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Joseph Bellomo, Theaterdirektor

1752/1754–1833

Als 20-Jähriger kam Joseph Bellomo, eigentlich Joseph Edler von Zambiasi, nach Wien, von 1776 bis 1779 trat er als Schauspieler in Graz auf, wo er die Sängerin Therese Nicolini heiratete. Mehrere Versuche, als Theaterdirektor längerfristig Fuß zu fassen, unter anderem in Münster, Augsburg, Mainz, Prag/Praha und Dresden, schlugen fehl. Von Erfurt aus wurde er 1783 mit seiner Truppe nach Weimar engagiert, wo er bis 1791 die fürstliche Liebhaberbühne leitete. Bellomo stand von 1791 bis 1797 dem „Grätzer Ständischen Nationaltheater" als Direktor vor. Nach anfänglichen Misserfolgen gewann er sukzessive die Gunst des Grazer Publikums.

Er reüssierte besonders mit verschiedenen Opernaufführungen, vor allem Mozart, zu den größten Erfolgen zählten die Erstaufführungen der „Zauberflöte" und von „Der Baum der Diana" von Martín. Im Bereich Schauspiel folgte Bellomo dem allgemeinen Zeitgeschmack, was sich in einer Präferenz des rührseligen „Familiengemäldes" - von Iffland und Kotzebue brachte er zusammen 34 Stücke - gegenüber den Klassikern offenbarte - von Goethe und Schiller kamen nur sechs Dramen zur Aufführung. In Summe konstatierten ihm die Zeitgenossen zwar ökonomische Kompetenz - Redouten, Lotterien etc. - andererseits sprach man ihm einen tieferen Kunstverstand ab. Goethes Urteil über dessen Weimarer Jahre: „Bellomos Repertoire war schon von Bedeutung" klingt schmeichelhaft.
 

Paul Pechmann / Gerhard Schwarz

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