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Veronika Dreier

Bürgerin der Stadt Graz

Gemeinderatsbeschluss am 12. Februar 2026, Festsitzung am 23. April 2026

Zur Person

Veronika Dreier
Veronika Dreier© Stadt Graz/Fischer

Veronika Dreier wurde am 27. Juni 1954 in Voitsberg geboren und wuchs in der Ortschaft Kainach bei Voitsberg auf. Nach dem Besuch der Grafikklasse an der Ortweinschule in Graz war sie ab 1976 als Grafikdesignerin und freie Künstlerin tätig. Seit 1982 betreibt sie ein eigenes Atelier in Graz, wo sie bis heute lebt und arbeitet.

Schon früh legte Dreier in ihrem künstlerischen Schaffen Schwerpunkte auf feministische Fragestellungen, neue Medien und Kunst im öffentlichen Raum. In den frühen 1980er-Jahren war sie Teil der Künstlerinnengemeinschaft „Eva & Co", die auch ein gleichnamiges Magazin herausgab. Es gilt als eines der ersten feministischen Kulturmagazine Europas und prägte die feministische Kultur- und Kunstszene weit über Graz hinaus. Veronika Dreier war an der inhaltlichen und künstlerischen Gestaltung maßgeblich beteiligt, die Chefredaktion lag bei Eva Ursprung. In ihrer Funktion als Mitgestalterin und durch ihre Herausgeberinnentätigkeit trug Veronika Dreier wesentlich zur Sichtbarkeit feministischer Kunst und Kulturarbeit bei.

Gemeinsam mit Eva Ursprung entwickelte sie zudem die Figur der Superwoman, die sich im feministischen Kontext zu einem Grazer Symbol entwickelte und bis heute von Initiativen und Projekten aufgegriffen wird. Die Figur entstand für das Cover des 1996 erschienenen Buches „Über den Dächern von Graz ist Liesl wahrhaftig", der ersten Publikation zur Stadtgeschichte der Grazer Frauen. Im Kulturhauptstadtjahr 2003 wurde die Figur für das Projekt „WOMENT!" neu umgesetzt. Eine Version ist bis heute im Rathaus-Innenhof der Stadt Graz präsent.

Mit Installationen und Aktionen im öffentlichen Raum, etwa der großformatigen Darstellung der Telefonnummer des Grazer Frauennotrufs, Projekten im Rahmen von „Women light up the Night" oder Interventionen im steirischen herbst, verknüpfte Veronika Dreier Kunst konsequent mit gesellschaftspolitischen Anliegen. Ihre Arbeiten thematisieren Gewalt gegen Frauen, Gleichstellung, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit und trugen wesentlich dazu bei, diese Themen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.

Darüber hinaus war sie Mitbegründerin und prägende Kraft mehrerer kultureller und sozial engagierter Initiativen. Der Kunstverein BAODO etwa widmete sich interkulturellen Projekten und der Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen. Mit dem Kunstraum NIL schuf sie einen Ort, der Kunst, Gastronomie und sozialen Austausch miteinander verbindet.

Für ihr künstlerisches und zivilgesellschaftliches Engagement erhielt Veronika Dreier zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Förderungspreis für Bildende Kunst der Stadt Graz, ein Staatsstipendium der Republik Österreich für Bildende Kunst sowie den Menschenrechtspreis des Landes Steiermark für ihre Arbeit im Rahmen des interdisziplinären Kunstvereins NIL.

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