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Graz bei Nacht: Aber sicher doch!

19.12.2019
Gemeinsam für ein sicheres Nachtleben in Graz: Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter, FPÖ-Klubobmann Armin Sippel, Bgm.-Stv. Mario Eustacchio, Philipp Haiges (GF Die Thalia), Martin Fritz (GF Bollwerk Group), Gastronom GR Michael Schunko, Gastronom Wolfgang Nusshold und Sänger & Entertainer Johannes Lafer (v. l.). © Stadt Graz/Fischer
Gemeinsam für ein sicheres Nachtleben in Graz: Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter, FPÖ-Klubobmann Armin Sippel, Bgm.-Stv. Mario Eustacchio, Philipp Haiges (GF Die Thalia), Martin Fritz (GF Bollwerk Group), Gastronom GR Michael Schunko, Gastronom Wolfgang Nusshold und Sänger & Entertainer Johannes Lafer (v. l.).© Stadt Graz/Fischer

Unsere Stadt versteht es zu feiern. Ob in einem eleganten Club oder in einem typischen Studentenlokal – Nachtschwärmer kommen in Graz auf ihre Rechnung. Doch neben Spaß und Unterhaltung wird in der Murmetropole vor allem auch auf die Sicherheit der Gäste und Wirtinnen und Wirte ein großes Augenmerk gelegt. So hat die Stadt ein Konzept entwickelt, das den Besuch von Nachtlokalen noch sicherer machen soll. Hauptinitiatoren sind Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio sowie FPÖ-Klubobmann und Sicherheitssprecher Armin Sippel, unterstützt wird das Projekt vom Koalitionspartner ÖVP.

Das Konzept beruht auf drei Säulen:

1. Auszeichnung „Sicheres Nachtlokal"

Diese ist an einige Auflagen geknüpft, wie beispielsweise:

  • Einführung eines Registrierungsprogrammes (z. B. „idJack")
  • Geschulte und qualifizierte Sicherheitsdienste
  • Erfüllung aller behördlichen Auflagen (feuerpolizeiliche Unbedenklichkeit, Betriebsstättengenehmigung)
  • Videoüberwachung
  • Kooperation mit der Polizei inkl. polizeilicher Bewertung
  • Freiwillige sicherheitsrelevante Features (z. B. das günstigste Getränk ist ein alkoholfreies, Defibrillator, „Ist Luisa da?" etc.)

Über die Verleihung der Auszeichnung entscheidet eine Bewertungskommission, der neben Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio in seiner Funktion als Sicherheitsstadtrat auch Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, des städtischen Sicherheitsmanagements, der Bau- und Anlagenbehörde, der Feuerpolizei, der Abteilungen für Kommunikation, für Wirtschaft und Tourismus sowie der WKO angehören.

2. Förderung und Mehrwert für teilnehmende Lokale

Die Abteilung für Kommunikation erarbeitet eine Werbelinie, um die sicheren Lokale auf sämtlichen Plattformen wie der BIG, städtische Werbeflächen, Screens der Graz Linien etc. zu bewerben. In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Wirtschaft und Tourismus und der WKO wird außerdem eine branchenbezogene Bewerbung sichergestellt. Und: Die Stadt Graz unterstützt künftig Lokalbetreiberinnen und -betreiber mit einem Investitionsbonus von bis zu 3.000 Euro, wenn diese ein entsprechendes Sicherheitskonzept einführen.

3. Vorteile für die Allgemeinheit

Neben der Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Gäste müssen sich künftig Eltern weniger Sorgen machen, wenn sich ihre Sprösslinge ins Nachtleben stürzen. Wegen dem erwarteten Rückgang von Diebstählen, Übergriffen und Körperverletzungen wird es zu weniger Polizeieinsätzen und Anzeigen kommen. Außerdem hat die Möglichkeit der Sanktionierung bis hin zur Sperrung von randalierenden Gästen eine präventive, disziplinierende Wirkung und sichert die Lebensqualität der Anrainerinnen und Anrainer – auch in Hinblick auf das allgemeine Rauchverbot. 

„idJack"-System

Derzeit ist das „idJack"-System im „Monkeys" und im „Kottulinsky" sowie in der „Thalia" im Einsatz. Entwickelt von einem Grazer Software-Unternehmen setzt idJack auf ein Registrierungsprogramm. Mit eine Anmeldung und einem persönlichen QR-Code erhalten die Gäste Zutritt zu den Lokalen. Das System, das strengen datenschutzrechtlichen Regelungen unterliegt, bietet zudem Zusatzservices wie Veranstaltungsinfos oder persönliche Benachrichtigungen bei abgegebenen oder vergessenen Gegenständen.

Stimmen zur Pressekonferenz

Mario Eustacchio, Bgm.-Stellvertreter und Sicherheitsstadtrat: „Wir haben eine tolle Lokalszene in Graz! Das neue Konzept ‚Sicheres Nachtleben' soll helfen, das Bedürfnis der Bevölkerung nach noch mehr Sicherheit in den Nachtlokalen zu heben und Problemfälle zu minimieren."

Armin Sippel, FPÖ-Klubobmann und Sicherheitssprecher: „Das System ist eine Win-win-win-Situation – für Lokalbetreiber, Behörden, Besucher und Anrainer! Nachdem sich Ende Jänner bzw. Anfang März kommenden Jahres die Bewertungskommission konstituiert hat, werden voraussichtlich im ersten Quartal 2020 die ersten Auszeichnungen vergeben. Das Sicherheitskonzept soll nicht nur auf alle größeren Nachtlokale in Graz, sondern auch steiermarkweit ausgeweitet werden."

Michael Schunko, VP-Gemeinderat und Gastronom: „Die Auszeichnung soll dazu dienen, als Lokalbetreiber präventiv zu arbeiten und Verantwortung dafür zu übernehmen, welche Gäste das Lokal besuchen."

Wolfgang Nusshold, Lokalbetreiber „Monkeys" und „Kottulinsky": „Vor sechs bis sieben Jahren erlebten wir im Univiertel einen Höhepunkt an Vandalenakten, Diebstählen, Raufereien und Beschwerden der Anrainer. Die Einführung des idJack-Systems war für uns absolut positiv, damit haben wir die Probleme in den Griff bekommen. Die Gäste, vor allem Frauen, fühlen sich sicherer, es gibt kaum mehr kriminelle Handlungen – und auch Eltern sind dankbar, wenn sie ihre Kinder bei uns gut aufgehoben wissen. Auch wer vor die Tür rauchen geht, benimmt sich besser. Denn er weiß: Wenn er randaliert, bekommt er bei uns Hausverbot."

Kurt Kemeter, Stadtpolizeikommandant: „Da die Anonymität wegfällt, meiden unerwünschte Gäste das betreffende Lokal. Für uns als Polizei ist es wichtig, dass die Gäste unbeschadet das Lokal verlassen und den Weg nach Hause antreten können. Das ist mit diesem Sicherheitssystem gegeben. Und so viel kann ich schon zusichern: Kontrollierte Betriebe bekommen eine eigene Ansprechperson aus der zuständigen Polizeidienststelle zur Verfügung gestellt."

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