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Volksschule Neuhart „verdoppelt“ sich

06.07.2018
Präsentieren das Siegermodell: v. l. Peter Reitmayr, Bertram Werle, Kurt Hohensinner, Ursula Pucher, Winfried Ranz und Thomas Heil. © Stadt Graz/Fischer
Präsentieren das Siegermodell: v. l. Peter Reitmayr, Bertram Werle, Kurt Hohensinner, Ursula Pucher, Winfried Ranz und Thomas Heil.© Stadt Graz/Fischer

Die Volksschule Neuhart platzt aus allen Nähten. Den Wettbewerb für die geplante Erweiterung holte sich unter 53 Teams das Grazer Büro dreiplus Architekten.

                                                                                                                                

„Aus 8 Klassen mach 16 - und auch rundherum mach alles größer und besser." So könnte man die Aufgabenstellung beschreiben, die sich den 53 teilnehmenden Architekturteams aus ganz Europa für die geplante Erweiterung der aus allen Nähten platzenden Volksschule Neuhart in der Kapellenstraße 100 stellte. Neben der Verdoppelung der Klassenanzahl auf 16 sollen der Bereich für die schulische Tagesbetreuung sowie Bibliothek, Medienraum, Gruppen- und Werkräume bzw. Arbeitsräume für die Lehrkräfte und eine verbesserte Infrastruktur des bestehenden Turnsaals umgesetzt werden. Dass auf Barrierefreiheit geachtet wird, versteht sich in der Stadt Graz mittlerweile von selbst. Ein neues Verkehrskonzept in der vielbefahrenen Kapellenstraße erleichterte die schwierige Aufgabenstellung für den Wettbewerb, der in einem EU-weit offenen, anonymen und zweistufigen Verfahren entscheiden wurde.

Heimsieg für Grazer Büro

Den für das Preisgericht besten Entwurf lieferte schließlich ein Grazer Büro: Dreiplus Architekten gewannen laut einstimmigem Juryentscheid gegen die starke Konkurrenz. Das Preisgericht lobte an dem Projekt vor allem die klare Strukturierung der Verbindung von Bestandsobjekt und Turnsaal. Dieser nach oben offene Innenhof bilde die räumliche Verbindung zum aufgesetzten kleineren Obergeschoß, das zwei sehr gut funktionierende Cluster und den Arbeitsraum für die Lehrkräfte beherberge. Weiter in der Begründung: „Von hoher architektonischer Qualität ist der zentrale Aula-Bereich, der eine Aufwertung des angrenzenden Bestandsclusters als Lernzone ermöglicht. Als äußere Erschließungen dienen der kompakte Zugangshof zwischen Altbau und Turnsaal sowie eine westlich des Turnsaals gelegene angemessene Wirtschaftserschließung".

Umsetzung bei laufendem Schulbetrieb bis Herbst 2021

Mit diesem Modell sicherten sich die dreiplus-Architekten den Wettbewerbssieg. © Stadt Graz/Fischer
Mit diesem Modell sicherten sich die dreiplus-Architekten den Wettbewerbssieg.© Stadt Graz/Fischer

Bei der Realisierung des Siegerprojekts kommt auf die GBG (Gebäude- und Baumanagement Graz GmbH) eine besonders knifflige Aufgabe zu - schließlich erfolgt die Erweiterung bei laufendem Unterrichtsbetrieb. Der Baustart ist für Ende 2019/Anfang 2020, die Baufertigstellung mit Beginn des Schuljahres 2021/22 vorgesehen. Die Gesamtkosten sind aus heutiger Sicht exklusive Umsatzsteuer mit rund 10 Millionen Euro veranschlagt.

Hohensinner: „dreiplus verdient Note Eins plus“

Für den zuständigen Stadtrat für Bildung und Integration, Kurt Hohensinner MBA, hat sich „das Büro dreiplus am heutigen Zeugnistag für seinen Entwurf die Note Eins plus verdient", wie er bei der Präsentation des Wettbewerbsergebnisses betonte. In der stark wachsenden Stadt Graz sei der Ausbau der Bildungseinrichtungen ein Gebot der Stunde, die Qualität werde durch Projekte wie das vorliegende gewährleistet.

Klare Bekenntnisse zum Wettbewerbswesen

Alle übrigen Beteiligten bekannten sich klar zum Wettbewerbswesen zur Sicherung der besten Ideen für Bildungseinrichtungen. Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle sieht darin nicht nur einen Beitrag zu der in Graz so wichtigen Baukultur, sondern auch finanzielle Vorteile: „Bei knappen Ressourcen muss man das Geld im Sinne der Effizienz für das beste Projekt einsetzen!" Preisgerichts-Vorsitzender Architekt DI Peter Reitmayr betonte die Wichtigkeit der Qualität anhand der langen Nutzungsdauer: „Immerhin wird dieser Schulbau rund 50 Jahre lang halten müssen!" DI Winfried Ranz von der Abteilung für Bildung und Integration hob den geplanten Schwerpunkt für Lese- und Sprachkompetenz in der Volksschule Neuhart hervor - dafür schaffe der Siegerentwurf beste Rahmenbedingungen. Und Wettbewerbssieger DI Thomas Heil von dreiplus Architekten ZT GmbH erläuterte das Modell, in dem das neue Gebäude als harmonische Weiterführung des zweigeschoßigen Bestands Platz für zusätzliche Nutzungen schaffe.

Alle Wettbewerbsbeiträge in Ausstellung

Sämtliche 53 eingebrachten Beiträge zum Architekturwettbewerb für die Volksschule Neuhart sind in einer Ausstellung zu sehen. Diese ist von Montag, 9., bis Freitag, 13. Juli, jeweils von 10 bis 14 Uhr im Untergeschoß des Bauamtsgebäudes, Europaplatz 20, Eingang Plasmazentrum, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Wolfgang Maget

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