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Olympiabewerbung: BürgerInnen-Information in der Stadthalle

13.03.2018
Rund 300 Interessierte waren zur BürgerInnen-Informationsveranstaltung in die Stadthalle gekommen. © Stadt Graz/FischerAm Podium: Jürgen Winter (Bgm. Schladming), Bgm.-Stv. Mario Eustacchio, Bgm. Siegfried Nagl, Ex-Biathlet Christoph Sumann, Special-Olympics-GF Max Pichler (v. l.) © Stadt Graz/FischerDurch den Abend führte Wolf-Timo Köhler, Leiter des Referats BürgerInnenbeteiligung © Stadt Graz/FischerInteressierte stellten Fragen © Stadt Graz/Fischer © Stadt Graz/FischerAuch das mediale Interesse an der Veranstaltung war groß. © Stadt Graz/Fischer

„Wir haben beschlossen, für die olympische Idee zu kämpfen. Für Graz, für die Steiermark, für Österreich." Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl die BürgerInnen-Infoveranstaltung zu Austria 2026, die gestern Abend, dem 12. März 2018, über die Bühne ging. Rund 300 Interessierte waren in die Stadthalle gekommen, um sich selbst ein Bild darüber zu machen, warum Graz gemeinsam mit steirischen Regionen und Nachbarn die Olympischen Winterspiele an Land ziehen möchte.

Nagl: Graz kann weltweit aufzeigen

„Eine große Chance!", wie das Stadtoberhaupt betonte. Denn: „Nach Innsbruck 1976 hat es Österreich 50 Jahre lang nicht mehr geschafft, zum Zug zu kommen. Wenn wir es diesmal nicht schaffen, werden wir wahrscheinlich für die nächsten 15 Jahre keine Winterspiele mehr zusammenbringen. Es ist eine große Chance für unsere Stadt, das erste Mal weltweit aufzeigen zu können." Die Special Olympics 2017 in Graz, Schladming und Ramsau mit 2.800 AthletInnen hätten bewiesen, dass man in der Lage sei, Spiele in dieser Größenordnung (rund 3.500 SportlerInnen wären es bei den Olympischen Winterspielen) zu „stemmen". Und mit dem Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter habe man einen kongenialen Partner. „Es ist wieder dieser unbeschreibliche Spirit zu spüren! Ja, wir packen das!" Das Internationale Olympische Komitee IOC habe sich darauf verständigt, dass die Olympischen Spiele wieder anders stattfinden sollen - weg von allem Gigantomanie, dort, wo der Wintersport zu Hause ist. Spiele, bei denen wieder die SportlerInnen und der faire Wettkampf im Mittelpunkt stehen. Und genau das könne Graz mit den steirischen Regionen und Nachbarn erfüllen. „Wenn der Gemeinderat übermorgen Donnerstag der Absichtserklärung zustimmt und der Letter of Intent unterschrieben ist, geht es darum, seriös zu planen und eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Und: „Wir werden keine Infrastruktur errichten, die nicht gebraucht oder nachher nicht genutzt wird!", betonte Nagl.

Eustacchio: Olympia ist Riesenmotivation

Bürgermeister-Stellvertreter Mag. (FH) Mario Eustacchio erläuterte den Stellenwert des Wintersports in Graz mit Schwerpunkt auf den Jugendsport. Die Förderung des Breitensports sei ein Schwerpunkt in der Stadt Graz. Die Summe von rund drei Millionen Euro solle künftig auf vier erhöht werden. Und dennoch: „Obwohl Sport ein wichtiger Faktor in der Freizeitgestaltung ist, ist es erschreckend, dass sich heute nur mehr ein Fünftel der 11- bis 15-Jährigen ausreichend bewegt", zeigte Eustacchio auf. Ein Leuchtturmprojekt wie die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026 sei eine Chance, junge Menschen wieder zum Sport zu bringen. „Sport und Bewegung sind wichtige Bestandteile des Lebens. Olympia ist eine Riesenmotivation!"

Winter: Nachhaltigkeit im Vordergrund

Der Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter hat bereits Erfahrungen mit Sportgroßveranstaltungen. So wurde hier z. B. die Alpine Ski WM 2013 ausgetragen. Dabei sei die Nachhaltigkeit im Vordergrund gestanden. Egal, ob barrierefreier Bahnhof, Kreuzungsausbau oder der Ausbau des Breitband-Internet - bei all den erforderlichen Maßnahmen habe man darauf geachtet, bereits bestehende Infrastruktur anzupassen, in die Zukunft zu investieren. Winter sieht die Zeit reif für Austria 2026: „Lassen Sie uns die Chance ergreifen, Großes zu vollbringen!"

Pichler: Olympia da, wo der Sport zu Hause ist

Auch Max Pichler, Geschäftsführer der Special Olympics 2017, möchte mit der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026 die Bedeutung des Sports wieder in die Köpfe der Menschen bringen. Aber: „Wenn das IOC Olympia so denkt wie bisher, ist es für mich keine Option. Bei Sotschi oder Pyeongchang fragt man sich: Wo ist hier der Wintersport zu Hause? Wir aber sind eine Wintersportnation, wir können auf nachhaltige Infrastruktur zurückgreifen, die es vorher gegeben hat und auch nachher geben wird. Und auch temporäre Bauten (Tribünen, Eisflächen), sind mit moderner Technik möglich." Die Ski WM-Region Schladming (Ski alpin und olympisches Dorf II), Kreischberg (Ski Freestyle und Snowboard alpin), Hochfilzen (Biathlon) Bischofshofen (Skispringen), Ramsau (Langlaufen, Nordische Kombination) und Wien/Linz/Klagenfurt (Eishockey): „Olympia soll dort hin, wo der Sport zu Hause ist. Und dafür gehen wir auch über die Grenzen." Nämlich nach Schönau am Königssee (Bob, Rodeln, Skeleton) und nach Inzell (Eisschnelllauf). Denn: „Es gibt keine Region auf der Welt, die alle Sportstätten an einem Ort braucht." Insgesamt wären alle Sportstätten in einem Radius von maximal 250 km von der Host City Graz angesiedelt. In Graz als Host City sei das TV- und Pressezentrum angesiedelt, hier gebe es die Eröffnungs- und Schlussfeier, das olympische Dorf I, aber auch Eiskunstlauf, Curling, Short Track und das Eishockey-Finale. Pichler erklärte den BesucherInnen auch die Timeline: Bis Juni muss die Machbarkeitsstudie fertig sein, im Oktober entscheidet sich, ob Graz schließlich ein eine Candidate City ist oder nicht, nach der Nominierung wird der Candidate-City-Prozess eingeleitet, bis im Herbst 2019 die Olympischen Winterspiele in Mailand vergeben werden.

Sumann: Motivation Olympia

„Es gibt nichts Größeres für einen Sportler als die olympischen Spiele", weiß Ex-Biathlet Christoph Sumann, dreifacher Olympia-Medaillengewinner und Vertreter der Athletenkommission im Österreichischen Olympischen Komitee. Es habe sich gezeigt, dass die SportlerInnen jener Länder, in denen Olympia stattfand, immer Großartiges geschafft und viele Medaillen „gerissen" hätten, erzählte Sumann. „Wir haben die Infrastruktur und wir wissen, wie es funktioniert. Und wir haben Naturschnee - das ist nicht unwesentlich für den Wintersport!"

Frageblock

Im Anschluss an die Referenten hatten die BürgerInnen die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Hier ein Auszug: „Wird es weitere Möglichkeiten geben, über Olympia öffentlich zu diskutieren?" (Nagl: „Ich glaube nicht, dass das die einzige Veranstaltung sein wird.") „Warum gibt es keine Volksbefragung?" (Nagl: „Wenn 10.000 Unterschriften gegen die Bewerbung zustande kommen, gilt natürlich das Volksrechtegesetz und es wird eine Befragung geben." „Was tun Sie, um den Wintersport leistbarer zu machen?" (Pichler: „Wintersport ist nicht nur Skifahren, sondern auch Rodeln, Langlaufen, Eislaufen ... Diese Sportarten kosten kaum Geld. Es braucht in der Gesellschaft einen Motor, den Sport voranzutreiben, denn die Zahlen gehen nach unten. Um Menschen zu motivieren braucht es Leuchttürme wie Olympia.") Plattform für weiter Fragen: www.facebook.com/austria2026

Die gesamte Veranstaltung live: www.facebook.com/buergermeistergraz

Ulrike Lessing-Weihrauch

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