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Reininghaus ante portas

15.11.2019
Erbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus. © Stadt Graz/FischerErbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus: Hans-Peter Weiss, Bgm. Siegfried Nagl, Michael Pech, Kristijan Agatic und Christian Krainer (v. l.). © Stadt Graz/FischerErbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus. © Stadt Graz/FischerErbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus. © Stadt Graz/FischerErbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus. © Stadt Graz/FischerErbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus. © Stadt Graz/FischerErbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus. © Stadt Graz/FischerErbauliche Nachrichten aus dem neuen Stadtteil Reininghaus. © Stadt Graz/Fischer

Der Countdown läuft

Es ist fast so wie bei einem Adventkalender. Jeden Tag wird wieder ein Baustein fertig, wird in Reininghaus unter Hochdruck gearbeitet, damit in rund vier Wochen die ersten MieterInnen ihre Herbergen beziehen können.

„Die Euphorie ist schon groß. Die vor vielen Jahren ersonnene Vision wird bald wahr“, begrüßte der Vorstand der ÖSW AG, Michael Pech als Hausherrden Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl und die Vorstände und Geschäftsführer Kristijan Agatic (GRAWE Immobilien), Christian Krainer (ÖWG) und Hans-Peter-Weiss (Bundesimmobiliengesellschaft). Sie informierten über den aktuellen Stand und die Besonderheiten dieses Projekts.

Die Arbeiten rund um eines der größten Stadtentwicklungs-Projekte Österreichs sind voll angelaufen. Eigentümer, Bauträger und die Stadt Graz, werden in den nächsten Jahren auf den Reininghausgründen im Westen von Graz gemeinsam Wohnraum für rund 10.000 Menschen und 5.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Dafür wird insgesamt rund eine Milliarde Euro investiert. Bereits im Dezember ziehen die ersten MieterInnen in ihre Wohnungen in reininghaus.zehn ein. Dabei handelt es sich um ein Objekt innerhalb der sogenannten „Linse" (Q4), in der Reininghausstraße, mit 155 Wohnungen in der Größe zwischen 39 und 93 Quadratmetern .Das Quartier 4, das 155 Mietwohnungen umfasst, ist somit das erste Gebäude, das im neuen Stadtteil Reininghaus bezogen wird.

Stadt stellt die Infrastruktur

Das Grazer Stadtoberhaupt Siegfried Nagl freute sich sichtlich über die erbaulichen Neuigkeiten, dass das Projekt, das vor so vielen Jahr als Idee entstand, nun Wirklichkeit wird: „Ich habe zwei Lieblingssätze. Der erste lautet: Tu es! Und der zweite: Auf Dauer hält niemand meine Ausdauer aus. Hier passen wohl beide, denn damit man im Herzen einer Stadt in dieser Größenordnung etwas bewegen kann, braucht es Beharrlichkeit und viele Persönlichkeiten, die daran mitarbeiten. Letzten Endes werden wir dann alle stolz darauf sein. Dafür braucht es vor allem Vertrauen. Wir als Stadt sind für die Infrastruktur zuständig. Das reicht vom Datenkabel über den Kanal bis zur Beleuchtung, das Pflanzen von 900 Bäumen, der Errichtung des Reininghausparks um 8,5 Millionen Euro aber auch den Bau einer Volksschule und eines Gymnasiums, Kinderkrippe, Kindergarten, Stadtbibliothek und den Schienenausbau, damit der neue Stadtteil auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen wird. Die Stadt wächst mit der Entwicklung der Reininghaus Gründe nicht nur, sie wird nachhaltig und entwickelt neue Formen der Lebensqualität und des Wohnens. Hierbei haben wir unser Augenmerk auf zwei große Faktoren gelegt: zum einen die soziale Gerechtigkeit und zum anderen die nachhaltige Entwicklung. Um eine soziale Gerechtigkeit im Wohnsektor einfließen lassen zu können, muss man Wohnraumschaffung zulassen und fördern sowie einen guten Branchenmix zur Verfügung stellen. Die Nachhaltigkeit spiegelt sich in Reininghaus vor allem in der Qualität der Architektur und der Freiflächen, sowie im Energie- und Mobilitätskonzept wider. Besonders hervorheben möchte ich die gute Zusammenarbeit zwischen Eigentümern, Bauträgern und der Stadt, sowie die starke Einbindung der Bürgerinnen und Bürgervon Anbeginn an.“

17 Bauträger an einem Strang

Kristijan Agatic, Vorstandsdirektor GRAWE Immobiliengruppe: Dass die Reininghaus Gründe nicht nur eine Vision sind, ist spätestens seit 2017 klar, als die ersten Bagger aufgefahren sind. Auf 20 Baufeldern, den sogenannten Quartieren, entwickeln und bauen 17 Bauträger gemeinsam mit der Stadt Graz einen neuen, urbanen Stadtteil. Allein schon durch die Vielfalt der Investoren ist ein bunter Angebots- und Architekturmix garantiert. Es werden hier frei finanzierte sowie gemeinnützige Projekte realisiert, die von Mietwohnungen im freien und geförderten Bereich, über Mietkauf- bis Eigentumswohnungen für Familien, Singles, Senioren aber auch Start-ups und Young Ager reichen. Für jene, die flexibel arbeiten und wohnen wollen, wird es Atelierwohnungen oder Coworking-Plätze geben. Es soll einerseits leistbarer und barrierefreier Wohnraum und andererseits auch höchst anspruchsvolle Architektur für zukünftige Eigenheimbesitzer sowie Handel- und Gewerbetreibende entstehen. Mittlerweile wird in den Quartieren Q4 (Linse), dem Parkquartier (Q5 und Q6 Nord), dem Q6 Süd und dem Q7 gebaut. Bis 2022 werden der drei Hektar große Reininghauspark sowie auch rund 2000 Wohneinheiten und somit Platz für rund 4000 Menschen fertiggestellt sein. Das sind 40 Prozent vom Endausbau. Das Reininghaus-Areal wird bis etwa 2027 vollständig entwickelt sein. Bis dahin werden nicht nur die weiteren vorgesehenen Wohnräume geschaffen, sondern es entstehen etwa auch der höchste Tower der Stadt Graz mit 76,5 Metern und einem Hotel und medizinischen Zentrum sowie kulturelle Einrichtungen wie beispielsweise die Bespielung der ehemaligen Tennenmälzerei.

Von der Altstadt zur Neustadt

Christian Krainer, Vorstandsdirektor ÖWG: Graz-Reininghaus wird ein neuer Teil von Graz, der wegweisend für die neue Art des Lebensgefühls in der Landeshauptstadt der Steiermark sein wird. Die Möglichkeit, einen Stadtteil quasi neu zu entwickeln, ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Daher hat das auch einige Jahre und sehr viel Kompromissbereitschaft bei allen Mitwirkenden nach sich gezogen. Mittlerweile arbeiten Eigentümer, Bauträger und Stadt in einzigartiger Kooperation an der Entwicklung der Grazer „Neustadt". Aber was macht diesen neuen Stadtteil von Graz - an der Mur zum Altstadtkern gespiegelt - so besonders? Die Mur, die oft eine Trennung zwischen Ost und West, zwischen gut und schlecht oder zwischen teuer und billig war, hat in dieser Funktion ausgedient. Graz wird künftig als Ganzes wahrgenommen werden, mit Reininghaus als Herzteil mittendrin. Dort hat familiengerechtes Wohnen ganz hohen Stellenwert. In der „Stadt der kurzen Wege" wird der Freizeit samt der umfassenden Grünraumgestaltung ebenso Raum gegeben wie dem Arbeiten, weil doch rund 25 Prozent der verbauten Fläche Büros und Infrastruktur dienen. Zukunftsweisend ist auch das Mobilitätskonzept. Durch Wege, die die Baufelder verbinden und durchqueren, werden das Zu-Fuß-Gehen, das Radfahren sowie der öffentliche Verkehr für Leichtigkeit und Lebensqualität sorgen. Der Individualverkehr hingegen soll reduziert werden. Die vergleichsweise wenigen Fahrzeuge werden zentrale Einfahrten in Tiefgaragen haben und oberirdisch wird Elektromobilität als Ersatz für das private Auto dienen. Jedes Quartier wird die Möglichkeit zum E-Car-Sharing anbieten. Außerdem erhält im 1. Jahr jede Wohnung eine Öffi- Jahreskarte um einen Selbstkostenpreis von nur zehn Prozent. Reininghaus hat mit seinen Investoren in vielerlei Hinsicht eine Vorbildwirkung: So wird etwa jeder investierte Euro im Faktor 3,6 als Wertschöpfung in Graz und für Graz erzeugt. Mit dem, was sich in der Neustadt ergeben wird, sind Nachhaltigkeit und Lebensqualität sichergestellt.

Lebendiger Stadtteil

Hans-Peter Weiss, Geschäftsführer BIG/ARE: Reininghaus wird nicht nur eine Wohnsiedlung, sondern ein völlig neuer und eigener Stadtteil. Ein Projekt dieser Größenordnung verlangt natürlich auch nach einer gut durchdachten Infrastruktur. Diese wird einerseits durch einen breiten Nutzungsmix sichergestellt: Neben Wohnungen werden Nahversorger und Dienstleistungsangebote am Areal Platz finden. Das reicht vom Bäcker über Kindergärten und -krippen an drei Standorten, sozialen und medizinischen Einrichtungen bis zu diversen Büros und Bildungsinstitutionen. Großer Stellenwert wird auch öffentlichen Plätzen und Freizeitangeboten eingeräumt. Die Einbindung von Kommunikations- und Kontakträumen für Jung und Alt sowie eine lebendige Erdgeschoßzone wird für eine Belebung des öffentlichen Raums sorgen. Am gemeinsamen Baufeld der BIG und der ARE (Q12) entsteht zudem ein Schulcampus mit zwei für diesen neuen Stadtteil besonders wichtigen Bildungseinrichtungen - einer Volksschule und einer Höheren Schule. Reininghaus punktet auch durch eine hervorragende Vernetzung: Die Grazer Altstadt ist nur rund 2 Kilometer entfernt, der Ausbau der Straßenbahnlinie 4 sorgt für eine optimale öffentliche Verkehrsanbindung. Parallel dazu baut die Stadt Graz an der Straßenbahntrasse, sodass mit Ende 2022 die Straßenbahn entlang der Fußgängerzone, der sogenannten „Unesco Esplanade", den neuen Stadtteil befahren wird. Das 13,5 km lange Fuß- und Radwegenetz bildet das Rückgrat des neuen Stadtteils. Vor dem Hintergrund der Eigentümerverhältnisse stellt die baufeldübergreifende Kooperation im Eigentümerboard eine wahre Erfolgsgeschichte dar. Hier konnte der BIG-Konzern seine langjährige Erfahrung und Expertise sowohl in der Quartiersentwicklung als auch im Bau von Bildungseinrichtungen einbringen.

Reininghaus in Zahlen

  • 54 ha groß ist das gesamte Areal
  • 10.000 Menschen werden hier ihr Zuhause finden
  • 7.000 Beschäftigte werden auf den Reininghaus Gründen ihren Arbeitsplatz haben
  • 5.200 Wohneinheiten werden gebaut
  • 1.000 Bäume werden zusätzlich gepflanzt
  • 76,5 Meter wird das höchste Gebäude am Areal, der Q-Zwei-Tower, hoch sein
  • 20 einzelne Quartiere werden den neuen Stadtteil bilden
  • 10 Prozent, mindestens, sind in jedem Quartier dem Grünraum vorbehalten
  • 3 ha umfasst der Park im Zentrum
  • 2 Höhere Schulen und eine Volksschule gewährleisten Ausbildung vor Ort
  • 2 ha wird die Bezirkssportanlage umfassen
  • 1 Milliarde Euro beträgt das Gesamt-Investitionsvolumen

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