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Pflege zuhause – leistbar

Das Grazer KlientInnentarfimodell für die mobilen Dienste

01.07.2018

Viele pflegebedürftige Menschen sind gesundheitlich durchaus in der Lage, in ihrer vertrauten Wohnumgebung zu bleiben, konnten sich aber bislang die mobilen Pflege- und Betreuungsdienste nicht leisten. "Das ändert sich mit 1. Juli", freut sich Pflegestadtrat Robert Krotzer. "Grazerinnen und Grazer, die mobile Pflegedienste in Anspruch nehmen, bleiben zumindest 885 Euro für die Miete und den Lebensalltag." Möglich wird das durch ein einzigartiges Modell der Zuzahlung durch die Stadt Graz zu Hauskrankenpflege, Pflegeassistenz und Heimhilfe.
graz.at beantwortet die häufigsten Fragen.

Ich brauche Hilfe bei Medikamenteneinnahme und Haushaltsführung, habe aber noch kein Pflegegeld. Wohin kann ich mich wenden?

Am besten ist es, sich direkt an den zuständigen Trägerverein der mobilen Dienste zu wenden. Die werden zu Ihnen nachhause kommen, um den Betreuungsbedarf zu erheben. Je nach Stadtbezirk, in dem Sie wohnen, ist entweder das Rote Kreuz, die Volkshilfe, der Sozialmedizinische Pflegedienst (SMP), das Hilfswerk oder die Caritas zuständig. Eine Übersicht finden Sie hier.

 

Entstehen mir Kosten für die Betreuung?

Die Kosten sind abhängig von Pflegegeld und Einkommen. Es verbleibt Ihnen in jedem Fall aber der Betrag der Richtsatzpension von derzeit 885 Euro. Das darüberhinausgehende Einkommen muss also für die Pflege verbraucht werden.


Ich bekomme etwa 1.300 Euro Pension. Bin ich auch anspruchsberechtigt?

Ja. Wenn die Kosten für die Betreuung durch die mobilen Dienste so hoch sind, dass Ihnen weniger als 885 Euro bleiben, bekommen Sie die Zuzahlung.

 
Ich beziehe kein Pflegegeld - bleibt mir dennoch der Betrag von 885 Euro zum Leben?

Auch wenn kein Pflegegeld vorhanden ist, können Sie die mobilen Dienste in Anspruch nehmen. Ihnen bleibt auch zumindest die Höhe der Mindestpension von 885 Euro. Dennoch sollten Sie bei der zuständigen Pensionskasse einen Antrag auf Pflegegeld stellen.

 
Ich habe eine 24-Stunden-Betreuung, gilt das Modell auch für diese Form der Betreuung?

Nein. Die Ausgleichszahlungen sind Kunden und Kundinnen der mobilen Dienste - Hauskrankenpflege, Pflegeassistenz und Heimhilfe - vorbehalten.

 
Ich habe bis jetzt keine mobilen Dienste in Anspruch genommen, weil ich sie mir nicht leisten konnte, da ich nur Mindestsicherung beziehe. Ich würde aber dringend Unterstützung im Haushalt brauchen, weil ich es alleine nicht mehr zu Hause schaffe.

Sie können jetzt Heimhilfen in Anspruch nehmen. Durch das neue Modell verbleiben Ihnen auf jeden Fall die 885 Euro.

 
Ich bin bereits in Betreuung der mobilen Dienste, aber mir bleiben nach Bezahlung der Rechnung weniger als 885 Euro zum Leben. Wo kann ich einen Antrag auf Zuzahlung stellen?

Es ist keine gesonderte Antragstellung notwendig! Die gesamte Verrechnung wird automatisch von Ihrem Betreuungsverein durchgeführt.


Ich wohne in Graz-Umgebung, gilt das System auch für mich?

Die Kosten gemäß Kliententarifmodell sind nun in der gesamten Steiermark gleich. Die Ausgleichszahlungen, damit Ihnen mindestens 885 Euro bleiben, gibt es allerdings ausschließlich in Graz.

Hanno Wisiak