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Erster "dynamischer" Stellplatz in Betrieb

20.02.2019

Parken für Menschen mit Behinderung oder Ladezone - das ist hier keine Frage: Der erste dynamische Stellplatz in der City kann beides.                                                                                                                       

Ein Pilotprojekt, das eine effiziente Stellplatznutzung bei knappen Flächenressourcen zum Ziel hat, wurde in der Landhausgasse realisiert: der österreichweit erste "dynamische Stellplatz". Je nach Bedarf wird er durch unterschiedliche anzeige auf der Zusatztafel zum Behindertenparkplatz oder zur Ladezone. Vorbereitet und umgesetzt wurde das Projekt vom Straßenamt, Referat Verkehrssteuerung und Straßenbeleuchtung, gemeinsam mit der Firma Siemens.

Zusätzlich zur herkömmlichen Halteverbotstafel ist ein digitales Zusatzdisplay vorhanden, auf dem die gerade aktuelle Ausnahme angezeigt wird. Das mit Solarzellen betriebene E.Ink-Display erhält Daten über ein verschlüsseltes Funknetzwerk und signalisiert, ob der betreffende Stellplatz gerade für eine Ladetätigkeit oder eben als Behindertenparkplatz zur Verfügung steht.

Die Belegung dieses Parkplatzes und der benachbarten Stellplätze, von denen zwei als fixe Behindertenparkplätze und die restlichen als Ladezone gewidmet sind, wird durch eine 3D-Kamera beobachtet. Über diese werden die freien Flächen berechnet und an den Verkehrsrechner gemeldet. Wichtig für den Datenschutz: Die Kamera erstellt keine Bilder im klassischen Sinn, sondern erkennt nur Veränderungen von Pixeln. Die gewonnenen Daten geben lediglich darüber Auskunft, welche der beiden möglichen Funktionen am dynamischen Stellplatz gerade gebraucht wird. Das elektronische Display reagiert mit der entsprechenden Anzeige auf der Zusatztafel.

 

 

Umstellung nur im nicht genutzten Zustand

Mehrere technische Einstellungen, sogenannte Prüfalgorithmen, stellen sicher, dass sich die Widmung des „Chamäleon-Parkplatzes" nur ändern kann, während kein Fahrzeug darauf abgestellt ist. Zudem werden als Absicherung alle Entscheidungen und Zustände am städtischen Verkehrsrechner protokolliert. Die Innovation dieses Pilotprojekts, das im Rahmen der Digitalen Agenda der Stadt Graz umgesetzt wird, liegt vor allem in der Verbindung und Nutzung bestehender Systeme und vorhandener Technologien für neue und bürgerInnenfreundliche Services.

Die Erwartungen von Politik und Projektverantwortlichen sind hoch: Für Bürgermeister Siegfried Nagl ist der dynamische Stellplatz der nächste Puzzleteil im ständigen Bemühen von Graz, die lebenswerteste Stadt Europas zu sein. Verkehrsstadträtin Elke Kahr sieht gerade im Lichte einer nachhaltigen City-Logistik so Möglichkeiten, steuernd auf den Lieferverkehr einzuwirken. Straßenamts-Referatsleiter Bernd Cagran-Hohl ist überzeugt, dass durch die bedarfsgerechte und dynamische Zuteilung von Stellplätzen der knappe Straßenraum in der Stadt effizienter genutzt werden kann. Und Werner Hammer von Technologiepartner Siemens bezeichnet das aktuelle Projekt als „Ausdruck unseres Bestrebens, die Möglichkeiten neuer Technologie für eine bedarfsgerechte Verwendung öffentlicher Flächen einzusetzen".

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