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Blindenleitsystem

Taktile Bodeninformationen für sehgeschädigte Menschen

Um blinden und sehgeschädigten Menschen ein sicheres Begehen von Wegen und Plätzen zu ermöglichen wurden taktile Bodenleitsysteme entwickelt. Stand am Anfang die Idee den gesamten öffentlichen Raum mit einem Leitsystem zu überziehen, geht man nun nach den bereits gemachten Erfahrungen den Weg der Entschärfung von Gefahrenquellen (Fußgängerübergänge, große Freiflächen, Umgehung von Hindernissen, Anzeige von markanten Punkten, etc.).

In Graz wurde das Grazer T in Zusammenarbeit mit den sehbehinderten Menschen der Stadt entwickelt - die Weiterentwicklung eines schwedischen Leitsystems. Die Funktion ist denkbar einfach: Es gibt Rillen- und Noppenplatten, die leicht mit einem Blindenstock ertastet und unterschieden werden können. Die sehbehinderten Menschen nutzen natürliche gegebene Informationen (Hausmauern, Gehsteigkanten und ähnliches) in Kombination mit den taktilen Einrichtungen.

Fußgängerüberquerungen

Als Grazer T bezeichnet man die taktilen Aufmerksamkeitsfelder bei Fußgängerübergängen. Die Rillenplatten sind dabei T–förmige mit orthogonaler Ausrichtung zur idealen Gehlinie und zum Zebrastreifen angeordnet.

Das Grazer T ist nicht nur eine Hilfe für sehgeschädigte BürgerInnen. Auch Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, oder Personen mit Kinderwägen profitieren davon, weil in Kombination mit taktilen Bodeninformationen eine Nullabsenkung des Gehsteiges zulässig ist. Sonst müsste eine 3 cm hohe Tastkante als Orientierung für Sehgeschädigte bleiben. Nach Absprache mit den lokalen Vertretern der sehbehinderten Menschen wird beim Einsatz eines Grazer T eine Nullabsenkung über eine Breite von 100 cm neben dem Grazer T gebaut und verbessert somit die Mobilität für beide Behinderungsgruppen.

Aufbau

Typenblatt 
Typenblatt
  • Ein 70 - 80 cm breiter Streifen wird als Auffanglinie in Richtung der Gehlinie bis zur nächsten natürlichen taktilen Informationen reicht (z.B.: Hausmauer) geführt. Die Breite verhindert ein mögliches unbemerktes Überschreiten des taktilen Feldes.
  • Der Querbalken hat ebenfalls eine Breite von 70 - 80 cm und eine Länge von 280 cm. Der Querbalken liegt normal und mittig zur Auffanglinie und bildet eine Art Sicherheitszone vor dem Begehen des Fußgängerübergangs bzw. ein Erkennungsfeld nach dem Überqueren der Straße.
  • Die Entfernung des Querbalkens zum Straßenrand beträgt ca. 30 cm. Bei stark befahrenen Straßen wird zur Sicherheit auch oft eine größere Entfernung gewählt.

Verkehrsplanungsrichtlinie

Typenblätter für barrierefreie Ausgestaltung des öffentlichen Raumes, mit taktilen Bodeninformationen finden Sie in der Verkehrsplanungsrichtlinie auf Seite 76 bis Seite 93.
Download Verkehrsplanungsrichtlinie

 

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