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Übergewicht bei Schulkindern erstmals seit Jahren rückläufig

Jahresbericht des Schulärztlichen Dienstes

19.08.2018
Die Sport- und Gesundheitsangebote wirken: Die Zahl der übergewichtigen Kinder ist erstmals seit Jahren rückläufig. © Stadt Graz/Fischer
Die Sport- und Gesundheitsangebote wirken: Die Zahl der übergewichtigen Kinder ist erstmals seit Jahren rückläufig.© Stadt Graz/Fischer

Die vorsorgliche Untersuchung der Kinder in den 38 Grazer Volksschulen, 18 Neue Mittelschulen, 1 Polytechnischer Lehrgang sowie von 3 Sonderschulen war auch im Vorjahr ein wesentlicher Auftrag des Ärztlichen Dienstes. Gesamt wurden im Jahr 2017 11.645 Kinder betreut, ungefähr gleich viele wie auch im Vorjahr. Auf die Schulstufen verteilt bedeutet dies 8.081 Volksschüler, 3.183 NMS-Schüler, 242 Sonderschüler und 139 Schüler aus dem Polytechnikum.

 „Die Kinder sind die Zukunft unserer Stadt. Wir können nicht früh genug anfangen auf die Gesundheit unserer Jüngsten zu schauen. Die Vorsorge-Untersuchungen des Ärztlichen Dienstes sind ein immens wichtiger Mosaikstein. Je früher gesundheitliche Auffälligkeiten bekannt sind, umso früher können entsprechende Maßnahmen unternommen werden, die das Risiko von Langzeitfolgen minimieren", erklärt Bildungs- und Jugendstadtrat Kurt Hohensinner, „beim diesjährigen Jahresbericht freue ich mich ganz besonders darüber, dass die Zahl der übergewichtigen Kinder erstmals rückläufig ist. Das zeigt, dass wir mit unseren zahlreichen Gesundheits- und Bewegungsangeboten im Schulbereich Wirkung erzielen. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen. Auch der neue Grazer Sportgutschein ist ein weiterer wichtiger Mosaikstein.

97 Prozent der Erstklassler nutzen Untersuchung

Seit nunmehr sechs Jahren bietet die Stadt Graz ein erweitertes Untersuchungsangebot im Schuleingangsbereich, also für die 1. Schulstufe an. Diese wird besonders positiv angenommen. Im vergangenen Jahr nahmen 2.134 Schüler von gesamt 2.200 teil, das entspricht rund 97 Prozent. Im Mittelpunkt stehen die klassischen Schularztuntersuchungen: Apparativer Seh- und Hörtest, Bewegungsberatung, Ernährung, Haltungsschwächen.

Neben dem allgemeinen Erstcheck wurden 5.663 schulärztliche Einzeluntersuchungen durchgeführt. Rund 20,3 % oder genau 1.153 Schüler werden in weiterer Folge als „Überwachungsschüler" geführt, das heißt für diese werden weitere medizinische Maßnahmen empfohlen. Dieser Wert steigt in den vergangenen Jahren.

Ergebnisse 2017

Sehen und Hören:

Beim Sehtest der 1. Schulstufe waren 6,2 % (Vorjahr: 6,6 %) der untersuchten SchülerInnen auffällig und wurden zum Facharzt überwiesen. 6,3 % (Vorjahr: 5,4 %) waren bei Schuleintritt bereits BrillenträgerInnen. Diese Ergebnisse sprechen für die Wichtigkeit eines frühen, flächendeckenden Sehscreenings, nachdem Beeinträchtigungen des Auges die schulische Leistungsfähigkeit oft wesentlich beeinflussen können. Bei 2,4 % (Vorjahr 1,4 %) der untersuchten SchülerInnen wurde eine HNO-fachärztliche Untersuchung empfohlen.

Gewicht:

Die Zahl der übergewichtigen Kinder liegt bei insgesamt 11,7 %. Im Vergleich zum Vorjahr, hier waren insgesamt 15,4 % der Schüler übergewichtig, ist die Zahl erstmals seit Jahren wieder rückläufig. Im österreichweiten Vergleich liegt Graz damit im unteren Bereich. Die Bewegungs- und Ernährungsprojekte scheinen das Gesundheitsverhalten positiv beeinflusst zu haben.

Haltungsschwächen:

Von den Grazer Schülern zeigen 15,9 % eine allgemeine Haltungsschwäche. Im Vergleich zum Vorjahr (20,8 %) ist auch diese Zahl rückläufig und spricht für die Wirksamkeit der verschiedenen Angebote.  Auch hier zeigen die bewegungspräventiven Angebote also Wirkung. Was besonders hervorzuheben ist, nachdem der österreichweite Trend hier eher in die andere Richtung geht.

Sprachauffälligkeiten:

In der 1. Schulstufe sind mehr als doppelt so viele Schüler wie Schülerinnen sprachauffällig. Rund 2/3 der Sprachfehler wurden also bei Buben diagnostiziert.

Verhaltensauffälligkeiten:

Auch bei den Verhaltensauffälligkeiten gibt es einen klaren Überhang bei den Buben, hier 3/4 - 1/4. 

Angebote des Schulärztlichen Dienstes

Beratung für junge Eltern ist eine wesentliche Unterstützung des Jugendamtes und dient nicht nur der medizinischen Elternberatung, sondern auch der Stärkung von Elternkompetenz in jeglicher Hinsicht. In den 16 Elternberatungsstellen des Jugendamtes in Graz kann der kostenlose Beratungsservice genutzt werden.

Bewegung ist gerade in jungen Jahren wichtig. Orthopädisch auffällige Kinder werden an fachkundige Kinderärzte oder Orthopäden überwiesen. Außerdem können sie das städtische Haltungsturn- und Haltungsschwimmangebot sowie Nordic Walking in Anspruch nehmen. Seit Jahren wird mit Unterstützung des Sportamtes eine tägliche Bewegungseinheit an Grazer Schulen durchgeführt, die eine gute Ergänzung zu den Bewegungsprojekten der Haltungsturnlehrer und Lehrerinnen darstellt. Das Sportamt versucht auch mit speziell für Kinder ausgerichteten Sommerkursen, sowie Kursen in den Semester- und Osterferien, die Sportbegeisterung unter den Grazer Kindern zu steigern. Zusätzlich gibt es noch eine breite Kooperation zwischen den Neuen Mittelschulen und den verschiedensten Sportvereinen.

Ernährung ist ein weiterer Schwerpunkt. Mit Ernährungstraining für den Alltag versucht der ärztliche Dienst des Jugendamtes vermehrt auf dieses wichtige Thema einzugehen, da leider in den letzten Jahren immer mehr Kinder übergewichtig sind.

Der Schulärztliche Dienst bietet noch eine Vielzahl an weiteren Themenbereichen der Gesundheit (Logopädische Untersuchungen, Seh- und Hörtest, Elternberatungen und vieles mehr) an. Diese finden sich im ausführlichen Jahresbericht.

Michael Wildling

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