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Kriminalität um 8,5% gesunken!

02.05.2019

Kriminalstatistik 2018

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In der Steiermark ging 2018 die Zahl der erstatteten Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Die Gewaltkriminalität und Eigentumsdelikte sind rückläufig, die Internetkriminalität bleibt weiterhin eine große kriminalpolizeiliche Herausforderung. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Österreich.  

Der Bericht 2018 beinhaltet grundlegende Neuerungen im Vergleich zu den Vorjahren, um die aktuellen Entwicklungen der Kriminalität und Neuerungen der Strafverfolgung bestmöglich abzubilden. Wichtig ist festzuhalten, dass im Jahr 2018 der Gewaltbegriff in der PKS neu definiert und erweitert wurde. Es wurden zahlreiche rechtliche Änderungen mitaufgenommen und Tatbestände wie die gefährliche Drohung oder Raubdelikte miterfasst, um die größtmögliche Bandbreite der Gewaltkriminalität abzubilden. 

2018 bearbeitete die Polizei in der Steiermark insgesamt 50.573 Anzeigen, davon 4.114 Versuche. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2017 einen Rückgang von 8,5 Prozent bzw. ein Minus von 4.682 in absoluten Anzeigenzahlen. Die Aufklärungsquote konnte um 2,9 Prozentpunkte gesteigert werden und liegt mit 55,7 Prozent über dem österreichweiten Durchschnitt.

Über die Tatverdächtigen

Landespolizeidirektor Mag. Gerald Ortner MA © LPD - Makowecz
Landespolizeidirektor Mag. Gerald Ortner MA© LPD - Makowecz

Insgesamt wurden 32.988 Tatverdächtige ausgeforscht, im Vergleich zu 2017 ist das ein Plus von 5,6 Prozent. 26.018 der Tatverdächtigen sind männlich, 6.970 sind weiblich. Mit 10.782 stellt die Altersgruppe der Über-4o-Jährigen den größten Anteil der Tatverdächtigen dar, gefolgt von den 25- bis 39-Jährigen (10.177). 10.363 Tatverdächtige waren keine österreichischen Staatsbürger. Der Anteil der fremden Tatverdächtigen lag somit bei 31,4 Prozent (2017: 28,5 Prozent). Zu den Herkunftsländern der Tatverdächtigen zählten 2018 Rumänien (1.947), Afghanistan (871), Deutschland (695), Ungarn (685) und Bosnien-Herzegowina (599). 

Landespolizeidirektor Mag. Gerald Ortner, MA, ist hoch erfreut über die vorliegende Statistik, mahnt jedoch auch: „Wir dürfen uns auf diesen Erfolgen nicht ausruhen, sondern ganz im Gegenteil die Herausforderungen der Zukunft, wie beispielsweise die Bekämpfung der Internetkriminalität, meistern. Dazu müssen wir ständig beobachten, uns selbst hinterfragen und gegebenenfalls auch entsprechend gut und schnell reagieren. Beispiele dafür sind im Rahmen der Bekämpfung der Drogenkriminalität die Einrichtung von Schutzzonen in Graz und im Bereich der Eigentumsdelikte die Arbeit der Ermittlungsgruppe ‚Schlossberg‘".

Rückgang bei Gewalt in der Steiermark

7.812 Gewaltdelikte wurden 2018 in der Steiermark zur Anzeige gebracht. Das entspricht einem Rückgang um 1,9 Prozent zum Vorjahr. In 799 Fällen der angezeigten Straftaten blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote lag bei 85,3 Prozent und ist im Vergleich zu 2017 um 0,9 Prozentpunkte gesunken.

Von den 8.361 Tatverdächtigen waren 85,7 Prozent männlich und 14,3 Prozent weiblich. 2.746 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt, 2.635 waren alt über 40 Jahre alt (0 bis 9: 34, 10 bis 13: 262, 14 bis 17: 874, 18 bis 20: 808, 21 bis 24: 1.002). 32,0 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das ist eine Steigerung um 2,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. In 3.229 Fällen gab es keine Beziehung zwischen Täter und Opfer, in 2.501 Fällen gab es ein Bekanntschaftsverhältnis und in 2.064 Fällen eine familiäre Beziehung, in 481 Fällen lediglich eine Zufallsbekanntschaft. 

Insgesamt wurden 9.336 Menschen Opfer von angezeigten Gewalttaten (2017: 9.057, + 3,1 Prozent). 2018 waren 5.378 der Opfer männlich (2017: 5.225 Männer, + 2,9 Prozent) und 3.958 weiblich (2017: 3.832 Frauen, + 3,3 Prozent). Die größte Anzahl der Opfer (2.842) ist zwischen 25 und 39 Jahre alt, gefolgt von den 40- bis 64-Jährigen (2.492). 694 Kinder unter 14 Jahren wurden Opfer von angezeigten Gewalttaten (0 bis 5: 87, 6 bis 9: 134, 10 bis 13: 473). 23,4 Prozent (2.180 Personen) der Opfer sind Fremde (2017: 2.016 Personen).

Im Hinblick auf die Bekämpfung der Gewaltkriminalität ist es wichtig, präventiv und im partnerschaftlichen Zusammenwirken mit Gewaltschutzorganisationen und Opferschutzvereinen zu agieren. Auch in diesem Umfeld wird es von entscheidender Bedeutung sein, wachsam und kreativ zu sein, die erfolgreiche Arbeit von interdisziplinären Ermittlungsteams und Ermittlungsgruppen hat schon gezeigt, dass wir in der Lage sind, die richtigen Antworten auf kurzfristig auftretende Phänomene zu finden.

Eigentumsdelikte rückgängig

Weniger Eigentumsdelikte! © LPD Stmk.
Weniger Eigentumsdelikte!© LPD Stmk.

Es wurden 2018 15.515 Anzeigen wegen Eigentumsdelikten erstattet, das waren um 14,7 Prozent weniger als im Jahr davor. In 1.978 Fällen blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote konnte um 5,9 Prozentpunkte gesteigert werden und lag bei 28,8 Prozent. Von den 5.120 Tatverdächtigen sind 25,0 Prozent weiblich und 75,0 Prozent männlich. 1.561 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt, 1.420 waren über 40 Jahre alt (0 bis 9: 34, 10 bis 13: 265, 14 bis 17: 789, 18 bis 20: 512, 21 bis 24: 539). 48,7 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das ist eine Steigerung um 6,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Auch in diesem Bereich gilt es, vor allem vorbeugend durch die Arbeit der Kriminalprävention zu wirken und somit die Anzahl der Eigentumsdelikte weiter zu senken. Der Bevölkerung kann dadurch ihre Verantwortung für das eigene Eigentum und das des Nachbarn klar vor Augen geführt werden. Sachdienliche und rechtzeitige Hinweise aus der Bevölkerung sind in diesem Deliktsfeld von immenser Wichtigkeit.

Kriminalität verlagert sich ins Internet

Die angezeigten Fälle von Internetkriminalität stiegen um 12,5 Prozent von 1.977 auf 2.225 Straftaten 2018, die Aufklärungsquote liegt bei 37,7 Prozent. Von den 897 Tatverdächtigen waren 72,7 Prozent Männer und 27,3 Prozent Frauen. 400 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt, 220 waren über 40 Jahre (unter 13: 25, 14 bis 17: 64, 18 bis 20: 62, 21 bis 24: 126). 35,7 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das sind um 7,2 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor.

Der stetig wachsende Bereich der Internetkriminalität wird auch in Zukunft eine der größten Herausforderungen für die steirische Polizei sein. Hier setzen wir auf nationale und internationale Vernetzung und Zusammenarbeit sowie die verstärkte Ausbildung von Fachexperten in diesem Bereich. Ein weiterer Schwerpunkt ist auch hier eine gute Präventionsarbeit, die Sensibilisierung der Bevölkerung ist ein elementarer Bestandteil einer erfolgreichen Bearbeitung dieser Phänomene.

Suchtmittelkriminalität: Anzeigen sanken trotz erhöhten Kontrolldrucks

Marihuana (Symbolfoto) © LPD
Marihuana (Symbolfoto)© LPD

2018 wurden in der Steiermark 4.140 Anzeigen wegen Suchtmittelkriminalität (266 Verbrechen, 3.874 Vergehen) erstattet, das bedeutet einen Rückgang von 3,4 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 80,4 Prozent. Von den 3.312 Tatverdächtigen waren 86,6 Prozent Männer und 13,4 Prozent Frauen. Die meisten Tatverdächtigen (940) waren zwischen 18 und 20 Jahre alt, 883 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt (unter 13: 19, 14 bis 17: 592; 21 bis 24: 667, über 40: 211). 28,4 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das sind um 2,7 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor.

Die Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität erfolgt durch verstärkte Kontrollen, wie sie beispielsweise in den eingerichteten Schutzzonen erfolgreich umgesetzt werden konnte, gezielte Aufklärung in Schulen und Bildungseinrichtungen und die verstärkte Schulung aller Polizistinnen und Polizisten der Steiermark.

(Quelle: LPD Steiermark)

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