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Neue Infokampagne gegen Kinderunfälle

Alle vier Minuten ein Unfall

14.05.2020

Alle vier Minuten verunglückt ein Kind

Kampagne für mehr Sicherheit für Kinder © KFV
Kampagne für mehr Sicherheit für Kinder© KFV

122.800 Kinder verunfallten im Jahr 2019 in Österreich. Das bedeutet, dass alle vier Minuten ein Kind verunglückt, täglich im Durchschnitt rund 336 Kinder medizinisch behandelt werden müssen und alle zwei bis vier Wochen ein Kind in Österreich an den Folgen eines Unfalles stirbt. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken für Kinder. Sie sind - neben Krebserkrankungen - Todesursache Nr. 1 im Alter zwischen 0 und 14 Jahren.

Die steigende Anzahl von Kinderunfällen ist besorgniserregend. Die Sicherheit von Kindern muss erhöht werden, es liegt an den Erwachsenen, Kindern ein sicheres Lebensumfeld zu bieten. Im Straßenverkehr ist die Sicherheit ein ganz besonders großes Anliegen, hier müssen die Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmer noch besser geschützt werden. Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit erhöhen, sind wichtig: Dazu zählen Temporeduktionen, gerade dort wo viele Kinder unterwegs sind, und eine übersichtlichere Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur.

Fast 85 Prozent mehr tödliche Kinderunfälle

Zuletzt verzeichnete das KFV eine Steigerung von fast 85 Prozent bei den tödlichen Kinderunfällen zum Vorjahr (2019 - vorläufige Zahl: 24; 2018: 13). Mehr als die Hälfte der in Österreich tödlich verunglückten Kinder 2019 entfallen auf den Straßenverkehr. Bei der Zahl der schwerverletzten Kinder konnte in den letzten Jahren keine nennenswerte Reduktion erreicht werden (2019: 22.800). Nach einer merklichen Reduktion der Kinderunfälle in den Wochen der COVID-Ausgangsbeschränkungen nehmen schwere Verletzungen und leider auch die tödlichen Unfälle wieder zu.

Das KFV - Kuratorium für Verkehrssicherheit setzt deshalb in diesem Jahr besonders viele Kindersicherheitsschwerpunkte: So macht ab 13. Mai 2020 eine neue Informationskampagne mit Schwerpunkt auf Online-Medien auf die häufigsten und schwersten Gefahren für Kinder aufmerksam. Das Ziel dieser Kampagne ist neben einer breiten Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung das Aufzeigen von konkreten Maßnahmen, durch die viele der schweren Unfälle verhindert werden können. Darüber hinaus startet das KFV ein Pilotprojekt in Gemeinden, in dem mit Hilfe eines Multiplikatoren-Netzwerkes - von Kindergärten und Schulen über Vereine und lokale Unternehmen - die Sicherheit von Kindern nachhaltig erhöht werden soll.

Erste Hilfe rettet Leben

Kleine Verletzungen gehören zum Aufwachsen und der Entwicklung eines Kindes dazu und verheilen ja meist auch schnell. Um schwere Unfälle zu verhindern ist Prävention und die richtige Vorbereitung das um und Auf. Im Ausnahmefall bereit zu sein, kann im Ernstfall Leben retten. Erste-Hilfe-Kurse lohnen sich zu 100 Prozent!

Rund 74 Prozent der Unfälle ereignen sich zu Hause und in der Freizeit. Viele Unfälle sind Stürze, oft auch verbunden mit schweren Blutungen. Viele dieser Unfälle ereignen sich direkt in der Wohnung also einem Bereich, auf den Eltern oder Aufsichtspersonen einen direkten Einfluss haben.

Kein durch einen Unfall getötetes Kind mehr in Österreich - so lautet das ehrgeizige Ziel der von KFV ins Leben gerufenen Initiative „Vision Zero". Gezielte Informationen und verstärkte Aktionen sollen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten steigern.

Quelle: KFV

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