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Wenn der Straßenname ein Gesicht bekommt

21.06.2019
Egal ob auf Straßen, Plätzen oder im Stadtpark: Alle namensbezogenen Straßennamen werden vom Projekt erfasst. © Stadtvermessung Graz/Marc Diehold
Egal ob auf Straßen, Plätzen oder im Stadtpark: Alle namensbezogenen Straßennamen werden vom Projekt erfasst.© Stadtvermessung Graz/Marc Diehold

Exakt 734 Grazer Straßen sind aktuell nach Personen benannt. Sie alle sollen durch Infotafeln in einem 10-Jahres-Projekt ihren Namensgebern ein Gesicht geben.

                                                                                                                                

Die Diskussion um belastete Namensgeber aus der Zeit des Nationalsozialismus für Straßen und Plätze in Graz war der Anfang - jetzt geht die Stadt einen Schritt weiter: In einem 10-Jahres-Projekt, das heuer beginnt und mit fast 1,3 Millionen Euro dotiert ist, möchte die Stadt Informationen für alle 734 Straßen mit namensbezogenen Bezeichnungen veröffentlichen. Der Start soll - einem Gemeinderatsbeschluss vom Februar folgend - noch heuer erfolgen: Im ersten Schritt werden die 82 historisch bedenklichen Namen durch Zusatztafeln in den jeweiligen Straßen erklärt, nach und nach sollen bis 2028 dann alle weiteren Namensgeber und ihre Leistungen vor den Vorhang geholt werden. Federführend ist das Grazer Stadtvermessungsamt, die Umsetzung erfolgt durch die Holding Graz und das Straßenamt. Auch das städtische Kulturamt und die Karl-Franzens-Universität wurden für die inhaltliche Aufarbeitung ins Boot geholt. Basis dafür war unter anderem das Buch „Grazer Straßennamen" von Prof. Karl Albrecht Kubinzky und der Magistratsbediensteten Dr. Astrid Wentner, das künftig in allen Bibliotheken von Grazer Volks-, Neuen Mittelschulen und Gymnasien aufliegen soll. Und: Ein Stadtplan mit Erklärungen aller personenbezogenen Straßennamen wird künftig auch auf der Graz-Homepage online gestellt.

Bürgermeister Nagl: „Doppelter Nutzen“

Für Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl hat die gewählte Vorgangsweise, die in der nächsten Sitzung des Grazer Gemeinderates zur Projektgenehmigung vorgelegt werden soll, doppelten Nutzen: „Wir stellen uns unserer historischen Verantwortung, indem wir belastete Straßennamen im Zusammenhang mit nationalsozialistischem Hintergrund klar aufzeigen. Wir tun aber auch etwas für die Bildung von SchülerInnen, BewohnerInnen und Gästen unserer Stadt: Alle können durch die Zusatztafeln, die am Beginn und Ende jeder längeren Straße und einmal in kurzen Gässchen angebracht werden, erkennen, welche historische Persönlichkeit durch die jeweilige Benennung geehrt wird. Das ist ein Wissensprojekt, von dem alle Beteiligten nur profitieren!"

Wolfgang Maget

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