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Jugendschutz

Jugendgesetz

JugendgesetzAuf die Schnelle

  • Gilt für: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Betriebe und VeranstalterInnen
  • Österreichweit unterschiedlich: Es gilt das Gesetz des Bundeslandes, indem man sich gerade aufhält.
  • Orientierung: Das Gesetz ist ein Rahmen, innerhalb dessen junge Menschen Vereinbarungen mit ihren Eltern bzw. Erziehungsberechtigten treffen sollen. Es ist eine wichtige Orientierungshilfe für Eltern und Erziehungsberechtigte.

Wesentliche Änderungen für Jugendliche: Überblick

Keine Zigaretten mehr unter 18!

  • Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine Zigaretten, Zigarren, Zigarillos oder auch Shishas, Schnupf-, Kautabak, E-Zigaretten, E-Shishas, usw. kaufen, besitzen oder konsumieren.
  • Wenn sich Jugendliche daran nicht halten, ist eine verpflichtende Schulung als Strafe vorgesehen.

Kein Alkohol unter 16! Zwischen 16 und 18 kein gebrannter Alkohol!

  • Zwischen 16 und 18 Jahren dürfen Jugendliche Wein, Bier oder Sekt trinken, aber nur so viel, dass ihre psychische und/oder physische Leistungsfähigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt wird, d.h. sie dürfen nicht schwer betrunken sein. Gebrannter Alkohol wie Wodka, Schnaps oder auch Alcopops sind weiterhin bis zum 18. Lebensjahr nicht erlaubt.
  • Bis zur Volljährigkeit dürfen junge Menschen auch an keinen Flatrate-Partys, 1-Euro Partys usw. teilnehmen.
  • Auch hier ist für Jugendliche als Strafe, wenn sie sich nicht an die Bestimmungen halten, eine verpflichtende Schulung vorgesehen.

Ausgehzeiten ohne Begleitung einer Aufsichtsperson:

  • Bis zum vollendeten 14. Lebensjahr von 5 bis 23 Uhr, vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 16. Lebensjahr von 5 bis 1 Uhr, ab 16 - wie bisher keine gesetzlich vorgegeben zeitlichen Beschränkungen.

Wesentliche Änderungen für die Gastronomie: Überblick

  • Sie dürfen an Jugendliche unter 18 Jahren keine Zigaretten, Shishas, E-Zigaretten usw. abgeben. Der Erwerb, Besitz und Konsum ist für Menschen unter 18 Jahren verboten.
  • An Jugendliche unter 18 Jahren darf wie bisher kein gebrannter Alkohol ausgeschenkt werden. Zwischen 16 und 18 Jahren darf Wein, Bier oder Sekt getrunken werden.
  • Ausgehzeiten: bis zum vollendeten 14. Lebensjahr bis 23 Uhr, vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 16. Lebensjahr bis 1 Uhr, ab 16 - wie bisher keine gesetzlich vorgegebenen zeitlichen Beschränkungen
  • wie bisher dürfen sich Jugendliche unter 18 Jahren nicht in Lokalen auf­halten, die ausschließlich Getränke mit gebranntem Alkohol ausschenken.
  • Sie dürfen sich auch nicht in Lokalen aufhalten, solange dort folgende Aktionen stattfinden:
    * Alkohol wird um mehr als 50 Prozent verbilligt angeboten - zum Beispiel: 1-­Euro­-Partys, Freibieraktionen
    * Alkohol ist zu einem einmalig zu bezahlenden Pauschalpreis ohne Mengenbegrenzung erhältlich - zum Beispiel:    Flatrate­-Partys.

Was darf´s zu trinken sein? Infos für die Gastronomie zum Thema Alkoholausschank

Alkohol ist nicht harmlos ...

... deshalb Jugendschutz

Kinder und Jugendliche reagieren auf Alkohol empfindlicher als Erwachsene. Rauschtrinken führt in jungen Jahren schneller zu einer Alkoholvergiftung. Zudem reichen bereits geringe Mengen Alkohol, um das Unfallrisiko zu erhöhen - ebenso die Neigung zu unkontrolliertem Verhalten und Aggression.

... deshalb Jugendgesetz

Es gilt, Kinder und Jugendliche zu schützen: Einerseits durch Gesetze, andererseits durch verantwortungsvolles Handeln. Die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen ist im Interesse aller. Denn Jugendschutz geht alle an und braucht das Engagement von allen Beteiligten: Jugendlichen, Erziehungs­berechtigten, Gewerbetreibenden und deren Angestellten. In der Gastronomie können Zuwiderhandlungen zu hohen Geld­strafen, bis hin zum Entzug der Gewerbeberechtigung, führen.

Gesetzliche Regelungen

  • Keine Abgabe von alkoholischen Getränken an Jugendliche unter 16 Jahren.
  • Keine Abgabe von Getränken mit gebranntem Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren. Dies gilt auch für spirituosen­hältigen Mischgetränke, wie etwa Alkopops oder Aperol Spritz.
  • Übrigens: Auch Tabak­ und verwandte Erzeugnisse - wie zum Beispiel Zigaretten, E­Zigaretten, Shishas - dürfen nicht an unter 18­jährige abgegeben werden. Für sie ist das Rauchen verboten.

Aktives Handeln

Grundsätzlich geht es beim bewussten Umgang mit Jugendlichen und Alkohol in der Gastronomie darum, dass Sie Verantwortung übernehmen.

Gleichzeitig sollen sich die jugendlichen Gäste natürlich bei Ihnen wohlfühlen. Im täglichen Geschäft ist es nicht immer einfach, diesen Spagat zu schaffen. Das Alter von Jugendli­chen richtig einzuschätzen, kann schwierig sein. Ebenso der Umgang mit Jugendlichen, denen Sie den Alkohol verweigern. Die folgenden Anleitungen und Tipps sollen für Sie eine Unterstützung sein, Jugendschutz aktiv zu leben.

Reden Sie mit Ihrem Personal

Schulen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im richtigen Umgang mit jugendlichen Gästen. Suchen Sie das Gespräch und achten Sie darauf, dass folgende Punkte vermittelt und verstanden wurden:

  • Inhalt und Sinn des Jugendgesetztes und drohende Strafen bei dessen Missachtung.
  • Regeln im Umgang mit Jugendlichen und Alkohol: Alterskontrolle, Alkoholausschank, Anbieten von alkoholfreien Getränken, ...

Folgende Sätze sind dabei hilfreich:

  • "Sorry, aber hier gilt das Jugendgesetz."
  • "Wir bekommen Ärger, wenn wir uns nicht an den Jugendschutz halten."

Schaffen Sie klare Verhältnisse

Ersparen Sie sich Diskussionen mit Jugendlichen. Machen Sie sie auf den Jugendschutz aufmerksam. Dabei gilt:

  • Knapp und sachlich formulieren: Je klarer die Botschaft, desto eher wird sie verstanden.
  • Möglichst früh informieren: Hinweisschilder bereits an den Eingangstüren gut sichtbar anbringen.
  • Alterslimits in der Getränkekarte gut sichtbar ausweisen.

Überprüfen Sie das Alter

Verlangen Sie einen Lichtbildausweis - denn ohne Altersnachweis gibt es keinen Alkohol.

Akzeptieren Sie nur amtliche Lichtbildausweise, wie zum Beispiel Reisepass, Personalausweis oder die speziellen Jugendkarten der Länder. Für die Steiermark gibt es die „checkit.card". SchülerInnen-­ und Fahrausweise gelten nicht. Bei der Kontrolle sind folgende Sätze hilfreich:

  • "Wenn du nicht nach­weisen kannst, wie alt du bist, darf ich dir keinen Alkohol verkaufen."
  • "Dieser Ausweis scheint gefälscht zu sein - bitte zeige mir einen anderen. Übrigens: Es ist straf­bar, Ausweise - auch SchülerInnenausweise - zu fälschen."

Achten Sie auf Aufenthaltsverbote und Ausgehzeiten

Bitte beachten Sie im Umgang mit jugendlichen Gästen auch, dass diese sich in gewissen Lokalen nicht oder nur eingeschränkt aufhalten dürfen. Es gelten folgende Regeln:

  • Unter 18 Jahren dürfen Jugendliche sich nicht in Lokalen auf­halten, die ausschließlich Getränke mit gebranntem Alkohol ausschenken.
  • Sie dürfen sich auch nicht in Lokalen aufhalten, solange dort folgende Aktionen stattfinden:
  • Alkohol wird um mehr als 50 Prozent verbilligt angeboten - zum Beispiel: 1­Euro­Partys, Freibieraktionen.
  • Alkohol ist zu einem einmalig zu bezahlenden Pauschalpreis ohne Mengenbegrenzung erhältlich - zum Beispiel: Flatrate­Partys.

Jugendliche haben sich an Ausgehzeiten zu halten, wenn sie ohne Begleitung einer Aufsichtsperson unterwegs sind. Als Aufsichtspersonen gelten Erziehungsberechtigte und Erwachsene, denen die Aufsicht beruflich anvertraut oder von einem/r Erziehungsberechtigten vorübergehend oder auf Dauer übertragen wurde. Ohne Begleitung durch eine Aufsichtsperson dürfen Kinder und Jugendliche nur begrenzt ausgehen:

  • bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: bis 23 Uhr
  • vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 16. Lebensjahr: bis 1 Uhr
  • ab dem vollendeten 16. Lebensjahr: unbeschränkt

Was tun, damit die Jugendlichen rechtzeitig gehen?

  • Sprechen Sie die jungen Gäste direkt an oder machen Sie rechtzeitig entsprechende Altersdurchsagen.
  • Jugendliche werden nicht mehr bedient und aufgefordert, das Lokal zu verlassen.

Klare Worte

Darf´s was anderes sein?

Es muss nicht immer Alkohol sein, bieten Sie attraktive, alkoholfreie Alternativen an. Machen Sie Jugendliche aktiv auf alkoholfreie Alternativen aufmerksam. Diese Getränke sollen vom Namen her, wie auch visuell, preislich und geschmacklich für Jugendliche ansprechend sein. Bieten Sie auch Wasser an. Rezepte für köstliche Getränke finden Sie zum Beispiel unter: mehr-vom-leben.jetzt/mocktails

Leider nein

Jugendliche werden kreativ, wenn es darum geht, Alkohol zu bekommen. Sie bitten andere Personen, für sie zu bestellen oder bringen Alkohol mit, den sie zum Beispiel vor dem Lokal konsumieren.

Sie können folgendes tun:

  • Ansprechen: Informieren Sie Jugendliche über ihr Fehlver­halten und machen Sie sie auf Konsequenzen aufmerksam.
  • Rucksack-­Check: Verweigern Sie Jugendlichen den Zutritt zu Ihrem Lokal, falls diese Alkohol im Rucksack mitbringen.
  • Lokalverbot: Verweisen Sie Jugendliche des Lokals, wenn diese andere mit mitgebrachtem Alkohol versorgen.

Grundsätzlich gilt: Jugendliche dürfen durch den erlaubten Alkoholkonsum nicht wesentlich beein­trächtigt sein - zum Beispiel: Lallen, schwankender Gang.

Daher gilt:

  • Kein Alkohol an offensichtlich Betrunkene.
  • Kein Eintritt für betrunkene Jugendliche.
  • Betrunkene Jugendliche müssen das Lokal verlassen.


Wer hat´s bestellt?

Das richtige Getränk für die richtige Person. Wenn ältere Personen die Jüngeren versorgen wollen, weisen Sie diese darauf hin, dass sie gegen das Jugendgesetz verstoßen. Dieses Verhalten ist strafbar. Wurde der Alkohol bereits bestellt und dann an Jüngere weitergegeben, muss dieser bezahlt werden. Der/die Jüngere darf den Alkohol dennoch nicht trinken. Es kommt auch vor, dass Jugendliche für Ältere alkoholische Getränke bestellen. Auch das dürfen Sie nicht zulassen.

Folgende Sätze schaffen Klarheit:

  • "Ich darf dir keinen Alko­hol geben - auch wenn er nicht für dich ist. Du bist noch zu jung."
  • "Sag ihnen, sie müssen den Alkohol selbst bestellen."

Weniger Alkohol - mehr vom Leben

"Kinder und Jugendliche sind besonders zu schützen, wenn es um negative Auswirkun­gen von Alkohol geht. Diese Broschüre fasst die wichtigsten Rahmenbedingungen zu­sammen und enthält Handlungsempfehlun­gen für Gastronomiebetriebe. Vielen Dank, dass Sie Verantwortung übernehmen!" (Kurt Hohensinner, Stadtrat für Jugend und Familie)

"Jung zu sein, bedeutet neue Freiheiten zu erleben und Grenzen auszutesten. Um jungen Menschen dabei einen schützenden Rahmen zu bieten, gibt es das Jugendgesetz. Mit dem verantwortungsbewussten Umgang in Ihrer Arbeit leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu. Vielen Dank dafür!" (Robert Krotzer, Stadtrat für Gesundheit und Pflege)

"Junge Menschen sind wohl die schützens­werteste Gruppe, wenn es um den Konsum von Alkohol geht. Gemeinsam mit den Jugendlichen, den Eltern und Ihnen als Anbieter schaffen wir es, „Weniger Alko­hol - Mehr vom Leben" in der Steiermark umzusetzen! Danke für Ihr Engagement!" (Christopher Drexler, Gesundheitslandesrat)

Kontakt

Wir bieten Information und Beratung zum Thema Jugendschutz für Jugendliche und Erwachsene.

Mag.a Sabine Neubauer                          
Tel.: +43 316 872-3126
E-Mail: sabine.neubauer@stadt.graz.at
Erreichbarkeit: nach telefonischer Vereinbarung

Die Strafverfahren bei Übertretungen des Steiermärkischen Jugendgesetzes 2013 werden vom Strafreferat der Bau- und Anlagenbehörde, Gürtelturmplatz 1, durchgeführt. 

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