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Vom Weihnachtsbaum und den Grazer Wäldern

02.12.2022

Mit dem Christbaum zieht alljährlich eine besondere Weihnachtsstimmung am Hauptplatz ein. Die rund 35 Meter hohe Fichte stammt heuer aus Hirschegg-Pack, der westlichsten Gemeinde der Erlebnisregion Graz. Doch warum stammt der Baum eigentlich nicht aus Graz? Und worauf sollte man beim Kauf des eigenen Christbaums achten? Wir haben bei Stadtförster Peter Bedenk nachgefragt.

Die Fichte am Hauptplatz

Regional Genial: Von der Hebalm auf den Hauptplatz
Regional Genial: Von der Hebalm auf den Hauptplatz© Stadt Graz/Fischer

Passend zum Advent der kurzen Wege kommt der Weihnachtsbaum am Grazer Hauptplatz heuer aus der Gemeinde Hirschegg-Pack. "Aus der Region für die Region" lautet also das Motto. Der Baum ist ein Zeichen der Verbundenheit innerhalb der neu gegründeten Erlebnisregion Graz, die die Bezirke Graz, Graz Umgebung und Voitsberg umfasst. Warum die Fichte eigentlich nicht aus der Landeshauptstadt selbst stammt, ist für Stadtförster Peter Bedenk schnell erklärt: "Gerade zu Weihnachten ist es wichtig, ein Symbol der Verbindung zu anderen Gemeinden zu setzen. So wie ein Bundesland einen Baum nach Wien spendet, spenden die Gemeinden den Baum nach Graz." Außerdem bestehen die Grazer Wälder zu rund 70 Prozent aus Laubbäumen, der Tannenanteil liegt nur bei rund einem Prozent. "Wir finden viele Trüffel, aber wenige Christbäume in Graz", schmunzelt der Stadtförster. Deshalb besucht das Team Forst der GBG jedes Jahr eine andere Gemeinde, um dort einen geeigneten Weihnachtsbaum für den Hauptplatz zu finden. Besonders gut eignet sich dafür eine Fichte. Von den letzten 31 Bäumen am Hauptplatz waren bis dato nur zwei Tannen dabei. "Das liegt an der Wuchsform der Tanne. Wenn diese älter und somit größer wird, wächst sie stark in die Breite und bildet an der Spitze ein sogenanntes Storchennest. Das heißt, sie hat keine schöne Spitze mehr", erklärt der Stadtförster. Einen passenden Baum hat man aber jedes Jahr gefunden, gestaltet sich die Suche doch nicht immer einfach: "Der Baum ist ja jedes Jahr ein Waldbaum, kein Christbaum per se. Wenn so ein Baum über hundert Jahre alt ist, hat er viel mitgemacht, davor muss man Respekt haben. Deshalb hat er auch hier und da seine Makel. Außerdem muss der Baum für die Bergung gut mit Kran und Tieflader erreichbar sein."

Waldwirtschaft im urbanen Raum

In Graz besteht rund ein Viertel der Stadtfläche, nämlich rund 3.100 Hektar, aus Waldfläche. Die Stadt Graz verwaltet davon circa 600 Hektar. Der Wald dient im urbanen Raum vor allem der Naherholung und als Ausgleich zum Stadtklima. Doch durch den Klimawandel steht auch die Grazer Waldwirtschaft vor großen Herausforderungen: "Wir arbeiten nach einem Waldwirtschaftsplan und setzen diesen kontinuierlich um", erklärt Bedenk. Dieser Wirtschaftsplan enthält unter anderem eine Inventur des Waldes. So findet man in den Grazer Wäldern rund 71 Prozent Laubbäume, nur rund 29 Prozent des Waldes sind Nadelbäume. Vor 20 Jahren lag der Nadelholzanteil noch um einiges höher, rund die Hälfte der Bäume waren Fichten. Als Flachwurzler kämpfen diese allerdings stark mit Trockenperioden, weshalb man nun verstärkt auf Laubbäume setzt, auch der Tannenanteil soll erhöht werden. Generell arbeitet die Grazer Waldwirtschaft mit natürlicher Verjüngung des Waldes. Das heißt, dass alte Bäume gefällt werden, um Jüngeren Platz und Licht zu geben. So können die natürlichen Samen der Bäume wurzeln und wachsen. Ziel ist es, den Altersschnitt der Bäume auszugleichen - im Wald sollte man also gleich viele junge wie alte wie mittelalte Bäume finden. Generell kämpft man stark mit den Auswirkungen des Klimawandels. "Überall in Österreich suchen Förster:innen nach dem "Spezialrezept" für den klimafitten Wald. Die Auswirkungen der Erwärmung spüren wir stark. Wir haben vor allem heuer stark mit der Trockenheit zu kämpfen. Alte Bäume sterben ab, weil sie ihre Kronen nicht mehr versorgen können", erzählt Peter Bedenk. Man sei aber auf einem guten Weg.

Heimische Bäume sind Trumpf

Vom Wald ins Wohnzimmer: Darauf sollten Sie beim Christbaumkauf achten
Vom Wald ins Wohnzimmer: Darauf sollten Sie beim Christbaumkauf achten© Stadt Graz/Tatschl

Dem Klimawandel kann man allerdings auch beim Kauf des eigenen Christbaumes entgegenwirken. Stammt der Baum aus der Region, hat er keine langen Transportwege hinter sich, ist somit frischer und länger haltbar. Auch in puncto Nachhaltigkeit überzeugen die steirischen Bäume. Einfach zu erkennen sind sie durch ihre rot-weiß-rote Banderole mit der Aufschrift „Steirischer Christbaum - Danke, liebes Christkind!". Fündig wird man am besten auf den Grazer Christbaummärkten. Sie öffnen am 10. Dezember ihre Tore. Bis zum 24. Dezember kann man an folgenden Standorten den perfekten Baum fürs Wohnzimmer aussuchen:

  • Lendplatz
  • Floßlendstraße, ostseitig
  • Marburgerkai
  • Rosseggerkai
  • Schillerplatz
  • Stadtpark
  • Glacisstraße
  • Kaiser-Josef-Kai
  • Hasnerplatz
  • Karl-Morre-Park
  • St.-Peter-Pfarrweg

Weitere Verkaufsstellen von steirischen Christbäumen finden Sie hier.

Alle Informationen zum nachhaltigen Christbaum und Ideen fürs eigene zu Hause finden sich auch bei Nachhaltig in Graz.

Making-Of: Der Weg des Christbaums

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Ihre Kommentare (1)

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  • Ulrike Spannraft , 02.12.2022,
    Christbaum Film

    Sehr informativer Kurzfilm, gute Kameraführung und Zusammenstellung! Weiter so, vielleicht vom Weihnachtsmarkt.......Bravo!

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