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Blackout: Was tun, wenn’s passiert?

04.04.2022

Kein Strom, Geldautomaten bleiben aus, die Supermarkt-Kasse streikt: Bei einem Blackout funktionieren plötzlich ganz alltägliche Dinge nicht mehr. Vielen von uns ist es gar nicht bewusst, wie abhängig wir von Strom und Co. sind. Auch wenn Österreich für einen solchen Notfall gerüstet ist, sollte sich jede:r Einzelne für mind. 14 Tage selbstversorgen können. Wie man sich vorab und entsprechend rüsten kann, haben wir für Sie zusammengefasst.

Was passiert bei einem Blackout?

Als Blackout bezeichnet man einen länger andauernden Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfall, der überregional ist, also gleichzeitig mehrere Bundesländer oder sogar mehrere Staaten betreffen kann. Expert:innen rechnen in den nächsten Jahren mit dem Eintritt eines solchen Notfalls und empfehlen immer häufiger eine angemessene Bevorratung im privaten Haushalt. Besonders in Zeiten, in denen Krisen weltweit sichtbar werden, fühlen sich viele wohler, wenn sie sich auf unvorhergesehene Situationen vorbereiten können. Kein Nachteil also, für den Notfall vorzusorgen.

Von einem Blackout spricht man, wenn der Strom längerfristig großflächig ausfällt und der Alltag dadurch stillsteht.
Von einem Blackout spricht man, wenn der Strom längerfristig großflächig ausfällt und der Alltag dadurch stillsteht.© Ralf Geithevia via Canva.com

Wie viel Vorrat notwendig ist: Planen Sie einen 14-tägigen Campingurlaub

In Österreich ist die Versorgungssicherheit vergleichsweise hoch und auch das Land Steiermark sowie die Stadt Graz arbeiten stets an präventiven Maßnahmen und fixen Ablaufplänen für den Notfall. Trotzdem ist es wichtig, dass sich die Bürger:innen in einem solchen Szenario zumindest für kurze Zeit möglichst autark versorgen können.

Für den Notfall sollte man alle Personen im Haushalt für mindestens 14 Tage mit dem Nötigsten versorgen können. Am wichtigsten ist hierbei Wasser: Der Mensch kann rund ein Monat ohne Nahrung überleben, aber allerhöchstens fünf bis sieben Tage, ohne zu trinken. Als Faustregel gilt: Pro Tag und pro Person sollten mindestens 1,5 l Trinkwasser zur Verfügung stehen. Bei der Nahrungsaufnahme sind für unseren Organismus drei Grundstoffe wesentlich: Kohlenhydrate (etwa 60 %), Eiweiß (ca. 12 %) und Fette. Der Zivilschutzverband empfiehlt aufgrund dessen für einen Erwachsenen für zwei Wochen folgende Vorräte:

  • 4,5 kg Getreideprodukte
  • 2,0 kg Fleisch oder Fisch (vegane Alternativen: Hülsenfrüchte, Getreide, Omega-3-haltige Lebensmittel)
  • 0,5 kg Öle/Fette
  • 4,5 kg Milchprodukte (oder vegane Alternativen)
  • 6,0 kg Gemüse/Obst (auch getrocknet oder in Konserven lagerbar)
  • 21 l Wasser

Was im Notfall außerdem noch hilfreich sein kann:

  • Feuerzeuge/Zünder
  • Kerzen
  • Brennholz/Gas
  • Heizmöglichkeit
  • Akkus/Batterie
  • Hausapotheke/Medikamente
  • Bargeld
  • Hygieneartikel

Eine detaillierte Liste mit Lebensmittelvorschlägen für den eigenen Grundvorrat sowie Alltagshilfen im Notfall finden Sie in der „Bevorraten"-Broschüre des österreichischen Zivilschutzverbandes

Für den Notfall ist es wichtig, sich mindestens 14 Tage versorgen zu können. Setzen Sie hier auf haltbare Lebensmittel und notwendige Gadgets, die ohne Strom funktionieren.
Für den Notfall ist es wichtig, sich mindestens 14 Tage versorgen zu können. Setzen Sie hier auf haltbare Lebensmittel und notwendige Gadgets, die ohne Strom funktionieren.© WOIST

Vergessen Sie nicht auf Ihre Hausapotheke

Wer für den Ernstfall gut vorbereitet sein will, sollte immer eine gut gefüllte Hausapotheke mit lebensnotwendigen Medikamenten zu Hause haben. Denken Sie hier zuallererst an für Sie wichtige Medikamente.

 

In die Hausapotheke gehören außerdem:

  • Mittel gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit
  • Haut- und Wunddesinfektionsmittel
  • Erkältungsmittel
  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel
  • Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand
  • Elektrolyte zum Ausgleich eines Flüssigkeitsverlustes
  • Fieberthermometer
  • Pinzette, Einmalhandschuhe und Verbandsmaterial

Achten Sie besonders bei Medikamenten auf die Lagerung und Haltbarkeit, damit diese im Notfall auch sicher wirksam sind.

Wie ein krisensicherer Haushalt in Sachen Lebensmittel und Medikamente beispielsweise aussehen kann, hat das Sicherheitsmanagement der Stadt Graz HIER zusammengefasst.

Auf Warnsignale hören und Notfallradio parat haben

Eine Verständigung erfolgt in Notsituationen auf jeden Fall mit Warnzeichen und Signaltönen. Achten Sie also auf die Sirene!

  • 3 Min. Dauerton = Gefahr im Verzug
  • 1 Min. auf- und abschwellend = Alarm bzw. unmittelbare Gefahr
  • 1 Min. Dauerton = Ende der Gefahr

Um über aktuelle Geschehnisse informiert zu bleiben, ist es empfehlenswert, ein funktionsfähiges und idealerweise stromunabhängiges Radiogerät zu Hause zu haben, beispielsweise ein Kurbel- oder Solarradio.

Keine Panik und keine Hamsterkäufe

Ja, es ist richtig und wichtig, sich für Notfälle entsprechend vorzubereiten, das bedeutet aber nicht, dass wir in einer solchen Situation alle völlig auf uns allein gestellt sind. Setzen Sie sich mit Ihren Liebsten, Ihrer Familien und Ihren Freund:innen zusammen und besprechen Sie gemeinsam, wie Sie im Notfall vorgehen. Vereinbaren Sie dabei einen Treffpunkt und teilen Sie ein, wer welche Zuständigkeiten übernimmt. Das sorgt auch bei Ihnen für mehr Sicherheit. Das Land Steiermark und die Stadt Graz sind auf einen Blackout gut vorbereitet. Hamstern und das Horten riesiger Vorräte für Einzelpersonen sind also nicht notwendig.

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