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Dr. Ingrid Franthal, MA

Bürgerin der Stadt Graz

Gemeinderatsbeschluss am 12. Februar 2026, Festsitzung am 23. April 2026

Zur Person

Dr. Ingrid Franthal, MA
Dr. Ingrid Franthal, MA© Stadt Graz/Fischer

Ingrid Franthal wurde am 31. August 1954 in Vorau geboren. Sie ist Psychologin und zählt seit mehreren Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der Grazer Frauen- und Gleichstellungspolitik. 1984 war sie eine der Mitbegründerinnen des Vereins Frauenservice Graz, der damals unter dem Namen „Verein Frauenberatung und Selbsthilfe" als unabhängige feministische Beratungs- und Bildungseinrichtung ins Leben gerufen wurde. Von Beginn an war Ingrid Franthal maßgeblich am Aufbau der Organisation beteiligt und prägte deren inhaltliche, strukturelle und frauenpolitische Ausrichtung entscheidend.

Als erste Geschäftsführerin baute sie das Frauenservice Graz zu einer zentralen Anlaufstelle für Frauen in der Stadt aus. Unter ihrer Leitung entstand ein umfassendes Angebot an psychologischer, juristischer, arbeits- und sozialrechtlicher Beratung, ergänzt um Bildungsangebote, Workshops und Projekte zur Stärkung von Selbstbestimmung, Eigenständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen. Die Einrichtung entwickelte sich zu einer unverzichtbaren Institution innerhalb der sozialen Infrastruktur der Stadt. Bis 2014 war Franthal Geschäftsführerin des Frauenservices Graz. Auch danach blieb sie mit der Einrichtung eng verbunden. Durch ihr langjähriges Engagement stellte sie die fachliche Kontinuität, Qualität und Haltung der Organisation über Jahrzehnte hinweg sicher.

Darüber hinaus war Franthal stets eine zentrale Akteurin der frauenpolitischen Vernetzungsarbeit. Die Grazer Frauenszene ist traditionell durch enge Zusammenarbeit zwischen autonomen und institutionellen Organisationen geprägt. Ingrid Franthal war von Beginn an im Grazer Frauenrat, der von Grete Schurz gegründet wurde, aktiv und nach dessen Vereinsgründung viele Jahre im Vorstand tätig. Außerdem war sie eine treibende Kraft im Netzwerk Thekla, einem Zusammenschluss autonomer Fraueneinrichtungen in Graz, sowie im 8.-März-Komitee, das über viele Jahre hinweg die Aktivitäten rund um den Internationalen Frauentag in Graz koordinierte.

Neben der praktischen Beratungs- und Vernetzungsarbeit engagierte sich Ingrid Franthal auch in der Forschung, Konzeptentwicklung und Wissensvermittlung. In Publikationen, Forschungsprojekten und Vorträgen setzte sie sich mit der Frauenbewegung und -forschung, der Entwicklung des Frauenservices sowie mit Gender-Mainstreaming in Bildungsprozessen auseinander. Ihre Expertise brachte sie auch in internationale Netzwerke ein.

Ingrid Franthal trug im Laufe der Jahre entscheidend dazu bei, dass feministische Öffentlichkeitsarbeit etabliert wurde und Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Gewaltprävention und soziale Absicherung heute fixer Bestandteil der städtischen Agenda sind. Ihre Arbeit steht exemplarisch für eine solidarische, vernetzte und wirkungsvolle Frauenpolitik und verbesserte die Lebensrealität zahlreicher Frauen in Graz nachhaltig.

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