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Historisches Gewächshaus in neuem Glanz

Im Botanische Garten der Uni Graz wurde Juwel wachgeküsst.

06.07.2021
Lokalaugenschein im sanierten historischen Glashaus des Botanischen Gartens Graz: Hans-Peter Weiss, Rektor Martin Polaschek, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Bürgermeister Siegfried Nagl und Vizerektor Peter Riedler (v.l.)
Lokalaugenschein im sanierten historischen Glashaus des Botanischen Gartens Graz: Hans-Peter Weiss, Rektor Martin Polaschek, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Bürgermeister Siegfried Nagl und Vizerektor Peter Riedler (v.l.)© Uni Graz/Kernasenko

Nach rund zwei Jahren ist die Sanierung des historischen Gewächshauses im Botanischen Garten der Universität Graz abgeschlossen. Uni-Graz-Rektor Martin Polaschek und Infrastruktur-Vizerektor Peter Riedler durften heute Montag, dem 5. Juli 2021, bereits die ersten Gäste im neuen Haus begrüßen: Forschungs-Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Bürgermeister Siegfried Nagl und Hans-Peter Weiss, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft, warfen einen ersten Blick auf das Baujuwel in der Grazer Schubertstraße. Die offizielle Eröffnung wird im September 2021 stattfinden.

Das 1889 errichtete Gebäude, das zum Bestand der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gehört, ist mittlerweile das letzte und einzige noch erhaltene Beispiel einer universitären Glashausarchitektur des 19. Jahrhunderts und wurde 2008 unter Denkmalschutz gestellt. Dieser wurde beim Umbau berücksichtigt: So wurde die Stahlkonstruktion wieder in die Original-Farbe „Grün" von 1889 zurückversetzt. Die Gesamtkosten betrugen 3,8 Millionen Euro und wurden mit 720.000 Euro von der Stadt Graz und dem Land Steiermark gefördert.

Pflanzenzucht, Lehre und Veranstaltungen

Das Objekt wird künftig sowohl für Pflanzenzucht, für Lehre und auch für wissenschaftliche Veranstaltungen und Vorträge genutzt. Ebenso wurden notwendige Experimentalbereiche und Forschungsplätze für die Wissenschaft geschaffen. Der zentrale Kubus - das Palmenhaus - ist architektonischer Mittelpunkt und wird als universitäre Begegnungs- und multifunktionale Veranstaltungsstätte fungieren. „Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der BIG, der Stadt Graz und dem Land Steiermark dieses Projekt realisieren konnten. Das historische Gewächshaus ist ein zentraler Bestandteil des Gartens und soll ihn als Ort der Wissenschaft und Begegnung stärken", so Rektor Martin Polaschek. Insgesamt stehen nach der Sanierung rund 530 Quadratmeter zur öffentlichen und wissenschaftlichen Nutzung zur Verfügung. „Die feierliche Eröffnung wird im September stattfinden. Bis Mitte August werden die Gestaltung des Außenbereiches und des Wegenetzes im Garten noch fertiggestellt. Dazu verwenden wir Mittel, die zu großen Teilen durch Pflanzenpatenschaften im Zuge der Fundraising-Aktion ‚Lass Wissen wachsen‘ eingeworben wurden", betont Vizerektor Peter Riedler.

Erfolgreiche Sanierung

„Die BIG ist Eigentümerin von insgesamt 200 Universitäts-Liegenschaften in Österreich, mit Objekten von der Renaissance bis zum modernsten Universitätscampus. Die historischen Gebäude, für die wir Verantwortung tragen, bedürfen unserer besonderen Umsicht. Ihre sorgsame und konsequente Erhaltung ist wesentlich für die Baukultur dieses Landes", so Hans-Peter Weiss, CEO der BIG.

„Die erfolgreiche Sanierung des historischen Gewächshauses sorgt für die Verbindung von Tradition und Innovation. Denn in diesem baukulturellen Juwel können nun wieder zukunftsweisende Forschungsaktivitäten und wissenschaftliche Dialoge stattfinden", so Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

„Dieses Baujuwel wiederzubeleben und nachhaltig für universitäre Zwecke zu nutzen, ist eine Aufwertung für die Wissenschaftsstadt Graz! Die Zusammenarbeit bei denkmalgeschützten Gebäuden mit der Uni Graz hat schon in der Vergangenheit viele positive Beispiele hervorgebracht", sagt Siegfried Nagl, Bürgermeister der Stadt Graz.

Avantgardebau

Das Gebäude wurde 1889 von der Wiener k.k. Eisenkonstruktionswerkstätte Ignaz Gridl, der in der ganzen österreichischen Monarchie baute, errichtet. Das Gewächshaus ist in fünf Teilhäuser gegliedert - mit dem Palmen- oder Tropenhaus in der Mitte. Im Vergleich zu vielen anderen Palmenhäusern in europäischen Städten, bei denen die gesellschaftliche Repräsentation im Vordergrund stand, ist das Gewächshaus im Botanischen Garten ein funktional reduzierter Ingenieursbau, bei dem der Forschungsaspekt im Vordergrund stand. Architektonisch betrachtet handelt es sich um einen Avantgardebau, der Strömungen des 20. Jahrhunderts vorwegnimmt.

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