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Prof. Harald Seewann

Bürger der Stadt Graz

Ernennung zum Bürger der Stadt Graz am 17. März 2016

Zur Person

Prof. Harald Seewann © Stadt Graz/Fischer
Prof. Harald Seewann© Stadt Graz/Fischer

Prof. Harald Seewann wurde am 20. November 1944 in Graz geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule, sowie kurzzeitigem Studienaufenthalt in München kehrte er 1965 nach Graz zurück, begann als Verlagskaufmann beim Styria-Verlag Graz und arbeitete nebenbei als freier Journalist. Seit dem Jahre 1977 widmete er sich in der Freizeit der Bearbeitung der österreichischen Studentengeschichte und gründete zwei Jahre später den steirischen Studentenhistoriker-Verein.

 

Von 1990 bis 1996 publizierte Prof. Seewann das fünf bändige Werk „Zirkel und Zionstern“, das sich umfassend mit der Geschichtsdarstellung des österreichisch jüdisch-akademischen Vereinswesen zwischen 1882 und 1938 befasst. Ihm ist es zu verdanken, dass in letzter Stunde aus noch vorhandenen Archiv-Fragmenten, aus Privatbesitz und aus den Erinnerungen der wenigen noch lebenden Zeugen ein Stück verdrängter österreichisch akademischer Geschichte rekonstruiert werden konnte. Er hat eine Vielzahl von Überlebenden interviewt, hat im deutschen Sprachraum und darüber hinaus Aufrufe inseriert, in denen er um die Überlassung bzw. Zugänglichmachung von Material gebeten hatte. Seine Bemühungen waren erfolgreich und fanden große Anerkennung. Die Verleihung zum Ehrenmitglied 1992 – als einziger Nichtjude - zur zionistisch-akademischen Verbindung spricht für sich.

 

1995 gründete er das Archiv “Historica academica judaica“, das sich mit der Erforschung der Geschichte und der Sammlung von Unterlagen aus der versunkenen Welt des jüdisch-nationalen Korporationswesens beschäftigt. Aus diesem Archiv wurden Leihgaben zu den Ausstellungen „Gaudeamus igitur“, “Spurensuche Czernowitz“ auf der Schallaburg und „Minhag Styria“ in der Synagoge Graz 2005/06 zur Verfügung gestellt.

 

Herrn Prof. Seewanns Leistungen sind umso höher zu bewerten, da er als Einzelkämpfer es auf sich genommen hat, jene untergegangene Welt des alten Österreich zu beleuchten und der Nachwelt zu überliefern. Im Zuge seiner Forschungen hat er sich eingehende Kenntnisse erworben. Er ist seit drei Jahrzehnten eine Institution in  Bezug auf die Studentengeschichte und genießt eine sehr hohe Reputation sowohl im In- als auch im Ausland. Im Jahre 2007 wurde ihm vom Bundesministerium der Berufstitel Professor verliehen.

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