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Unsere Frau am Erzberg

Ein Bericht von der "Ironore 2019"

16.09.2019

Übungsannahme: schweres Erdbeben

Mag.a Julia Wild, MSc war in der Übungsleitung der "IRONORE 2019" am Erzberg. © Rotes Kreuz Steiermark/N. Mandl
Mag.a Julia Wild, MSc war in der Übungsleitung der "IRONORE 2019" am Erzberg.© Rotes Kreuz Steiermark/N. Mandl

Sie ist Offizierin und Bereitschaftskommandantin des Roten Kreuzes, Referatsleiterin im städtischen Umweltamt - und sie war in der Übungsleitung einer der größten Rot Kreuz-Übungen, der „IRONORE 2019" am Erzberg: Mag.a Julia Wild, MSc. 

Ein schweres Erdbeben erschüttert am 11. September 2019 den Raum Eisenerz (englisch: iron ore). Das Innenministerium aktiviert den EU-Katastrophenschutz-Mechanismus und fordert internationale Hilfseinheiten, das Rote Kreuz parallel Unterstützung aus den nicht betroffenen Landesverbänden an. Dies war die Annahme für die alle zwei Jahre stattfindende Bundeskatastrophenübung des Roten Kreuzes, die heuer an eine EU-Übung gekoppelt war und dadurch seitens der EU co-finanziert wurde.

In führender Rolle mitten drinnen in der Übung, an der drei Tage lang mehr als 1.000 Personen teilnahmen, war eine Mitarbeiterin des Magistrates: Julia Wild war von Donnerstag bis Samstag Teil der ExCon/Exercise Control (Übungsleitung). Hier sind ihre Eindrücke und Erkenntnisse aus der „IRONORE":

Übungsszenario: Zugunglück, hier ist die Dekontaminationseinheit im Einsatz. © Rotes Kreuz Steiermark/J. WildSchwierige Rettung der "Verunglückten" aus dem Personenzug. © Rotes Kreuz Steiermark/J. WildDer Notarzt-Hubschrauber "Christophorus 99" im Anflug. © Rotes Kreuz Steiermark/J. Wild

Eindrücke und Erkenntnisse aus der "IRONORE"

„Es war eine überaus spannende Erfahrung, Teil dieser Übung zu sein und zu erleben, wie Katastrophenschutzmechanismen im Einsatzfall funktionieren.

Zahlreiche österreichische standardisierte Rot Kreuz-Hilfseinheiten, welche nach einheitlich definierten Vorgaben Personal und Equipment in den Katastrophenraum bringen, waren vor Ort. Dazu zählten neben 25 Rettungsfahrzeugen auch eine Art kleines Feldlazarett, Suchhunde, Krisenintervention, eine Mobile Leitstelle, die Feldküche sowie eine Mobile Beleuchtung und weitere technische Einheiten. Von internationaler Seite unterstützten zwei Feldspitäler, eine Dekontaminationseinheit, zwei Spezialeinheiten zur Rettung von Verletzten unter Trümmern, die Höhlenrettung, eine geländegängige Logistikeinheit sowie eine Trinkwasseraufbereitungseinheit die Katastrophenbewältigung. Zur Koordination auf Behördenebene wurde ein sogenanntes EU-Zivilschutzteam (EU Civil Protection Team) sowie eine Führungsunterstützungseinheit entsendet.

Insgesamt waren an diesem Wochenende somit rund 70 Fahrzeuge und über 1.000 Personen in Eisenerz und Umgebung im Einsatz."

Übungsszenario: Busunfall im Tunnel. Die slowenische Einheit sichert die Fahrzeuge.  © Rotes Kreuz Steiermark/J. WildDie Rot Kreuz-MitarbeiterInnen versorgen die Unfallopfer.  © Rotes Kreuz Steiermark/P. HansakInsgesamt waren rund 70 Einsatzfahrzeuge in Eisenerz und Umgebung. © Rotes Kreuz Steiermark/P. Hansak

30 Einsatz-Szenarien

"Damit all diese Teilnehmer entsprechend beübt werden konnten, wurden im Vorfeld knapp 30 Szenarien in Eisenerz, Vordernberg, Trofaiach, Leoben und St. Michael i. O. entwickelt: Von eingestürzten Häusern und Busunfällen über vermisste Personen im unwegsamen Gelände bzw. sogar in Höhlen bis hin zu einem Zusammenstoß eines Personenzuges mit einem Güterzug (6 Szenarien mit simuliertem Gefahrgut) war für alle Einheiten etwas Passendes dabei. Um die Ereignisse möglichst realitätsnah wiederzugeben, waren hunderte Figuranten im Einsatz, die geschminkt und zu ihren Verletzungsmustern instruiert wurden.

Unsere Aufgabe in der ExCon (hauptsächlich besetzt durch die Mitarbeiter des realen Landesrettungskommandos Steiermark) war es, die verschiedenen Events zu koordinieren, wie in einem Einsatzstab üblich die Lage im Blick zu haben sowie das Landesrettungskommando und die Behörden auf verschiedener Ebene zu simulieren. Dazu erstellten wir z.B. Lagekarten, führten ein Einsatztagebuch über alle wichtigen Schritte und entschieden, wann welche Szenarien anlaufen und welche Einheiten dazu alarmiert werden sollten. Die Übung hatte dabei keinen fixen Zeitplan, sondern verfolgte das Konzept, dass Szenarien überlappend bzw. direkt nacheinander auch über Nacht stattfanden (participant driven).

Mit den ersten Notfällen wurden die Einheiten bereits auf ihrer Anfahrt nach Eisenerz konfrontiert. Den Abschluss bildete am Samstag ein groß inszenierter Bus-Unfall in einem Tunnel direkt am Erzberggelände mit rund 100 Verletzten. Dort steht mit dem „Zentrum am Berg" eine bemerkenswerte Übungsanlage für Einsatzorganisationen zur Verfügung."

 

Beeindruckend: Equipment, Einsatz, Zusammenarbeit

"Insgesamt waren es zwar drei anstrengende, aber überaus interessante Tage in Eisenerz mit vielen Eindrücken. Neben den gesammelten Erfahrungen über die Organisation, die im Hintergrund einer Bundes-/EU-Übung läuft, war es zudem sehr beeindruckend zu sehen, mit welchem Equipment die internationalen Einheiten anreisten, wie diese im Einsatz agierten und wie gut die Zusammenarbeit zwischen österreichischen und internationalen Einsatzeinheiten trotz Sprachbarriere funktionierte."

Unfallszenario: ein eingestürztes Parkdeck. © Rotes Kreuz Steiermark/P. HansakAuch in den Nachtstunden wurde geübt.  © Rotes Kreuz Steiermark/J. WildEingestürzte Gebäude am Erzberg forderten die Einsatzkräfte. © Rotes Kreuz Steiermark/J. Wild

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