• Seite vorlesen
  • Feedback an Autor
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Facebook teilen

Wohin wird sie FÜHREN?

Diskussionsveranstaltung der Abteilung für Wirtschaft und Tourismusentwicklung

11.10.2019

Eines vorweg: Bürgermeister Siegfried Nagl war gestern nicht der einzige Mann, der sich in die neuen, ebenerdigen Räumlichkeiten am Mariahilfer Platz wagte. Ulfried Hainzl war auch da und noch ein paar andere Herren folgten der Einladung der Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung. "FrauenWIRTSCHAFT - Wohin soll sie FÜHREN?" lautete der vielversprechende Titel der Diskussionsveranstaltung zu der Andrea Keimel und ihr Team luden.
Am Podium sprachen drei Frauen aus völlig unterschiedlichen Branchen über ihre Erfahrungen im Berufsalltag und über ihre Rolle darin: Regina Ovesny-Straka, Generaldirektorin der Volksbank Steiermark, Sabine Pelzmann, Unternehmensberaterin, Coach und Buchautorin sowie Johanna Pirker, Spielforscherin und Informatikerin an der TU Graz.

Zwei Herren bei einer "Frauenveranstaltung": Bürgermeister Siegfried Nagl (M.) und Ulfried Hainzl mit Holding-Linien-Vorständin Barbara Muhr und WKO-Obfrau Sabine Wendlinger-Slanina (r.). © Stadt Graz/Fischer
Zwei Herren bei einer "Frauenveranstaltung": Bürgermeister Siegfried Nagl (M.) und Ulfried Hainzl mit Holding-Linien-Vorständin Barbara Muhr und WKO-Obfrau Sabine Wendlinger-Slanina (r.).© Stadt Graz/Fischer

Dass die Notwendigkeit zur Vernetzung und Motivation von Frauen gegeben ist, belegen Zahlen leider immer noch eindrucksvoll. Eine davon: In 62 Prozent der Top-100-Unternehmen der Steiermark sind keine Frauen in Führungspositionen anzutreffen. "Aus diesem Grund geht es uns darum, weibliche Kompetenzen sichtbar zu machen, zu vernetzen", erklärte "Hausherrin" Andrea Keimel.

Bürgermeister Nagl unterstrich die Bedeutung eines derartigen Veranstaltungsformats und äußerte die Hoffnung, dass es auch gut ankomme. Als ein unter vielen Damen lebender Mann, sei ihm die berufliche Entfaltung nicht nur seiner drei Töchter stets ein Anliegen gewesen, sondern der Frauen generell: "Im Haus Graz sind wir diesbezüglich auf einem guten Weg. Eine dynamische Wirtschaft braucht weibliche Kraft und Kreativität," ist das Stadtoberhaupt überzeugt.

Und auch Sabine Pelzmann, die die Diskussionsrunde eröffnete, ist der Überzeugung: "Gemischtgeschlechtliche Führungsteams sind am erfolgreichsten." Zahlreiche Studien hätten das bereits belegt. Die Unternehmensberaterin tritt für das Aufbrechen von Stereotypen ein und ermutigte, sich auch in unsicheres Terrain vorzuwagen.

Unkonventionell aber besonders interessant berichtete IT-Spezialistin Johanna Pirker von ihrem Weg in die Technik. Von diesem habe man(n) ihr nämlich oft abgeraten mit dem Hinweis: "Das ist doch nur was für Männer." Bereits als Dreijährige habe sie schon Lust verspührt, den kleinen Prinzen des Computerspiels "Prinz of Persia" zu steuern. Heute entwickelt sie selbst Spiele, forscht und hat Spaß dabei: "Es geht um die Freude an der Tätigkeit. Informatik ist total bunt. Durch das Programmieren kann ich die Dinge, die in meinem Kopf sind, vor andere erlebbar machen. Das ist meine Form von kreativem Output." Pirker lieferte jede Menge Motivation, sich in die IT-Branche vorzuwagen.

Bankerin Ovesny-Straka gestand, zu Beginn ihrer Karriere von den Herren durchaus als "strange animal" (eigenartiges Tierchen), wie sie es nannte, wahrgenommen worden zu sein: "Doch sobald sie erkannt haben, dass man mir mir eh ganz normal reden kann, ging es." Permanente Veränderung, Lernbereitschaft und Empathie seien essenziell, beim Führen. "Out sind Hierarchien, in dagegen, Teamarbeit und den Sinn der Arbeit zu erkennen," betonte Ovesny-Straka.

Mehr zum Thema

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).