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Erstmals Geld vom Bund für Grazer Öffi-Ausbau

Verkehrsminister Hofer sagt Nagl und Eustacchio 10-Jahres-Förderung zu

20.06.2018
Eine kräftige Finanzspritze aus Wien winkt dem Grazer Öffentlichen Verkehr ab 2020. © kk
Eine kräftige Finanzspritze aus Wien winkt dem Grazer Öffentlichen Verkehr ab 2020.© kk

Diese Reise hat sich gelohnt: Bürgermeister Siegfried Nagl und Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio waren gestern zu Gesprächen bei Verkehrsminister Norbert Hofer in Wien. Zurückgekommen sind die Koalitionspartner mit einer erfreulichen Zusage des Infrastrukturzuständigen im Bund: Ab 2020 wird es umfassende Fördermittel für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Graz geben.

Wofür wird das Geld verwendet? Profitieren werden von diesem finanziellen Zuschuss eine neue Straßenbahnlinie bzw. die Verlängerung nach Reininghaus um 44,1 Millionen und in die Smart City um 22,4 Millionen Euro. Hiezu hat ja auch Verkehrslandesrat Anton Lang eine Förderung bereits zugesagt. Mit der Drittel-Finanzierung von Bund, Land und Stadt ist dieser Bereich nun auf Schiene. Darüber hinaus bekommen die Anschaffung von Wasserstoff- und E-Bussen sowie die geplante Stadtseilbahn mit der Finanzspritze aus Wien Rückenwind. Über das Seilbahnprojekt soll noch gesondert verhandelt werden, sobald die Detailplanungen vorliegen.

500 Millionen Euro für den Ausbau

Während Wien jährlich 78 Millionen Euro für U-Bahn-Ausbau erhält, fühlten sich die Landeshauptstädte in der Vergangenheit vernachlässigt. Das will der Minister ändern und neben Graz auch Linz, Salzburg und Innsbruck "unter die Arme greifen". Bundesminister Hofer wird dafür rund 50 Millionen Euro jährlich ab dem Jahr 2020 locker machen. Die Förderung für die vier Landeshauptstädte ist für 10 Jahre geplant, beträgt insgesamt 500 Millionen Euro und läuft bis zum Jahr 2030.
Für Bürgermeister Siegfried Nagl, der auch Vizepräsident des Österreichischen Städtebundes ist, eine höchst erfreuliche Nachricht: "Blau-Schwarz trifft Blau-Schwarz. Ich freue mich, dass wir mit Norbert Hofer einen Infrastrukturminister haben, der auch den Öffi-Ausbau jenseits der Wiener Stadtgrenze im Auge behält."

Die Förderungen können nur für CO2-freie Fahrzeuge, d.h. Elektro-, Wasserstoffbetriebene Verkehrsmittel abgeholt werden. Für Graz bedeutet das den Ausbau der Schiene und den schon geplanten Test mit Wasserstoff-Bussen sowie die Realisierung des Cable-Car, also der Seilbahn von Süden nach Norden.

Vizebürgermeister Mario Eustacchio betont: "Der Koalition ist es wichtig, im Sinne des Klimaschutzes, aber auch um NOx und Feinstaub zu reduzieren, ein möglichst effizientes Verkehrsangebot der Holding Linien zu erarbeiten. Ich danke dem Infrastrukturminister, dass er hier ein offenes Ohr gehabt hat."

Entlastung der Herrengasse

Die Öffi-Ausbaupläne für Graz umfassen auch die Entlastungsstrecke für die Herrengasse, welche über Jakominiplatz, Andreas-Hofer-Platz, Belgiergasse bis zur Annenstraße führen soll. Geschätzte Kosten dafür: 27 Millionen Euro. Die Umsetzung ist von 2021 bis 2023 geplant.

Auf der Strecke Hilmteich bis Mariatrost ist ein zweigleisiger Ausbau der Straßenbahnlinie 1 um 6,3 Millionen Euro vorgesehen. Auch der 5er wird zweigleisig - um 15,3 Millionen Euro.

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