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Luftqualität in Graz hat sich verbessert

Studie wurde der Öffentlichkeit präsentiert

17.05.2018

Deutliche Verbesserung kennbar

Bürgermeister Siegfried Nagl (l.) und Landesrat Anton Lang präsentierten heute die Luftgütestudie. © Land Steiermark/Strasser
Bürgermeister Siegfried Nagl (l.) und Landesrat Anton Lang präsentierten heute die Luftgütestudie.© Land Steiermark/Strasser

Bürgermeister Siegfried Nagl und Verkehrslandesrat Anton Lang, der auch für das Umweltressort verantwortlich ist, präsentierten heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz eine von zwei TU-Graz-Instituten und dem Umweltbundesamt erstellte Studie. Inhalt: die Auswirkungen von verkehrswirksamen Maßnahmen auf die Luftqualität im Großraum Graz.

Fazit: Die Luftqualität hat sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich verbessert. Demnach wird es weder zur Einführung eines autofreien Tages noch einer City-Maut kommen. Vielmehr sollen der Ausbau der Öffis und des Radwegenetzes sowie die Bewusstseinsbildung forciert werden.

Konkrete Maßnahmen unter die Lupe genommen

Aufgrund eines im Gemeinderat der Stadt Graz am 16. Juni 2016 mehrheitlich angenommenen dringlichen Antrages wurde die „Stadt-Land-Arbeitsgruppe Umwelt" damit beauftragt, konkret definierte Maßnahmen zur Beschränkung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) im Detail zu untersuchen. Dies betrifft Modelle zur Einrichtung eines Innenstadt-Mautsystems (Roadpricing) sowie die Einführung eines verpflichtenden autofreien Tages. Es sollten damit klare Entscheidungsgrundlagen für die Politik betreffend Auswirkung und vor allem auch Realisierbarkeit möglicher Varianten geschaffen werden. Das Ergebnis liegt seit Ende April vor und wurde in der Abteilung 15 (Auftraggeber) geprüft.

Überschreitungstage gingen stark zurück

„Da die Studie auf Antrag des Grazer Gemeinderates in Auftrag gegeben wurde, war es für mich logisch, den Bürgermeister der Stadt Graz als Chef der Stadtregierung persönlich vorab über die Ergebnisse zu informieren und die Studie gemeinsam mit ihm der Öffentlichkeit im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zu präsentieren", so der Landesrat Lang einleitend. Er betonte: „Ich möchte die Gelegenheit nützen, um die Situation zur Luftgüte im Großraum Graz sachlich und faktenorientiert darzustellen. Ich bin davon überzeugt, dass sich dieses Thema nicht für eine polemische Diskussion eignet. Unsere Aufgabe als PolitikInnen ist es, auf Basis von fachlichen Empfehlungen gute Entscheidungen im Sinne der BürgerInnen zu treffen. Unsere Aufgabe ist es aber nicht, Panik zu schüren oder die Menschen durch Ankündigung von nicht im Detail untersuchten Maßnahmen zu verunsichern."

Bürgermeister Siegfried Nagl  bedankte sich für die Erstellung dieser sehr umfangreichen Bestandsaufnahme zur Luftgüte, da dieses Thema ja nur im Gleichklang mit den Umlandgemeinden, letztlich mit allen Gemeinden von Leibnitz bis Bruck sinnvoll bearbeiten lässt. Daher wird das Ergebnis der Studie auch Thema bei der nächsten Sitzung des „steirischen Zentralraums" sein. „Als ich 2003 zum Bürgermeister gewählt wurde, gab es noch 153 Überschreitungstage an der neuralgischen Messstelle in Graz Don Bosco. 2016 waren es 39, 2017 49 Überschreitungstage. Diese Entwicklung zeigt ganz deutlich, dass wir gute Arbeit leisten."

 

Umstieg auf die Öffis leicht gemacht, Nahversorgung erhöht

Die günstige Jahreskarte der Holding Linien spiele bei der Verbesserung der Luftgüte sicher ein wichtige Rolle: „Ich kann mich noch gut an die gerümpften Nasen erinnern, als ich die Reduktion des Preises der Jahreskarte unserer Holding Linien zur Beschlussfassung vorlegte. Heute wissen wir, dass sich die Zahl mit einer Steigerung von 12.000 auf fast 40.000 BesitzerInnen mehr als verdreifacht hat. Mit 247 Euro pro Jahr sind wir auch im Benchmark unschlagbar", freut sich der Bürgermeister.

Investition in den Ausbau des Radwegenetzes, die immerhin zwei Millionen Euro jährlich ausmachen (gemeinsam mit dem Land), aber auch die bewusste Verbesserung der Nahversorgung - 85 Prozent der GrazerInnen finden einen Lebensmittelhändler innerhalb von 300 Metern rund um ihren Wohnort, tragen nachhaltig zur Verbesserung der Luftgüte bei!  

Energie- und Fernwärmebereitstellung

"Vor allem aber bei der Energie- und Fernwärmebereitstellung hat man in Graz wirklich ganze Arbeit geleistet und eine echte Wende einleiten können. Die Abwärmenutzung durch die Leitung zu Sapi steht. Der neue Stadtteil Reininghaus wird ebenfalls durch die Abwärmenutzung der Marienhütte beheizt und  durch die Nutzung des Marienhüttenturmes des sogenannten "Power Towers" mit Photovoltai-Panelen ergänzt. Solar Helios, eine Solaranlage, die im Endausbau 10.000m² umfassen wird, ist mit dem Modul 1, 2.500 mm² seit letztem Winter in  Betrieb. Ein druckloser Wasserspeicher  mit 2.500m³ ist das Herzstück. Das Projekt wurde bereits mit dem "Energy Globe Styria Award 2018" ausgezeichnet. Smart City Mitte wird mit lokaler Geothermie, bzw. Solarpanelen sowohl beheizt als auch gekühlt. Das gleiche Modell finden wir beim Campus Eggenberg. Mit dem Umbau des Klärwerkes wird in Zukunft auch der Kläranlage zur Energiegewinnung nutzen", zählte Nagl Erfolgsbeispiele, die zur Verbesserung der Luftgüte in der Stadt beitragen, auf.

Einige Leuchtturmprojekte in Überblick

  • Ausbau der Fernwärme in Graz mit über 1.000 Neuanschlüssen seit 2010, Inbetriebnahme der Abwärmenutzung bei Sappi Gratkorn
  • Attraktivierung des Nahverkehrs im ÖBB-Schienennetz durch den Ausbau von Bahnstationen und der Schaffung eines Nahverkehrsknotens in Raaba im Rahmen des „110 Mio.-Euro-Steiermarkpaketes"
  • Einführung eines permanenten IG-L-100ers zwischen Graz-Ost und Graz-West
  • Erhöhung der Förderungen für Solarwärme
  • Einführung einer Förderung für hocheffiziente Wärmepumpen sowie - ganz neu - eine Förderung für den Tausch alter Heizkessel mit bis zu 5.000 Euro
  • Förderung für Elektromobilität und multimodale Verkehrsknoten
  • Förderung für E-Taxis, Hybrid- und Erdgastaxis und für den vorzeitigen Ankauf von EURO 6 LKW
  • Förderung von Mikro-ÖV-Lösungen mit 1,5 Mio. Euro pro Jahr
  • Die erfolgreiche Aktion „Stundenticket = Tagesticket" unter dem Titel „Meine Luft - Reine Luft" zur Bewusstseinsbildung und Erhöhung des ÖV-Anteils. Mit dem „Einstiegsticket" wurde im vergangenen Winter erstmals eine besonders vergünstigte 3-Monatskarte angeboten die von rund 4.000 SteirerInnen genutzt wurde

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Ihre Kommentare (3)

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  • Albert H. Kamm,  03.06.2018, 12:32
    Feinstaubfiltration durch Fahrzeuge
    Durch den Einbau von Feinstaubfilter in Automobile und die Installation von Filtersäulen, wird das Problem in den Städten und Ballungsräumen gelöst werden können. Wir fangen in Stuttgart damit an.
  • Hannes Derlinger,  24.05.2018, 13:51
    Geldverschwendung
    Wozu wurden 140.000 Euro für eine wissenschaftliche Studie ausgegeben, wenn das Ergebnis gleichgültig ist?
  • Harald Eff,  20.05.2018, 14:41
    Studie TU Graz/ Umweltbundesamt
    die Studie von TU Graz und Umweltbundesamt kommt zur klaren Empfehlung zur Einführung einer Citymaut:

    "Insgesamt wird, vorbehaltlich der Ergebnisse einer etwaigen Analyse wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Auswirkungen, die Einhebung einer Citymaut im bestehenden Sanierungsgebiet „Großraum Graz“ empfohlen."

    Ihr, dieses Portal, die Stadtregierung, der Bürgermeister, erwähnt das wider bessern Wissens mit keinem Wort, mit keiner Zeile.

    Habt ihr keinen Funken von Anstand und Redlichkeit, keine Ehrgefühl und Wahrheitsanspruch,

    dass ihr die Leute mit massiven Überschreitungen von Feinstaub und Stickoxiden alleine lässt und auch noch über das Ergebnis, den Empfehlungen der selber in Auftrag gegebenen Studie hinters Licht führt?