• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Thema des Monats – Juli 2018

Wandern – sicher und unfallfrei!

01.07.2018
Rund 1.500 Wanderunfälle passieren jährlich, etwa 100 mit tödlichen Folgen. Viele könnten durch gute Vorbereitung und richtige Einschätzung des eigenen Könnens vermieden werden. Wenn Sie sicher in den Bergen unterwegs sein wollen, beherzigen Sie bitte die folgenden Ratschläge! Denn nicht die Berge machen den Bergsport gefährlich, meistens bringen sich die Menschen selbst in gefährliche Situationen.
Wie schwierig ist die geplante Wandertour? Informieren Sie sich vorab! Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de 
Wie schwierig ist die geplante Wandertour? Informieren Sie sich vorab! Foto: Rainer Sturm/Pixelio.de
Müde? Machen Sie rechtzeitig Pausen - nicht jedes Mitglied der Wandergruppe wird getragen ... Foto: Adolf Riess/Pixelio.de 
Müde? Machen Sie rechtzeitig Pausen - nicht jedes Mitglied der Wandergruppe wird getragen ... Foto: Adolf Riess/Pixelio.de
Wanderstöcke entlasten beim Gehen, die Wasserflasche darf nie fehlen! Foto: Gabriele Strödel/Pixelio.de 
Wanderstöcke entlasten beim Gehen, die Wasserflasche darf nie fehlen! Foto: Gabriele Strödel/Pixelio.de

Die größten Gefahrenquellen

Stürzen, stolpern und ausrutschen (oft aufgrund von Erschöpfung und Überforderung) sind die häufigsten Unfallursachen beim Wandern, gefolgt von Herz-Kreislauf-Versagen. Gründe dafür sind: Die Tour wurde schlecht geplant, es wurden keine Informationen über das zu erwartende Wetter eingeholt. Es mangelt an richtiger Ausrüstung und Bekleidung. Das alpine Können und die eigene Leistungsfähigkeit und Kondition werden überschätzt. Um sich sicher in den Bergen zu bewegen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

Information und Kondition

Informieren Sie sich vorab in Wanderkarten, Tourenführern und im Internet über die Schwierigkeit der Route und die Gehzeit. Haben Sie und Ihre Wanderfreunde und -freundinnen (oder Kinder, die mitmarschieren) dafür die nötige Ausdauer und alpine Erfahrung? Trainieren soll man für, nicht während einer Bergtour. Das Tempo muss dem schwächsten Mitglied der Gruppe angepasst sein. Zu schnelles Gehen führt früh zu Ermüdung und Erschöpfung.

Informieren Sie Ihre Familie, Freunde, den Quartiergeber im Urlaub, den Hüttenwirt, wohin Ihre Route Sie führt und wann Sie spätestens zurück sein werden. Verlassen Sie gekennzeichnete Wege bzw. Ihre geplante Route nicht!

Ausrüstung

Gute Ausrüstung ist das Um und Auf: Knöchelhohe Schuhe mit rutschfesten Profilsohlen geben sicheren Halt. Funktionsbekleidung schützt vor Kälte oder Regen. Mehrere dünne Kleidungsschichten helfen, die Körpertemperatur gut zu regulieren. In den Bergen ist die ultraviolette Strahlung stärker, schützen Sie sich also mit Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung. Mit Wanderstöcken kann man die Belastung von Beinen und Armen gleichmäßiger verteilen und so die Bein- und Fußgelenke schonen. Eine kleine Apotheke mit Verbandszeug sollte ebenso immer im Rucksack sein wie eine Taschenlampe. Nehmen Sie Ihr Mobiltelefon mit - mit vollem Akku, bitte. Unter Alpinnotruf 140 erreichen Sie die Bergrettung.

Pausen

Machen Sie regelmäßig Pausen, essen und trinken Sie ausreichend (keinen Alkohol, er macht müde und leichtsinnig)! Die Gefahr der Dehydrierung wird oft unterschätzt und ist neben Unterkühlung die häufigste Ursache für einen Kreislaufkollaps.

Wetter

In den Bergen kann das Wetter rasch umschlagen. Seien Sie vertraut mit der Wetterprognose und nehmen Sie die richtige Ausrüstung mit (Regenjacke, warme Kleidung).

Wenn sich ein Gewitter ankündigt, verlassen Sie möglichst rasch exponierte Stellen wie Grate oder Gipfel und Klettersteige, die wie ein großer Blitzableiter sind. Meiden Sie als Zuflucht einzelne Bäume oder Gebäude ohne Blitzableiter (etwa Heustadln), Gipfelkreuze, Wegweiser, Seilbahnseile oder Bachläufe.
Wenn man dem Gewitter nicht entkommt, auf den Boden kauern (niemals hinlegen!), die Füße möglichst eng beieinander, und auf den Rucksack setzen. Mitglieder einer Gruppe sollten großzügig Abstand zueinander halten.

Grenzen erkennen

Falls Sie erkennen, dass die Tour doch zu schwierig ist oder sich das Wetter massiv verschlechtert: Kehren Sie um oder suchen Sie Schutz! Falscher Ehrgeiz hat in den Bergen keinen Platz.

Richtige Reaktion im Notfall

Wenn ein Unfall passiert ist, wählen Sie den Bergrettungsnotruf 140. Schildern Sie möglichst genau den Unfallort und das Geschehen - mit den „Fünf W" wer, was, wo, wie viele, wann? Folgen Sie den telefonischen Anweisungen der Bergrettung. Bleiben Sie am Unfallort, bis Hilfe eintrifft, verlassen Sie verletzte Personen nicht, um auf eigene Faust Hilfe zu holen. Schonen Sie Ihren Handy-Akku, telefonieren Sie sparsam. Schalten Sie die Rufumleitung zur Mobilbox aus, damit Sie für den Rettungsdienst erreichbar sind. Speichern Sie Notrufnummern ein! Falls Sie keinen Empfang am Berg haben: Handy ausschalten, wieder einschalten - dann können Sie einen Notruf absetzen.

Die Defi-App der Stadt Graz zeigt immer Ihren genauen Standort. Foto: Stadt Graz/Fischer 
Die Defi-App der Stadt Graz zeigt immer Ihren genauen Standort. Foto: Stadt Graz/Fischer

Defi-App installieren!

Installieren Sie auf Ihrem Smartphone die Defi-App des Grazer Sicherheitsmanagements (www.graz.at/defi-app). Die App hat eine Notruftaste, mit der Sie direkt den Rettungsnotruf anwählen können - und sie zeigt den Rettern Ihren genauen Standort, auch außerhalb von Graz!

Die wichtigsten Notrufnummern

140 Alpine Notfälle
112 Euro-Notruf
144 Rettung

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).

Zuständige Dienststelle

Wetterwarnung