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Wichtiger Player im nationalen Katastrophenschutz

Thema des Monats - März 2019

01.03.2019
 © DCNA
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 © Christian Resch_BMLVS
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DCNA-Obmann Harald Kainz (rechts) und Vize-Obmann Hubert Hasenauer.  © BOKU Wien
DCNA-Obmann Harald Kainz (rechts) und Vize-Obmann Hubert Hasenauer. © BOKU Wien

Bereits seit Jänner 2018 gibt es das Kompetenznetzwerk zur Förderung und Koordination von Aktivitäten im Bereich der Sicherheits- und Katastrophenforschung in Österreich. Initiiert wurde es von der Technischen Universität Graz und der Universität für Bodenkultur Wien und verfügt mittlerweile über zwei Geschäftsstellen an diesen Universitäten.

Der Grundgedanke hinter dem Disaster Competence Network Austria ist, die wissenschaftliche Expertise in Österreich im Bereich der Prävention und Bewältigung von Katastrophen zu bündeln. Das DCNA als Vernetzungsplattform fungiert dabei als Ansprechpartner für wissenschaftliche Institutionen, Firmen und Behörden gleichermaßen. Ziel ist die Zusammenführung und Ausschöpfung der in Österreich vorhandenen wissenschaftlich-technischen Infrastrukturen und Expertisen auf dem Gebiet der Katastrophenforschung.   

Als gemeinnütziger und offener Verein organisiert, ist das DCNA akademischer Ansprech- und Kooperationspartner von Hilfs- und Einsatzorganisationen sowie von Entscheidungsträgern aus dem öffentlichen und privaten Bereich. Es baut somit eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis, die in der Vergangenheit leider allzu oft durch eine große Kluft getrennt waren. Auf diese Weise profitieren einerseits die Einsatzkräfte von den neuesten Forschungsergebnissen, und andererseits können die ForscherInnen auf wichtige Praxiserfahrungen seitens der Einsatzorganisationen zurückgreifen.

Auch der Obmann des Vereins, Rektor der TU Graz und Kommandant der ersten Universitätsfeuerwehr Österreichs, Harald Kainz, betont die Synergien, die durch das Netzwerk entstehen: „Technisches Know-how und wissenschaftliche Erkenntnisse spielen in der Katastrophenvorsorge und der Katastrophenbewältigung eine immer größere Rolle. Mit der landesweiten Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Einsatzorganisationen und politischen Entscheidungsträgern ist unser Verein ein zentraler Player im nationalen Katastrophenschutz und trägt mit seinen Aktivitäten wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung bei."

Große Katastrophenschutzübung in Eisenerz

Jüngstes Teammitglied des DCNA: eine Drohne.  © DCNA/René Kastner
Jüngstes Teammitglied des DCNA: eine Drohne. © DCNA/René Kastner

Zusätzlich verbindet das DCNA auch die unterschiedlichsten Disziplinen miteinander, wie es eine zeitgemäße Erforschung eines so vielschichtigen Themenbereichs erfordert. Das zeigt sich auch bei seinen Mitarbeitern, die den Naturwissenschaften, den Sozialwissenschaften und den Technischen Wissenschaften entstammen. Somit ist eine umfassende Herangehensweise mittels eines breiten Methodenspektrums gewährleistet.

Das DCNA ist aktuell an verschiedenen Projekten im Bereich der Katastrophenforschung beteiligt, die alle einen starken Bezug zur Steiermark aufweisen, da sowohl steirische Partner als auch steirische Einrichtungen und Regionen darin eine tragende Rolle spielen. So befasst sich das Projekt CROSSRISK mit öffentlichen Warnungen zur Verminderung von Risiken in Zusammenhang mit Regen und Schnee. Das DCNA leitet dabei nationale und internationale Expertenworkshops und trägt zur Gestaltung internationaler Austauschprozesse von Lawinenexperten bei.

Im Projekt „ETU-ZAB" sollen hingegen die Anforderungen, die Untertage auftreten, insbesondere auch hinsichtlich der Schnittstellen zwischen den betroffenen Einsatzorganisationen, erhoben werden. Zudem wird erstmals ein Curriculum für ein realitätsnahes Ausbildungs- und Trainingsprogramm für Untertageeinsätze entwickelt. Die Untertageforschungseinrichtung „Zentrum am Berg" der Montanuniversität Leoben ist dafür ein zentraler Standort. Des Weiteren ist das DCNA im von der EU co-finanzierten Projekt IRONORE2019 für die Evaluation einer großen, internationalen Katastrophenschutzübung verantwortlich. Diese findet von 12. bis 14. September 2019 im obersteirischen Eisenerz statt und bietet rund 600 Einsatzkräften aus Österreich, Ungarn, Polen, Slowenien und Deutschland unzählige Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten unter realen Bedingungen auf die Probe zu stellen. 

Schließlich ist der jüngste Zuwachs im Team des DCNA Ergebnis eines weiteren Projektes - die DCNA-Drohne. Mit ihren sechs leistungsstarken Rotoren kann diese Ausrüstung mit bis zu zehn Kilogramm Gewicht transportieren und liefert im Ernstfall wichtige Bild- und Messdaten für die Einsatzkräfte, um den Einsatz so effizient und gefahrlos wie möglich gestalten zu können.

Viele starke Partner

Die Drohne ist jedoch nur ein Beispiel von vielen Ausrüstungsgegenständen und wissenschaftlichen Apparaten, die im Sinne der gemeinsamen Nutzung von vorhandener wissenschaftlich-technischer Infrastruktur österreichweit über das Netzwerk geteilt werden können. 

Mittlerweile hat das Kompetenznetzwerk eine Erweiterung um wesentliche Akteure der Katastrophenprävention und -bewältigung erfahren. So zählen zu den Mitgliedern namhafte Unternehmen wie Joanneum Research und das Austrian Institute of Technology, die Karl-Franzens-Universität Graz, die Montanuniversität Leoben, die TU Wien und weitere österreichische Hochschulen. Zudem sind wichtige Institutionen wie die ZAMG, die Geologische Bundesanstalt und der Österreichische Bundesfeuerwehrverband Teil des Netzwerks. Schließlich sind auch die Katastrophenschutzbehörden des Landes Steiermark mit ihrer umfangreichen Expertise und die Grazer Wechselseitige Versicherung mit ihrer Fachkompetenz im Bereich Statistik und Versicherungsmathematik starke Partner des DCNA.

Durch die Förderung der Zusammenarbeit von zahlreichen Akteuren im Bereich Katastrophenschutz ist das DCNA eine richtungsweisende Einrichtung, um den Austausch von Know-how und Forschungsergebnissen fortwährend zu verbessern und so den zukünftigen Herausforderungen durch Katastrophen aller Art noch besser gewappnet zu sein.

Schließlich hält der vierteljährlich erscheinende Newsletter des DCNA alle Interessierten auf dem Laufenden hinsichtlich aktueller Aktivitäten, Terminen und verschiedenen Themen aus den Bereichen Katastrophenmanagement und -forschung. Eine Anmeldung ist auf der Homepage unter www.dcna.at unter der Rubrik „Infoservice" möglich.

Kontaktdaten

Geschäftsstelle Graz
Technische Universität Graz
Steyrergasse 30/I
A-8010 Graz

E-Mail: office@dcna.at
Telefon: +43 316 873 5260
www.dcna.at

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