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Jugendzentren-Offensive: Dieses ist der dritte Streich

Stadt Graz investiert zwei Millionen Euro in die urbane Jugendkultur.

25.06.2018

Vergangenen Freitag wurde die neu umgebaute Dietrichskeusch‘n an die Jugendlichen vor Ort übergeben. Das alte Gebäude des Jugendtreffpunkts Dietrichskeusch´n war sowohl aus bautechnischer Sicht wie auch mit seiner kleinräumigen Raumdefinition mit kleinen, abgetrennten Zimmern nicht mehr zeitgemäß. Mit Beschluss des Gemeinderates vom 22.10.2015 gab´s grünes Licht für die Neubauten der Jugendzentren Grünanger (Hausübergabe war am 4. Dezember 2017) und ECHO sowie die Generalsanierung des Jugendzentrums „Dietrichskeusch´n". Insgesamt investiert die Stadt Graz € 2.065.000,- in die drei neuen Jugendzentren.

„Mit dem Neubau von Jugendzentren setzt die Stadt Graz ein kräftiges Zeichen für die Zukunft der Grazer Jugendkultur. Die Jugendzentren sind wichtige Anziehungspunkte und Orte des MITEINANDERS und des positiven Austauschs. Deshalb investieren wir auch weiter in diesem Bereich. Wir wollen Räume für die Grazer Jugendlichen schaffen, die sie nicht nur nutzen, sondern auch selbst gestalten. Die Dietrichskeusch´n ist ein Best-Practice-Beispiel für diesen Weg", resümiert Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner.

 © Stadt Graz/Fischer © Stadt Graz/Fischer © Stadt Graz/Fischer © Stadt Graz/Fischer © Stadt Graz/Fischer

Dietrichskeusch'n: Die Entstehungsgeschichte

Die Jugendinitiative Jugendtreffpunkt Dietrichskeusch´n startete im Jahr 1982 und besteht seither als Jugendzentrum im Herzen der Stadt. Eine lange und abwechslungsreiche Geschichte verbindet an diesem Ort Vergangenheit und Zukunft. Was die Dietrichskeusch´n besonders macht, ist das starke Engagement ehemaliger Jugendzentrumsbesucher*innen. Viele arbeiten nach ihrer Jugendzeit noch ehrenamtlich im Vorstand mit und junge Leute bringen sich als Konsulent*innen ein.

Die Dietrichskeusch´n war lange Zeit als Raum für Nachwuchsbands bekannt und zum 25-jährigen Jubiläum ertönten sogar rockige Klänge in der Kanalisation unter dem Dietrichsteinplatz. Seither hat sich vieles verändert. Ab sofort wird nicht mehr unter dem Platz gerockt - sondern die neue Dietrichskeusch´n erhält einen erstklassigen Bühnenraum, der jungen Künstlerinnen und Künstlern Heimstätte werden kann. Dabei ist nicht nur das Thema Musik im Fokus des Jugendteams - Lesungen, Slampoetry, Theater und noch vieles mehr kann in Zukunft in der Dietrichskeusch´n stattfinden. Neben dem starken kulturellen Engagement ist die politische und demokratische Auseinandersetzung ein Schwerpunkt. So hatten in der Vergangenheit Jugendliche vor Wahlgängen immer wieder die Möglichkeit, mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern der Grazer Parteien zu diskutieren. Aus dieser Tradition heraus hat sich ein weiteres Feld der Jugendarbeit in der Dietrichskeusch´n etabliert - seit 2018 betreut die Dietrichskeusch´n auch proAct, den Jugendgemeinderat der Stadt Graz und begleitet Jugendliche in der Projektvorbereitung und auch bei der Durchführung.

Der Umbau

Die Planung und Realisierung der Revitalisierung erfolgte durch Architekt DI Markus Katzenberger. Der Umbau wurde in bewährter Manier von der Stadt-Tochter GBG durchgeführt. Ziel war eine größtmögliche Öffnung der Räume, um Platz zu schaffen für das Jugendcafe, die Durchführung von kleineren Veranstaltungen sowie für Workshop-Räume, einen Musikcorner und eine Werkstatt. Insgesamt wurde auf die Modernisierung Wert gelegt unter Beibehaltung von Elementen der ursprünglichen Baustruktur. So konnte etwa die alte Stiege mit dem Rundbogen erhalten und in die Neugestaltung integriert werden.

Auch beim Umbau waren die Jugendlichen von Anfang an in die Planung miteinbezogen und arbeiteten an der Inneneinrichtung selbst mit, unterstützt von tag.werk, dem Beschäftigungs-projekt der Caritas. „Wir wollen Jugendliche ermutigen, sich selbst zu vertrauen. Hier können sie ihre Fähigkeiten und ihre Kreativität ausprobieren", beschreibt Ingrid Krammer, Abteilungsleiterin des Amtes für Jugend und Familie, eine wesentliche Aufgabe des neuen Jugendzentrums.

Orte, an denen Zukunft entstehen kann

Die neu geschaffenen Räumlichkeiten eröffnen vielfältige Möglichkeiten für Jugendliche, von gemütlicher Freizeit über Themenworkshops, Veranstaltungen, Mitarbeit bei Projekten bis hin zu Lernrunden. Für die Arbeit mit den Jugendlichen steht ein professionelles Team an JugendarbeiterInnen zur Verfügung. Markus Schabler, Referatsleiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit, weiß um die Bedeutung der konsumfreien Zone Jugendzentrum: „Man trifft sich einfach, um miteinander Zeit zu verbringen! Eine wachsende Stadt wie Graz lebt von einer vielfältigen Jugendszene. Und deren Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller brauchen vor allem eines: Orte, an denen Zukunft entstehen kann."

Zahlen, Daten, Fakten

Derzeit leben ca. 17.500 junge Menschen zwischen 14 und 19 Jahren in Graz. Etwa 7.000 Grazer Jugendliche kommen pro Jahr in die Jugendzentren, in Summe ergeben sich 74.913 Kontakte.

Michael Wildling

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