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Öffi-Offensive: Bim-Paket II wird vorbereitet

08.02.2019

Nach 2023 soll es in den Südwesten und Nordwesten gehen

Parallel zur Umsetzung der neuen Straßenbahnlinien nach Reininghaus, Smart-City und Innenstadt-Entflechtung wird das nächste Straßenbahn-Ausbaupaket geschnürt. Verkehrsstadträtin Elke Kahr stellte gemeinsam mit der Abteilung für Verkehrsplanung Zwischenergebnisse einer Ausbaustudie vor, bei der sich zwei neue Linien in den Südwesten und nach Nordwest als Favoriten herauskristallisieren.

Bauer, Urban, Kahr © Stadt Graz/Stefan Herzog
Bauer, Urban, Kahr© Stadt Graz/Stefan Herzog

Zusätzlich zur Verbesserung des bestehenden ÖV-Angebots durch mehr Abend- und Wochenendverkehr sowie Taktverdichtungen sei es jetzt schon notwendig, die Weichen für den Straßenbahn-Ausbau nach 2023 zu stellen, erklärte Stadträtin Elke Kahr bei einer Pressekonferenz am 8.2.: „Ich sehe da durchaus positive Signale, weil alle Parteien erkannt haben, dass die Straßenbahn das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs ist."

Angesichts der Luftsituation, der rasanten Siedlungsentwicklung und der damit einhergehenden Mobilitätsbedürfnisse sei der Straßenbahnausbau die richtige und zeitgemäße Antwort, wie viele europäische Städte zeigten. Schon heute werden in Graz täglich rund 170.000 Fahrgäste in Straßenbahnen und rund 150.000 in Bussen befördert.

Mit der demnächst vorliegenden Studie des Züricher ÖV-Planers Willi Hüsler wird es eine Grundlage für den weiteren Straßenbahnausbau und die Prioritätensetzung geben. Hüsler habe schon 2002 und 2007 entsprechende Untersuchungen vorgelegt, diese seien nun im Lichte der aktuellen Stadtentwicklung aktualisiert worden, so Barbara Urban und Martin Bauer von der Abteilung für Verkehrsplanung. 

Kahr zu den Zwischenergebnissen: „Zwei Linien ragen heraus und ssind aus unserer Sicht machbar und schaffbar: eine in den Südwesten und eine in den Nordwesten nach Gösting." Beide Ausbauprojekte haben auch neue Nahverkehrsknoten (Verknüfungen mit der Schnellbahn von ÖBB in Gösting bzw. der GKB in Wetzelsdorf/Roseggerstraße) im Visier.

Südwest- und Nordwestlinien

Die ersten vorliegenden Daten sprechen für sich: Laut Prognosen für 2030 würden 30.000 bis 40.000 Fahrgäste pro Tag die Südwestlinie bis Straßgang - mit einer der den beiden inneren Varianten über Elisabethinergasse - Don Bosco - Reininghaus oder Griesplatz - Citypark - Don Bosco - Reininghaus nutzen, nach Gösting wären rund 55.600 unterwegs. Dies liegt in etwa im Bereich der heute stärksten Linie 7 (45.000 Fahrgäste/d). 


Daten Verkehrsprognose 2030

   SW-Linie
Elisabethinergasse - Reininghaus - Straßgangerstraße

        SW-Linie
Griesplatz - Reininghaus - Straßgangerstraße

NW-Linie
Roseggerhaus - Lendplatz - Fröbelpark - Gösting

Fahrgaststeigerung Gesamtnetz

                  13.600

           10.900

               19.600

Fahrgäste/d Linie

                  39.800

           30.500

               55.600

Baukosten (Mio. €)

             56,2 + 61,7

         66,3 + 61,7

                 88,5

Länge (km)

               2,2 + 3,9

            2,8+3,9

                   4,4

Weitere Ausbauoptionen

Zusätzlich zu den Nordwest- und Südwestlinien werden von Hüsler weitere Ausbauoptionen näher betrachtet:
- Uni-Linie: Umlegung Linie 1 über Glacis - Zinzendorfgasse
- Neue Linie 2: Hauptbahnhof - Lendplatz - Geidorfplatz - Uni - Leonhardstraße - LKH 
- Verlängerung Linie 7 bis Belgierkaserne
- Linie 5 Verlängerung Center West (ev. mit P&R-Anlage)
- Linie 5 Verlängerung Weinzöttlstraße / Hofer-Markt (mit P&R-Anlage)
- neue Straßenbahnlinie Liebenau West.
Die beiden Verlängerungen des 5ers sind vor allem im Zusammenhang mit Plänen für neue P&R-Anlagen interessant.

Parallel zur Planung für den Netzausbau ist es auch notwendig, den Fuhrpark zu erweitern bzw. zu erneuern: Bis 2023/24 sollen 12 kurze Straßenbahnen, bis 2026/27 insgesamt 30 angeschafft werden, wobei es sich um lange Garnituren - inkl. nachgerüstete der ersten Tranche - handeln soll. Die Ausschreibung müsste zeitnah erfolgen. 

„Es ist unser Anliegen, nach Abwägung aller Für und Wider möglichst rasch eine Entscheidung über das `Straßenbahnpaket II´ herbeizuführen. So sollen ohne Verzögerung weitere Ausbauprojekte auf Schiene gebracht, d.h. im Detail geplant und die Finanzierung sichergestellt werden", so Kahr. Sobald die Hüsler-Studie vorliegt, soll damit der Verkehrsausschuss des Gemeinderates befasst werden: „Ziel ist es, dass noch heuer die politische Willensbildung erfolgt."

Wolfgang Wehap

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