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Künftiges Stadtbootshaus schlägt hohe Wellen

11.07.2019
Präsentierten das künftige Stadtbootshaus heute den Medien: von links der Präsident des Steirischen Kanuverbandes, Mag. Norbert Podany, Juryvorsitzende-Stellvertreterin Arch. DI Andrea Redi, Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, Siegerin Arch. DI Nina Maria Kuess und ihr Projektleiter DI Rene Märzendorfer, Sportstadtrat Kurt Hohensinner MBA, Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle und Michael Strömer vom Kajak Klub Graz. © Stadt Graz/Fischer
Präsentierten das künftige Stadtbootshaus heute den Medien: von links der Präsident des Steirischen Kanuverbandes, Mag. Norbert Podany, Juryvorsitzende-Stellvertreterin Arch. DI Andrea Redi, Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, Siegerin Arch. DI Nina Maria Kuess und ihr Projektleiter DI Rene Märzendorfer, Sportstadtrat Kurt Hohensinner MBA, Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle und Michael Strömer vom Kajak Klub Graz.© Stadt Graz/Fischer

Mit dem Murkraftwerk kehrt der Wassersport in die Grazer City zurück. Zentrum dafür wird das neue Stadtbootshaus, das SportlerInnen und Flaneure anziehen soll.

                                                                                                                                

Die verlangsamte Fließgeschwindigkeit der Mur durch das neue Kraftwerk macht die Rückkehr des Wassersports im Stadtzentrum möglich - und dafür sollen sowohl für AmateurInnen und Profis perfekte Rahmenbedingungen geschaffen werden. In der City ist in und an der Mur im Bereich des Marburger Kais nahe des Andreas-Hofer-Platzes ein neues Stadtbootshaus geplant, das sportliche Betätigungen, aber auch Erlebnisse für PassantInnen ermöglichen wird. In dem Haus sollen nicht nur die Kanus, Kajaks und zwei Drachenboote untergebracht werden, sondern auch der Kanu Club Graz und der Grazer Kajak Klub Wikinger ein Vereinshaus bekommen. Dieses beherbergt Umkleidemöglichkeiten, Aufenthaltsräume und eine Teeküche und im Gegensatz zum reinen Bootshaus auch eine Heizung. Aber nicht nur für die Breiten- und SpitzensportlerInnen, sondern auch für Mur-Flaneure und Publikum soll das Areal samt seinem flexibel nutzbaren Bootshaus eine Einladung darstellen. Das Dach des Gebäudes mit 215 Quadratmeter Nutzfläche ist direkt vom Marburger Kai aus begehbar, Vorbeikommende können auf einer Art „Murbalkon" dem bunten Treiben zusehen. Für die dazu benötigte Sichtachse aufs Wasser und auf rechte Murufer muss kein wertvoller Baum gefällt werden. Alle Planungen wurden im Einvernehmen mit Naturschutz, Denkmalschutz, Altstadtsachverständigenkommission und der städtischen Grünraum-Abteilung durchgeführt, sensible Eingriffe in den Naturraum sind somit garantiert. Das alte, völlig devastierte Bootshaus am Standort - die ehemalige Murwärterhütte aus jenen Zeiten, zu der es auf der Mur noch eine Dampfschifffahrt gab - ist unsanierbar, es muss dem attraktiven Neubau weichen.

Bootshaus erlebbar für alle

Das künftige Bootshaus wurde so lang und schmal geplant, dass alle wertvollen Bäume entlang der Murböschung erhalten bleiben können. Die Promenade wird im Bereich des neuen Angebots aufgeweitet. Das Bootshaus selbst ist vom Erdgeschoß bis zum Dach auch für Nicht-BootssportlerInnen begehbar, Stiegen, Holzpodeste, Grüninseln und Sitzstufen laden zum Verweilen ein. Die Nutzung ist auf viele Art möglich - neben Sportveranstaltungen und Training werden auch kleine Feste, der Aufbau einer Bühne für kulturelle Veranstaltungen und andere Attraktionen im Portfolio sein.

Wettbewerb mit junger Siegerin aus Graz

Gewann mit ihrem Projekt den Wettbewerb für das Stadtbootshaus: die junge Grazer Architektin DI Nina Maria Kuess. © Stadt Graz/Fischer
Gewann mit ihrem Projekt den Wettbewerb für das Stadtbootshaus: die junge Grazer Architektin DI Nina Maria Kuess.© Stadt Graz/Fischer

Zur Ermittlung der geeignetsten Lösung für diesen zentralen Standort wurden vom Referat Hochbau der Stadtbaudirektion die Projektentwicklung sowie ein geladener und natürlich anonymer Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich neun steirische Büros beteiligten. Das Preisgericht unter dem Vorsitz der Architektin DI Hemma Fasch - sie hatte den Wettbewerb für das Sport- und Wellness-Bad Auster in Eggenberg gewonnen- entschied sich für den Entwurf der jungen Grazer Architektin DI Nina Maria Kuess und ihres Teams. Hervorstechendstes Merkmal sei „die Interpretation der Aufgabe als Hybrid", der vielseitige Nutzungen ermögliche und sich mehr als Struktur und weniger als Gebäude wahrnehmen lasse, betonte heute die stellvertretenden Preisgerichtsvorsitzende DI Andrea Redi bei der Präsentation des Entwurfs.

Eröffnung im Jahr 2021 geplant

Der Baubeginn für das neue Stadtbootshaus Graz ist für kommendes Jahr geplant, die Eröffnung soll 2021 erfolgen. Die Gesamtkosten für das gesamte Ensemble, das auch Bestandteil des Mur-Masterplans ist, sind mit rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt.

Vorfreude bei allen Beteiligten

So soll das fertige Bootshaus im Jahr 2021 aussehen. © Kuess Architektur ZT – Visualisierung Renderpohl
So soll das fertige Bootshaus im Jahr 2021 aussehen.© Kuess Architektur ZT – Visualisierung Renderpohl

Dass das Thema Stadtbootshaus schon von Vornherein hohe Wellen schlägt, zeigte sich heute Mittag in einer Pressekonferenz, in der das Bürgermeisteramt wegen des großen Medieninteresses aus allen Nähten platzte. Hausherr Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl konnte seine Vorfreude nicht verbergen: „Wir wollen die Mur als Lebensraum für Menschen und als Brücke zwischen den beiden Murufern entwickeln - dieses Projekt ist ein ganz besonderer Schritt dazu!" Das Bootshaus solle mithelfen, Graz zur Paddelhauptstadt Österreichs zu machen. Ähnlich äußerte sich Sportstadtrat Kurt Hohensinner MBA: „Bereits jetzt sind an der Mur viele SportlerInnen beim Laufen, Radfahren oder Skaten unterwegs. Durch das Projekt machen wir künftig die Wasserfläche der Mur zur größten Sportfläche der Stadt!" Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle betonte die akribische Vorbereitung des Wettbewerbs mit allen maßgeblichen Stellen, damit das Ergebnis so umgesetzt werden könne - etwas, was Naturschutzbeauftragter Dr. Wolfgang Windisch bestätigte: „Bei so gut vorbereiteten Projekten wird der Naturschutz zum Begleiter, nicht zum Gegner!"

Große Hoffnung bei Sportvereinen

Für die Nutzer waren der Präsident des Steirischen Kanuverbandes, Mag. Norbert Podany, und Michael Strömer vom Kajak Klub Graz voll des Lobes für die Pläne: Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, dass Graz nach längerer Durststrecke wieder WeltmeisterInnen und OlympiateilnehmerInnen hervorbringen könne. Aber auch für den Breitensport bringe das Stadtbootshaus neue Angebote: Man werde die Schulen einladen, Firmenevents anbieten und „Schnupper-Paddelstunden" veranstalten.

Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge

Alle neun Beiträge zum Wettbewerb für das Stadtbootshaus können übrigens im Foyer der Stadtbaudirektion, Europaplatz 20, von Freitag, 12., bis Freitag, 26. Juli, an Werktagen jeweils zwischen 8 und 15 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Wolfgang Maget

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