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Thema des Monats – März 2018

Denk daran: Schaff Vorrat an!

01.03.2018
Mit einem durchdacht gefüllten Vorratsschrank kann man Versorgungsengpässe gut überstehen.  © Foto: Zivilschutzverband Steiermark
Mit einem durchdacht gefüllten Vorratsschrank kann man Versorgungsengpässe gut überstehen. © Foto: Zivilschutzverband Steiermark

Eine ungünstige Großwetterlage bringt Graz - wie gerade gehabt - einen Berg Schnee. Sie können vier Tage nicht aus dem Haus. Oder: Ein Sturm zerstört die Stromleitung in Ihrer Straße. Sie sind drei Tage ohne Elektrizität. Oder: Sie müssen mit Gipshaxn die Wohnung hüten und können nicht einkaufen gehen. Oder: Ein europaweiter Stromausfall bringt das öffentliche Leben zum Erliegen. Alle Geschäfte sind geschlossen, Sie können nichts einkaufen. Was passiert? Ihnen gehen die Lebensmittel aus. Die täglich notwendigen Medikamente. Die Brei-Gläschen für Ihr Baby. Die Kerzen. Die Batterien in der Taschenlampe sind ohnehin längst leer.

Es gibt viele Gründe, warum die Lebensmittelversorgung ausfallen kann - da ist es wichtig, auf Vorräte zurückgreifen zu können. Natürlich setzt die öffentliche Hand im Krisenfall alles daran, die Bevölkerung zu unterstützen. Aber: Eine komplette Versorgung ist unmöglich. Umso wichtiger ist es, dass jeder Haushalt selbst vorsorgt und sich einen Vorrat an den lebensnotwendigen Dingen - Lebensmittel, Wasser, aber auch Medikamente - zulegt. Der Idealfall wäre, zwei Wochen ohne Nachschub auszukommen. Für eine Woche sollte man auf jeden Fall vorgesorgt haben.

Als Bezirksstelle Graz des Zivilschutzverbandes Steiermark legt das städtische Sicherheitsmanagement im Jahr 2018 seinen Informationsschwerpunkt auf das Thema „Bevorraten. Der krisenfeste Haushalt". Informationen finden Sie auf der Homepage des Sicherheitsmanagements unter www.sicherheit.graz.at. Ab April wird auch eine handliche Info-Karte zum „Bevorraten" beim Portier des Amtshauses, des Rathauses und bei den Servicestellen der Stadt Graz aufliegen.

Ohne Wasser geht es nicht

Es gibt zwei Möglichkeiten der Bevorratung: Sie brauchen die eingelagerten Lebensmittel regelmäßig auf und kaufen sie neu. Diese Maßnahme kostet nichts zusätzlich, sie ziehen die Einkäufe ja nur vor.

Oder Sie legen einen speziellen Katastrophenschutzvorrat an, den Sie kühl, trocken, dunkel  und vor Ungeziefer geschützt verstauen und einmal im Jahr überprüfen.

Das Wichtigste am Vorrat ist Wasser. Ohne Essen können wir mindestens drei Wochen überleben, ohne Wasser nur drei bis fünf Tage. Der Mensch sollte täglich mindestens 1,5 Liter Wasser trinken, also sollten im Notvorrat auch 14 1,5-(besser 2-)Liter-Trinkwasser pro Person gelagert sein. Wasser braucht man aber auch zum Kochen, Abwaschen, Wäsche waschen, Körperhygiene, für die Toilette, deshalb sollte man mindestens 0,5 Liter pro Person und Tag zuschlagen. Obwohl Graz über ein sehr gutes und weitgehend krisenfestes Wasserversorgungsnetz verfügt, sollte man doch auch an einen Vorrat an Wasser denken!

Tipp für den Notfall: Die Badewanne randvoll füllen, und Wasser in allen größeren Behältern wie Eimern, Töpfen, Kanistern sammeln,  damit Sie ein Wasserreservoir haben! Mit Entkeimungsmitteln kann man Wasser länger haltbar machen (erhältlich z. B. im Campinghandel).

Lagern Sie nur ein, was Ihnen schmeckt

Stellen Sie die Lebensmittel nach Ihrem Geschmack und Ihren Kochmöglichkeiten zusammen. Denken Sie beim Einkaufen daran, was Sie alles für eine Woche Campingurlaub mitnehmen würden - genau diese Lebensmittel lagern Sie ein. ACHTUNG! Passen Sie Ihren Vorrat an Ihren persönlichen Geschmack an und kaufen Sie nur Lebensmittel, die Sie sonst auch essen. Wenn Sie kein Gemüse aus der Konserve mögen, dann kaufen Sie es nicht ein. Die Nahrungsmittel sollten hochwertig, lang haltbar, kalorienreich und gesund sein. Babys, Kleinkinder, kranke oder alte Menschen, Diabetiker oder Allergiker brauchen oft eine eigene Kost. Und auch Ihr Haustier hat Hunger, also ebenfalls für Hund und Katze vorsorgen!

Achten Sie darauf, dass Ihre Nahrungsmittel ungekühlt länger haltbar sind und kalt gegessen werden können, sollte es einen Stromausfall geben und Sie nicht kochen können. Für solche Fälle empfiehlt der Zivilschutzverband, vorsorglich einen kleinen Campingkocher zu kaufen. Den gibt es in jedem Baumarkt und er ist auch nicht teuer.

Männer haben pro Tag einen durchschnittlichen Energiebedarf von 2.500 Kalorien, Frauen von 2.000 Kalorien. Welchen Vorrat Sie für 14 Tage haben sollten, lesen Sie in der untenstehenden Tabelle.  

Im Krisenfall ist man für jede Information dankbar. Da bei einem Stromausfall Fernsehen und Internet ausfallen, sollte man ein batteriebetriebenes Radio besitzen (plus passende Reservebatterien). Es gibt auch Kurbelradios mit USB-Anschluss zum Aufladen von Handys.

Nehmen Sie das Thema Selbstvorsorge und Bevorratung ernst und besprechen Sie es mit Ihrer Familie!

Vorschlag für den Vorrat für 1 Person für 2 Wochen

Lebensmittel
je 1 Kilo

Mehl/Grieß, Brot (vakuumverpackt), Kartoffeln, Zucker, Suppen (Dosen/Packung)

je ½ Kilo

Reis, Teigwaren, Haferflocken, Zwieback, Knäckebrot, Vollkornbrot, Hartkäse, Streichkäse, Corned Beef, Geräuchertes/Speck, Gemüsekonserven (3 x ½ kg; z. B. Bohnen, Erbsen, Essiggurken, Mais), Salate im Glas (2 x ½ kg), Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte, Obstkonserven (2 x ½ kg; Ananas, Mandarinen,  Pfirsich, Kirschen), Marmelade/Honig, Brotaufstriche, Tee/Kaffee/Kakao

je ¼ Kilo

Dauerwurst, Fischkonserven, Butter/Margarine, Essig

Weiters 2 Liter Haltbarmilch, ½ Liter Speiseöl, 1 Packung Nüsse, 1 Packung Kartoffelpüree, Gewürze, 10 Stück Eier, Süßstoff, Schokolade, Salz, Kakao, Hartkekse, Fertiggerichte in der Dose (Ravioli, Gulaschsuppe etc.), Rosinen, Nüsse, Einwegbesteck und -geschirr (falls man kein Wasser zum Abwaschen hat)
Nach Bedarf

Babynahrung, Diätverpflegung, Tiernahrung, Allergikerkost

Getränke

Mindestens 14 Liter Mineralwasser, 7 Liter Frucht-/Gemüsesäfte

Hygiene

Toilettenpapier, Binden/Tampons, Babywindeln, Seife, Zahnpasta, Feuchttücher, Desinfektionsmittel, Taschentücher, Küchenrollen

Und sonst noch

Batterien, Kerzen, Zündhölzer/Feuerzeuge, Müllsäcke, Wegwerfhandschuhe, Taschenlampe, energieunabhängige Lampe (z. B. Kurbellampe), batteriebetriebenes Radio, stromunabhängige Kochgelegenheit wie Gaskocher oder Notstromaggregat mit Treibstoff, Gartengriller (plus Grillkohle - sie eignet sich, um Wasser zu filtern), Bargeld in kleinen Scheinen, Campingkocher, Spirituskocher mit Brennmaterial

Persönliche
Dokumente

Eine Mappe mit allen wichtigen persönlichen Dokumenten sollte griffbereit sein.

Gesundheit

Hausapotheke mit allen wichtigen persönlichen Medikamenten, schmerz- und fiebersenkenden Mitteln, Erkältungsmittel, Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Verbandszeug

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