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Richtiges Verhalten bei Sturm

Thema des Monats - Juni 2020

Infokarte Verhalten bei Sturm © SiMa/Adobe Stock stockpics
Infokarte Verhalten bei Sturm© SiMa/Adobe Stock stockpics

Weltweit nehmen die Starkwind-Ereignisse zu. Stürme, Hurrikans, Taifune töten jedes Jahr hunderte Menschen, die Sachschäden gehen in die Milliarden.

Leider wird auch Graz immer wieder von heftigen Stürmen heimgesucht. Am 12. Juni 2018 war im Stadtpark ein Menschenleben zu beklagen, als ein Baum umstürzte und einen Mann unter sich begrub. Stadtpark und Schloßberg waren gesperrt, die Aufräumarbeiten dauerten Wochen. Und Sturm "Paula" im Jänner 2008 war einer der intensivsten Katastropheneinsätze in der Geschichte der Grazer Berufsfeuerwehr.

Um sich und Ihre Lieben vor einem Sturm und dessen Auswirkungen zu schützen, haben wir für Sie viele nützliche Tipps zusammengefasst. Eine Kurzfassung hat das Sicherheitsmanagement der Stadt Graz in Form einer handlichen Infokarte für Sie aufgelegt - hier zum Download.

Zur Vermeidung von Sturmschäden

  • Wenn Sie in einem Haus wohnen: Lassen Sie mindestens einmal jährlich das Dach und Kamine auf lose Ziegel, schlecht befestigte Bleche u. dgl. überprüfen.
  • Blitzschutzanlagen, Antennen u. dgl. müssen ebenso sicher befestigt sein. Unter Umständen ist das Abspannen von Masten, Antennen und Schornsteinen empfehlenswert.
  • Bäume in der Nähe von Wegen und Gebäuden müssen regelmäßig auf Wurzel-, Ast- und Stammschäden kontrolliert und fachgerecht geschnitten werden.
  • Geschädigte, morsche Bäume sollten im Einklang mit der Grazer Baumschutz-Verordnung rechtzeitig durch neue Bepflanzung ersetzt werden.
  • Halten Sie Ersatz-Dachziegel oder Dachplatten bzw. Folien vorrätig zur temporären Vermeidung von Nässeschäden im Schadensfall. 

Verhalten VOR dem Sturm (Sturmwarnung)

  • Kinder zu sich rufen und beaufsichtigen.
  • Schließen Sie alle Türen, Fenster, Dachfenster, Luken, Lichtkuppeln etc.
  • Schließen Sie Rollläden oder Fensterläden.
  • Rollen Sie Markisen auf.
  • Bringen Sie im Freien stehende Gegenstände (z. B. Mülltonnen, Wäsche, Blumenkübel, Werkzeuge, Bretter, Platten, Planen, Folien usw.) unter Dach.
  • Stellen Sie Ihr Auto - wenn möglich - in die Garage. Stellen Sie Ihr Auto nicht unter Bäumen oder unmittelbar unter Häusern ab.
  • Meiden Sie Alleen, Parks mit Baumbestand und Wälder. 
  • Verlassen Sie Zelte und Wohnwagen, da aufgrund mangelnder Verankerung Umsturzgefahr besteht.
  • Suchen Sie Unterschlupf in einem nahen Gebäude.
  • Bringen Sie Tiere in Sicherheit.
  • Beenden Sie Partys und andere Freiluftveranstaltungen.

Verhalten WÄHREND des Sturms

  • Verlassen Sie auf keinen Fall Ihre schützenden Räumlichkeiten, da die Gefahr von herabfallenden Ziegeln, Ästen, umstürzenden Bäumen oder elektrische Leitungen besteht.
  • Nehmen Sie während des Sturmes keine Sicherungsarbeiten im Freien vor.
  • Bei einem eingetretenen Schadensereignis rufen Sie über Notruf die Feuerwehr (122) oder die Polizei (133).
  • Halten Sie das Telefonat möglichst kurz.
  • Rechnen Sie bei großflächigen Schadensausmaßen mit einem zeitlich verzögerten Einsatz der Einsatzorganisationen.

Verhalten NACH dem Sturm

  • Verfolgen Sie die aktuellen Informationen betreffend die allgemeine Lage über den lokalen Rundfunk. Für den Fall eines Stromausfalls sollten Sie über ein Batterieradio verfügen. Notfalls können Sie Informationen über das Autoradio einholen.
  • Am Boden liegenden oder abgerissenen Stromleitungen dürfen Sie sich auf keinen Fall nähern. Halten Sie einen Mindestabstand von zehn Metern ein. Melden Sie den Leitungsschaden der Feuerwehr.
  • Überprüfen Sie Ihr Haus bzw. Ihre Wohnung auf Sturmschäden. Zeigen Sie den festgestellten Schaden unverzüglich Ihrem Privat-Versicherer bzw. Ihrer Gemeinde an.

Verhalten von Autofahrern bei Sturm

  • Tempo reduzieren: Damit gewinnt man wertvolle Zeit, um eventuell erforderliche Lenkkorrekturen durchzuführen und erreicht auch eine bessere Bodenhaftung des Fahrzeuges.
  • Abstand halten: Nicht nur Autos mit Anhänger, sondern auch Lenker einspuriger Fahrzeuge geraten leicht ins Schwanken.
  • Überholmanöver vermeiden: Bei unberechenbaren Böen sollten Überholmanöver vermieden werden. Besonders beim Überholen von Fahrzeugen mit großer Windangriffsfläche wie Lkw, Vans oder Wohnmobilen gerät man nämlich erst in den Sog des Windschattens und wird anschließend beim Weiterfahren mit voller Wucht vom Seitenwind getroffen.
  • Auf den Straßenzustand achten: Es besteht die Gefahr, dass Hindernisse wie Äste, Dachziegel oder gar ganze Bäume auf der Fahrbahn liegen.
  • Kritische Stellen sind häufig mit Windsäcken oder entsprechenden Verkehrsschildern gekennzeichnet. Zusätzlich ist es hilfreich, bei starkem Wind Bäume, Sträucher und den Vordermann verstärkt zu beobachten.
  • Bei orkanartigem Sturm oder Böen: Unterbrechen Sie Ihre Fahrt und suchen Sie einen geschützten Bereich auf. Stellen Sie Ihr Auto aber nicht unter Bäumen oder unmittelbar unter Häusern ab. Benutzen Sie keine Unterführungen, um Rettungskräften freie Zugangswege zu den Einsatzorten zu gewähren.

Hilfe aus dem Katastrophenfonds

Melden Sie aufgetretene Unwetterschäden über 1.000 Euro beim zuständigen Gemeindeamt (in Graz: beim Service-Center oder einer der Servicestellen).

Die Meldung muss bei Gebäudeschäden innerhalb von zwei Monaten, bei Ernte- und Flurschäden innerhalb von sechs Monaten erfolgen.

Das Gemeindeamt/die Servicestelle stellt für Sie die entsprechenden Privatschadensausweise aus und leitet diese an die zuständigen Dienststellen weiter. Nähere Infos finden Sie hier

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