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Ein Straßenname sagt mehr als tausend Worte

Präsentation der 4. Auflage von "Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung".

23.11.2018
Buchpräsentation: Karl A. Kubinzky, Bürgermeister Siegfried Nagl und Astrid M. Wentner (v. l.). © Stadt Graz/Fischer
Buchpräsentation: Karl A. Kubinzky, Bürgermeister Siegfried Nagl und Astrid M. Wentner (v. l.).© Stadt Graz/Fischer

"Wenn Sie das nächste Mal in der Plüddemanngasse im Stau stehen, dann könnten Sie die Zeit nützen und sich darüber informieren, wer denn der Herr Plüddemann eigentlich war", lachte Bürgermeister Siegfried Nagl. Das Stadtoberhaupt präsentierte heute gemeinsam mit den beiden HistorikerInnen Astrid M. Wentner und Karl A. Kubinzky deren neueste Werk zum Thema Grazer Straßennamen. Konkret: die 4. Auflage von "Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung."
Mehr als 500 Seiten umfasst das Kompendium, bringt etwa 1,5 Kilogramm auf die Waage und ist im Vergleich zu seinem Vorgänger um 50 Bilder reicher. Seit der Auflage von 2009 gibt es zudem rund 30 Neubezeichnungen und Namensänderungen. Auch das kritische Auge, das auf dieses Thema geworfen wird, hat sich in den vergangen Jahren deutlich geschärft.

Wissensfundus und Longseller

Aus diesem Grund recherchierte das mittlerweile eingespielte AutorInnenteam in bewährter Manier und ließ auch die Stellungnahmen der Straßennamenskommission einfließen. Bürgermeister Nagl bezeichnete das Buch als einen bedeutenden Wissensfundus, auf den man dankbar zurückgreifen dürfe und versprach: "Ich werde mich in den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen darin vertiefen." Beide AutorInnen kennt Nagl schon seit vielen Jahren, Kubinzky unter anderem als Sparringpartner im Taekwondo.

Das "Gedächtnis von Graz", wie Karel Kubinzky gerne genannt wird, blickte in seinen Dankesworten an den Anfang zurück, noch vor die erste Ausgabe, die 1996 erschien, und erklärte: "Es gäbe kein Straßennamensbuch ohne meine Koautorin Astrid Wentner." Denn an sie wurde damals von Seiten der Stadt der Wunsch herangetragen, ein Verzeichnis der Grazer Straßennamen zu verfassen. Gemeinsam kamen die beiden HistorikerInnen dann zum Entschluss, gleich ein "ordentliches" Buch daraus zu machen. Und dessen Erfolg ist bis zum heutigen Tag ungebrochen, freut man sich auch im Verlagshaus Leykam. Geschäftsführer Wolfgang Hölzl bezeichnete das Buch zufrieden schmunzelnd als "Longseller".

Namensdenkmäler und alltägliche Gebrauchsware

Astrid Wentner formulierte es in ihren Grußworten treffend: "Straßennamen dienen vor allem der Orientierung in einem tendenziell unüberschaubaren Lebensraum. Gleichzeitig vermitteln sie aber auch vielfältige Aufschlüsse über dessen Geschichte, Morphologie, über wirtschaftliche und politische Gegebenheiten. Als Namensdenkmäler wie als alltägliche Gebrauchsware tragen sie zur lokalen Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner bei und fungieren als identitätsstiftendes Element in der öffentlichen Erinnerung."

Die Kunsthistorikerin, die unter anderem Publikationen zum UNESCO-Welterbe Graz veröffentlicht hat und Mitarbeiterin der Stadtbaudirektion ist, wies auch auf eine Tatsache hin: Von den 1.700 Grazer Straßennamen stammen lediglich rund 30 von Frauen. Demnach ortet sie hier Potenzial: "Die Meinung, es gäbe zu wenig geeignete weibliche Grazer Kanditatinnen für Straßenbenennungen ist obsolet. Man kann ruhig über die Stadtgrenzen hinaus denken."

Die 4. Auflage ist übrigens ab sofort im Handel zum Preis von 29,90 Euro erhältlich. 1.500 Stück wurden aufgelegt.

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