• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Bischofstreffen in Graz

06.08.2019
Kirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/FischerKirchliche Würdenträger aus aller Welt im Grazer Rathaus © Stadt Graz/Fischer

An die 60 katholischen Bischöfe, Kardinäle und kirchliche Würdenträger aber auch Laien aus aller Welt, die der Fokolar-Bewegung nahestehen, sind von 2. bis 10. August in Schloss Seggau versammelt.  Und zwar um das Charisma der Einheit zu vertiefen und den Austausch unter Bischöfen auf Weltebene in ökumenischem Gedanken zu pflegen und einige Tage in brüderlicher Gemeinschaft zu verbringen.

„Diese Woche in der Südsteiermark dient dem geistlichen Austausch aber auch der Erholung“, erklärte der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl beim Besuch der Delegation bei Bürgermeister Siegfried Nagl im Gemeinderatssaal des Rathauses. „Auf gut steirisch g'sagt, gehört es sich einfach, in der Landeshauptstadt vorbeizuschauen.“ Wie schnell sich ein Bürgermeistersessel in einen Bischofsstuhl verwandeln kann, zeigte Krautwaschl schließlich vor, in dem er flugs den Vorsitz auf der Regierungsbank übernahm.

Die Parallelen zwischen Religion und Politik strich Nagl dabei besonders hervor: „Wir haben ja die selbe ,Kundschaft‘: Menschen, die bei uns und unter uns leben. Mit all ihren Wünschen, Interessen und Bedürfnissen. Unser Ziel ist, dass das Miteinander und die Gemeinschaft gelingen. Politik wie auch Religion sind dabei Stifter und Garanten für friedliches Zusammenleben – oder sollten es zumindest sein. Der interreligiöse Dialog, wie ihn die Menschenrechtsstadt Graz seit Jahren pflegt  – im neuen Stadtteil Reininghaus soll künftig dafür sogar ein eigener Platz geschaffen werden – gehört da ebenso dazu, wie Wissen, Bildung und Forschung.“

Und weil bekanntlich Essen Leib und Seele zusammenhält, lud Nagl zum anschließenden Mahl in den Rathaus-Räumlichkeiten.

Die Fokolar-Bewegung

Anfänge
Die Fokolar-Bewegung begann 1943 im norditalienischen Trient. Dort lebte die 22-jährige Grundschullehrerin Chiara Lubich. Der 2. Weltkrieg stellte sie vor die Frage: „Was bleibt?" Während sich ihr Bruder Gino im kommunistischen Widerstand engagierte, fand sie ihre Antwort in der Bibel. Schnell scharte sich eine Gruppe junger Frauen um Chiara Lubich. Die Bevölkerung nahm Notiz davon und nannte die Gruppe bald „focolare". Der Begriff „focolare" heißt so viel wie Herdfeuer und beschreibt die Atmosphäre von Wärme und Geborgenheit.

Spiritualität
Der Fokolar-Bewegung ist die „Spiritualität der Einheit", auch „Spiritualität der Gemeinschaft", zu eigen. Deren erster Schwerpunkt ist die Wiederentdeckung Gottes als Liebe. Es geht weiter vor allem darum, die „gegenseitige und beständige Liebe, die die Einheit und die Gegenwart Jesu in der Gemeinschaft ermöglicht" zu leben. Durch die Verwurzelung im Evangelium entsteht so ein Lebensstil, der zu Einheit und Frieden in der Welt beiträgt.

Besonderes Ziel: Es geht um einen Beitrag zur Verwirklichung des Gebetes Jesu zu Gott, seinem Vater, „Alle sollen eins sein" (Joh 17,21) im Sinn der weltweiten Geschwisterlichkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Angehörigen der Fokolar-Bewegung offen für den Dialog mit Menschen und Gruppierungen aller Richtungen und Kulturen:

  • sie arbeiten für eine immer größere Einheit innerhalb der jeweils eigenen Kirche
  • sie pflegen persönliche Beziehungen zu Christen unterschiedlicher Kirchen und setzen sich mit ihnen für den ökumenischen Dialog ein
  • sie suchen durch gemeinsame Initiativen im Sinn der „goldenen Regel" die größtmögliche Einheit in Gott mit allen Glaubenden
  • sie teilen die Werte, die hinter dem Einsatz auch derer stehen, die eine nicht religiöse Weltanschauung haben und arbeiten mit ihnen für das Gemeinwohl zusammen.
  • sie geben ihren Beitrag in den verschiedenen Bereichen der Kultur und des menschlichen Wirkens.

Zugehörigkeit in Zahlen
Weltweit sind rund 2 Millionen Menschen in Verbindung, davon sind 140.000 Mitglieder;
Neben den katholischen Christen gehören 50.000 Christen aus über 350 Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, 30.000 Angehörige der großen Religionen wie Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus, sowie 70.000 Menschen ohne religiöses Bekenntnis in 194 Ländern dazu.

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).