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Thema des Monats - August 2018

Hitzeschutzplan Steiermark

Mit der nun beginnenden warmen Jahreszeit nähern sich auch wieder die Zeiten, in denen Hitze für gesundheitliche Probleme sorgen kann. Um solche Phasen bestmöglich bewältigen zu können wurde von der Landessanitätsdirektion ein Steirischer Hitzeschutzplan herausgegeben.

Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO

Der steirische Hitzeschutzplan 
Der steirische Hitzeschutzplan

Die WHO empfiehlt die Entwicklung von Strategien, Plänen und Maßnahmenbündel zum Zweck der bestmöglichen Einstellung der Bevölkerung auf Hitzebelastungstage und zum effektiven Handling von Aufgaben und Maßnahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) im Verlauf von Hitzewellenereignissen. Aus diesen Gründen wurde 2011 der Hitzeschutzplan Steiermark (HSPL) vorgestellt und 2015 aktualisiert.

Eine Studie des Wegener Zentrums für Klima und Globalen Wandel, in Auftrag gegeben vom Land Steiermark, kommt zu dem Ergebnis, dass eine weitere Temperaturzunahme in der Steiermark mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten wird. Die Obersteiermark ist bei Hitzewellen aufgrund der Alpen deutlich weniger betroffen als die Südoststeiermark und das Grazer Becken. 

Generell zeigt sich also, dass die Temperaturen und somit der Kühlbedarf in der Stadt Graz und der Südoststeiermark erheblich stärker als in der restlichen Steiermark zunehmen werden. Speziell für die Stadt Graz mit einer topographisch ungünstigen Beckenlage und Zunahme seiner Bevölkerung entsteht dadurch ein entsprechender Handlungsbedarf.

Und wenn eine Hitzewelle droht...

Ist die Hitzewelle nicht mehr weit, dann greift der Schutzplan. Einsatzorganisationen, Heime sowie Spitäler, aber auch Kindergärten und Schulen werden alarmiert. In den Folgetagen sollen Betroffene via Email über den weiteren Verlauf der Hitzewelle und über Gegenmaßnahmen informiert werden. Übertrieben? Laut einer EU-Studie gab es 2003 70.000 hitzebedingte Todesfälle...

Tipps des Roten Kreuzes

Ganz wichtig - viel trinken! © ÖRK
Ganz wichtig - viel trinken!© ÖRK

Viel trinken, auch wenn man noch nicht durstig ist!

Ein Durstgefühl setzt erst ein, wenn man bereits viel Flüssigkeit verloren hat. Gerade bei betagten Menschen ist das Durstgefühl oft reduziert. Flüssigkeit wird mit dem Essen oder Getränken aufgenommen - die Trinkmenge ist von der einzelnen Person und ihrem Aktivitätsgrad abhängig, sollte generell aber bei Hitze mehr als üblich sein!

Regelmäßig trinken - öfter kleinere Mengen fördert das Wohlbefinden. Wer eine regelmäßige Tätigkeit - wie beispielsweise das Hören von Radionachrichten - mit dem Griff zum Wasserglas verbindet, vergisst es sicher nicht. Neben Wasser eignen sich auch Kräuter- oder Früchtetees und verdünnte Fruchtsäfte zum Auffüllen des Wasserhaushalts. Vermeiden sollte man koffeinhaltige oder alkoholische Getränke.  

Auch an Haustiere denken - wie Menschen leiden auch Haustiere unter der Hitze -, daher ausreichend Wasser für Hund, Katz´ und Wellensittich bereitstellen.

Aufenthalt im Freien vermeiden!

Nach Möglichkeit Aufenthalte im Freien - vor allem direkte Sonneneinstrahlung - in der heißesten Zeit des Tages vermeiden (zwischen 11 und 16 Uhr). Körperliche Aktivitäten im Freien bzw. Sport in den Morgen- oder Abendstunden planen. Den Tagesrand zum Einkaufen nutzen, Mittagspausen nach Möglichkeit verlängern oder „Siesta halten". Bei Aufenthalten im Freien möglichst im Schatten bewegen, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen, Sonnenbrille aufsetzen und leichte Kopfbedeckung tragen.

Den Körper erfrischen!

Eine kühle (keine „kalte") Dusche, ein Bad oder Stirn, Nacken, Puls mit Wasser kühlen, erfrischt den Körper. Kalte Umschläge, kühle Unterarmbäder und Fußbäder wirken ebenfalls erfrischend.

Kühlende Maßnahmen sollen mehrmals täglich durchgeführt werden.

Betagte Menschen schwitzen weniger als Kinder und jüngere Erwachsene; ihre Körpertemperatur wird daher nicht ausreichend reguliert. Eine gute Möglichkeit für betagte Menschen ist das Besprühen mit Wasser mit einem Pumpzerstäuber. Gesicht, Hals, Arme, Unterschenkel und Füße werden besprüht und nicht abgetrocknet - das verdunstende Wasser kühlt den Körper auf sehr angenehme Weise.

Die eigenen vier Wände kühl halten!

Am frühen Morgen oder späten Abend die Wohnung / das Haus gut durchlüften, Fenster nach Möglichkeit nachts offenhalten! Tagsüber Fensterläden, Jalousien oder Vorhänge nutzen, um direkte Sonneneinstrahlung und damit ein Aufheizen der Räume zu vermeiden. Sind keine Vorhänge o.ä. vorhanden, kann man Fenster mit hellen Tüchern oder Decken verhängen. Ein feuchtes Leintuch (nach dem Waschen aufgehängt) bringt nicht nur Kühlung, sondern auch frischen Duft.  

Nachbarn, Freunde und Familie besuchen oder anrufen!

Achten Sie auf ihre Nachbarn, Freunde und Familienangehörige, besonders wenn sie zu einer der Risikogruppen zählen. Klopfen Sie bei Ihren betagten Nachbar an, um fragen, ob sie etwas brauchen! Vielleicht können Sie den Einkauf für sie erledigen oder beim Verhängen der Fenster helfen. Telefonieren Sie mit ihren älteren Verwandten, um zu hören, ob es Ihnen gut geht! Lebt ein Verwandter in einer sehr heißen Wohnung (Dachgeschoß) laden sie sie für ein paar Tage zu sich ein.

Wenn eine Person Symptome von Hitze-Erkrankungen zeigt, alarmieren Sie einen Arzt/eine Ärztin oder die Rettung!

Weite, helle und atmungsaktive Kleidung tragen!

Weite, helle, luftige Kleidung aus Baumwolle oder anderen Naturfasern eignet sich hervorragend für heiße Tage. In der Sonne stets eine Kopfbedeckung - Kappe oder Hut - tragen. Auch ein Ventilator oder ein Fächer lindern die Hitze.

Kühle Orte aufsuchen!

Einige Stunden in einem kühlen Bereich haben bereits einen massiven Entlastungseffekt für den Körper. Kühle oder klimatisierte Orte wie Kirchen, Büchereien, Schwimmbäder, Supermärkte, Einkaufszentren, Kinos, Plätze im Uferbereich von Gewässern oder auch einfach schattige Grünflächen oder Parks (Brunnen!) bieten sich für Abkühlung an. In den eigenen vier Wänden sind Klimageräte in Ausnahmefällen eine Option - ein kühler Raum (22-26°C) genügt!

Leichte Kost

Leichtes, gut verdauliches Essen mit viel Gemüse und Früchten ist das Richtige für den Hitzetag. Vermeiden Sie die Nutzung des Backrohrs nach Möglichkeit!  

Keine Menschen und Tiere in geparkten Autos zurücklassen!

Die Temperatur in einem geparkten Fahrzeug in der Sonne kann rasch auf über 50°C ansteigen - für Mensch und Tier gefährlich! Lassen Sie daher nie Kinder, geschwächte Personen und Tiere in Fahrzeugen zurück!

Weitere Informationen

Der Steirische Hitzeschutzplan ...

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