sollen nach sechs bis acht Bauabschnitten bis spätestens 2028 bezogen sein. Architekt DI Gerhard Sailer vom Grazer Beirat für Baukultur, der einmal als Vorsitzender und einmal als stellvertretender Vorsitzender des Preisgerichts an den Wettbewerben beteiligt gewesen war, mahnte die entsprechende Umsetzung der qualitativ hochwertigen Siegerentwürfe ein: „Die Projekte bieten Architektur mit viel Begegnungspotenzial für die künftigen BewohnerInnen - da darf nichts aus Kostengründen weggelassen werden, unter dem die Alltagstauglichkeit leiden könnte!"

Wolfgang Maget

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