• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Tram-Ausbau: Drei neue Linien haben Priorität

Studie liefert Grundlage für Netzausbau 2023+

24.05.2019

Die jetzt vorgelegte Hüsler-Studie ...

Übersicht über Straßenbahnlinien, die in der Studie untersucht und bewertet wurden © Stadt Graz/Verkehrsplanung, OpenStreetMap
Übersicht über Straßenbahnlinien, die in der Studie untersucht und bewertet wurden© Stadt Graz/Verkehrsplanung, OpenStreetMap

... bildet die Grundlage für die mittel- und längerfristige Erweiterung des Grazer Straßenbahnnetzes: Gemeinsam mit dem Schweizer Experten Willi Hüsler (IBV Hüsler AG) und den städtischen Fachleuten stellten Bürgermeister Siegfried Nagl und Verkehrsstadträtin Elke Kahr am 24. Mai 2019 die interessantesten Ausbauvarianten vor. Konkret geht es um die Nordwestlinie nach Gösting, die innere und die äußere Südwestlinie nach Straßgang sowie den neuen „Zweier" als künftige Uni-Linie. Ziel ist es, im Herbst im Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zu dieser Prioritätensetzung zu fassen, um möglichst bald in die Detailplanung gehen zu können.

Die vom Planungsbüro Hüsler IBV nach den Kriterien Verhältnis Aufwendungen zu Wirksamkeit beurteilten Linien wurden grob von der Abt. für Verkehrsplanung und der Baudirektion vorgegeben; insgesamt 7 Trassenvarianten wurden als Planfälle untersucht und wie folgt bewertet: 

  • Umlegung Linie 1 über die Uni (Glacis-Straße - Zinzendorfgasse - Leechgasse): Einsparung von Betriebskosten bei nur geringer Wirksamkeit, geringes zusätzliches Potenzial
  • Neue Linie 2 (HBF - Keplerstraße - Geidorfplatz - RESOWI - Leonhardstraße) Einsparung von Betriebskosten bei hoher Wirksamkeit
  • Nordwest-Linie (Roseggerhaus - Lendplatz - Gösting): Einsparung von Betriebskosten bei hoher Wirksamkeit
  • Äußere Südwestlinie nach Straßgang (Reininghaus - Peter-Roseggerstraße - Straßgangerstraße - Webling): Einsparung von Betriebskosten bei nur geringer Wirksamkeit (wegen Umwegfahrten über Reininghaus)
  • Südwestlinie über Roseggerhaus (Roseggerhaus - Elisabethinergasse - Lazarettgasse - Don Bosco - Reininghaus): geringe Betriebskosten bei hoher Wirksamkeit
  • Südwestlinie über Citypark (Jakominiplatz - Griesplatz - Karlauerstraße - Don Bosco - Reininghaus): geringe Betriebskosten bei erhöhter Wirksamkeit
  • Verlängerung Linie 7 (bis Belgierkaserne): Einsparung Betriebskosten bei geringer Wirksamkeit, zusätzliches Potenzial gering


Vorrangig zur Umsetzung empfohlene Projekte:  

  • Nordwest-Linie
  • Neue Linie 2
  • Innere und äußere Südwestlinie 

Fotos von der Pressekonferenz

Bürgermeister Siegfried Nagl und Verkehrsstadträtin Elke Kahr präsentierten gemeinsam mit den Experten die geprüften Straßenbahnlinien. © Stadt Graz/FischerSie wollen den Ausbau der Straßenbahn auf Schienen bringen: Verkehrsplanungs-Leiterin Barbara Urban, Bürgermeister Siegfried Nagl, Experte Willi Hüsler, Verkehrsstadträtin Elke Kahr, Verkehrsplaner und Martin Bauer (v.l.) Darüber freut sich unter anderem Tram-Fahrer Gerhard Sumann (2.Reihe) © Stadt Graz/FischerBürgermeister Siegfried Nagl © Stadt Graz/FischerStudienautor Willi Hüsler © Stadt Graz/FischerPressekonferenz mit Bürgermeister Siegfried Nagl, Verkehrsstadträtin Elke Kahr und Studienautor DI Willi Hüsler © Stadt Graz/FischerPressekonferenz mit Bürgermeister Siegfried Nagl, Verkehrsstadträtin Elke Kahr und Studienautor DI Willi Hüsler © Stadt Graz/FischerPressekonferenz mit Bürgermeister Siegfried Nagl, Verkehrsstadträtin Elke Kahr und Studienautor DI Willi Hüsler © Stadt Graz/FischerPressekonferenz zur Hüsler-Studie © Stadt Graz/TautscherPressekonferenz mit Bürgermeister Siegfried Nagl, Verkehrsstadträtin Elke Kahr und Studienautor DI Willi Hüsler © Stadt Graz/FischerPressekonferenz mit Bürgermeister Siegfried Nagl, Verkehrsstadträtin Elke Kahr und Studienautor DI Willi Hüsler © Stadt Graz/FischerMartin Bauer, Verkehrsplanung und Barbara Urban, Leiterin der Abteilung für Verkehrsplanung © Stadt Graz/Fischer

Kosten, Fahrgastzahlen

Das Gesamtvolumen der Baukosten für diese 3 Projekte - die etappenweise realisiert werden sollen - beträgt rund 285 Mio. Euro. Ausgehend vom Realisierungshorizont 2030 kann mit zusätzlich rund 50.000 Fahrgästen gerechnet werden, was einem Plus von einem Sechstel des Passagieraufkommens der Graz Linien insgesamt entsprechen würde.

Von großer Bedeutung ist sowohl bei der Nordwest- als auch bei der Südwest-Linie die Verflechtung mit der S-Bahn über die künftigen Nahverkehrsknoten Gösting bzw. Wetzelsdorferstraße und Reininghaus. Der Knoten Gösting wäre, gemessen am Fahrgastaufkommen, der drittgrößte Bahnhof in der Steiermark. Zu berücksichtigen ist, dass mit Realisierung der prioritär verfolgten 3 Ausbaustrecken (Nordwest, Südwest, neuer „Zweier") ein zusätzlicher Bedarf von ca. 30 Straßenbahnzügen gegeben ist.

Nagl: „Die derzeitigen Straßenbahn-Netzausbauten über € 120 Mio. bilden die Basis für umweltfreundliche Mobilität in Graz. Die neue Universitäts-Linie sowie die neuen Linien nach Gösting und nach Straßgang werden in Zukunft täglich rund 130.000 Personen mehr als bisher befördern. Mit dem Bim-Paket 2023plus steigern wir das attraktive und leistungsfähige Öffi-Angebot in Graz."

Kahr: „Die Straßenbahn ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in Graz. Die jetzt in Bau und in Vorbereitung befindlichen 3 Linien - Reininghaus, Smartcity und Innenstadtentlastung - sind ein wichtiger Schritt der Netzerweiterung bis 2023. Unsere Aufgabe ist es nun, die Weichen für das Jahrzehnt danach zu stellen, und ich bin froh, dass wir uns gemeinsam darum bemühen."  

Wolfgang Wehap

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).

Ihre Kommentare (15)

Diesen Beitrag kommentieren
  • Michael Brantner,  25.09.2019, 14:31
    Zukunft
    Ich habe diese Informationen zufällig gefunden, da mir die Berichte über die damalige Pressekonferenz nicht aufgefallen waren. Ich finde es großartig, dass endlich auch in größeren Dimensionen gedacht wird, die aber dennoch umsetzbar sind. Graz wächst und es ist unerlässlich, dass auch der öffentliche Verkehr, insbesondere die Straßenbahn, genauso wächst. Besonders die Linie nach Gösting sowie die vollständige Erschließung der Siedlungsgebiete rund um die Reininghausgründe erscheinen extrem notwendig. Ich hoffe, es kommen nicht zu viele Querschüsse (dass welche kommen ist für mich sicher) und es gibt in Graz 2030 ein zukunftsicheres Straßenbahnnetz.
  • Wolfgang Wehap,  12.06.2019, 13:56
    @Binder Beatrix
    Die Tram-Linie durch die Waagner-Biro-Straße bis zur Peter Tunner-Straße ist beschlossen und soll 2020/21 gebaut werden.
  • Binder Beatrix,  11.06.2019, 09:14
    Neue Strassenbahnlinie
    Meine Frage. Führt die neuen Straßenbahnlinie durch die Waagner Biro Strasse
  • Wolfgang Wehap,  07.06.2019, 16:41
    @Theresia Pinter
    Lt. Fachleuten hat die Linie nach Gösting mit 22.500 Fahrgästen/Tag das größte Potenzial, das er v.a. in Synergie mit dem Nahverkehrsknoten/ S-Bahn - der nach HBF und Bruck 3. größte BHF in der Steiermark vom Passagieraufkommen her wäre. Von hier aus könnte nicht nur die BULME, sondern der ganze Norden von Graz ÖV-mäßig erschlossen werden.
  • Theresia Pinter,  07.06.2019, 13:18
    Tramlinien für Graz
    Mir fehlt jegliches Verständnis für die Linienführung nach Gösting. Ich würde es verstehen wenn die Linie bis Graz Nord führen würde, dort ein Park & Ride errichtet würde und von dort eine Verbindung nach Andritz, das wäre Sinnvoll. Aber wenn ich mit der S-Bahn komme fahre ich doch gleich bis zum Bahnhof wo ich alle Möglichkeiten habe. Außerdem könnte man die Smart City Bahn bis nach Gösting führen. Bulme-Schüler würden sich sicher freuen.
  • Wolfgang Wehap,  06.06.2019, 12:08
    @Alexander
    Die äußere SW-Linie könnte verm. am schnellsten baureif sein, die volle Wirksamkeit hat sie aber erst mit Realisierung der inneren SW-Linie (über Roseggerhaus oder Griesplatz). Die äußere SW-Linie alleine betrachtet hat deswegen weniger Potential, weil Tram-Fahrgäste den Umweg über HBF/Reininghaus fahren müssten und die Buslinien über die Kärntnerstr. weiter die bessere Verbindung ins Zentrum wären.
  • Wolfgang Wehap,  06.06.2019, 11:57
    @Traude
    In der Straßgangerstraße werden die Busspuren sukzessive ausgebaut - sie würden künftig als Trasse für die äußere SW-Linie dienen (die die Buslinien sinnvollerweise zumindest tw. ersetzen würde).
  • Stolzer Grazer 28.05.2019, 15:47
    @ Ursula Stiendel
    Nach Gösting soll es die Linie 9 sein.
    Sehr toll das in naher Zukunft jeder Stadtbezirk endlich per laufruhiger Straßenbahn erreichbar sein soll.
  • Ursula Stiendel,  27.05.2019, 18:33
    Der 4 Fahrt zum Reinigunshaus ! Welche Linie Nummer Fahrt nach Göstling? Mit freundlichen Grüßen Ihre Ursula Stiendel
  • Erhard Johannes,  25.05.2019, 10:39
    ÖV Planung Graz
    Freue mich sehr auf eine erfolgreiche Umsetzung dieses hier vorgestellten Konzepts 2023+ (insbesondere der Linie nach Gösting) für einen TRAM-Anschluss aller Grazer Stadtbezirke und hoffe dafür auf einen nachhaltig politischen Schulterschluss in dieser Sache!
  • Stolzer Grazer 24.05.2019, 21:18
    Genau was Graz braucht!
    Zusammen mit dem aktuellen Ausbauprogramm ein dringend notwendiger Quantensprung für den öffentlichen Verkehr in Graz.
    Da inzwischen der Großteil der Staus in Graz von Pendlerautos verursacht wird hat das Land Steiermark die moralische Pflicht Graz hier finanziell zu unterstützen.
    Die fehlende Raumordnung ausserhalb von Graz, die den Bau autozentrierter, umweltfeindlicher Einfamilienhaussiedlungen ermöglicht, ist der Hauptgrund für das aktuelle Verkehrschaos in Graz und hierfür ist das Land Steiermark verantwortlich.
  • Alexander,  24.05.2019, 19:16
    Trassenentscheidung
    Wieso wird die äußere Südwestlinie nach Straßgang zur Umsetzung empfohlen trotz - nachvollziehbarer - geringer Wirksamkeit?
  • Karl Hippacher,  24.05.2019, 18:06
    Straßenbahnausbau
    Die Endstation mit Umkehrschleife für die Linie 4 nach Reininghaus wird gerade 120 m von der Peter-Rosegger-Straße gebaut !
    Warum wurde die Endstation nicht direkt bei der Peter-Rosegger-Straße eingeplant, die Freifläche ist vorhanden und die Bewohner um das fertige Areal Reininghaus Süd hätten optimalen Direktanschluss zum Hauptbahnhof usw.?
    Somit ist ein Umstieg ab 2021 von der Busline 31 zur kommenden Straßenbahnlinie 4 für ältere Menschen, speziell im Winter nur schwer möglich. Diese Planung ist mir unverständlich, zumal die Südwestlinie vielleicht über Don Bosco in die Peter-Rosegger-Straße erst bis 2030 geplant ist.
  • Traude,  24.05.2019, 17:04
    Straßgangerstraße
    Nachdem die Straßgangerstraße bereits jetzt schon ein verkehrstechnischer Alptraum ist, frage ich mich, wie es dann erst mit einer Straßenbahn sein wird?!?! Zumal nicht durchgehend eine Busspur vorhanden ist. Als direkte Bewohnerin der Straßgangerstraße ist das eine untragbare Zumutung für mich und meine Familie! Warum kann man es nicht beim Busverkehr belassen und eine neue Buslinie stattdessen einführen?
  • Hubert Maier,  24.05.2019, 15:07
    Unterlagen
    Es wäre jetzt sehr schön, wenn man diese Maßnahmen auch in einer aufgearbeiteten Form zur Verfügung bekäme (also Download hier z. B., bei der Plabutschgondel gab es das auch ...).