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Online Karte: Wärmeverlust über Dachflächen

Wärmeverlust über Dachflächen

Wärmedämmung neu "über-Dach-t"

Viel teure Heizungswärme geht in Graz über Dachflächen verloren. Ein aktualisiertes Service von Stadtvermessung und Umweltamt soll aufzeigen, wo „Feuer am Dach“ ist.

Mitte März 2020 wurden im Rahmen eines thermischen Messfluges über den Dächern des Grazer Stadtgebietes Daten erfasst, die nun das bereits bestehende Service „Wärmeverlust über Dachflächen" der Stadt Graz mit aktuellem Input „füttert". Es liefert deutliche Hinweise, wo oft aufwendig erzeugte Behaglichkeit über das Dach wieder „flöten" geht. Dank der eigens erstellten Thermalkartierung kann jede/r von zu Hause aus per Mausklick adressgenau überprüfen, wo eine thermische Sanierung von Hausdächern ökonomische und ökologische Verbesserungen bringen kann. Das hilft nicht nur beim Heizkostensparen, sondern dient auch dem besseren Klima in der Stadt. Für dementsprechende Investitionen sind sogar Förderungen möglich.

Der Großteil des Grazer Stadtgebietes wurde im Rahmen der Befliegung erfasst und in Folge analysiert. In Teilbereichen im Osten und Westen und sowie in Randbereichen im Norden und Süden war allerdings coronabedingt das Sammeln von Daten nicht möglich.

Farbskala zeigt Handlungsbedarf

Gemeinsam mit Kooperationspartnern des Klima-Informations-System KIS erarbeiteten die Stadtvermessung, das Stadtplanungs- sowie das Umweltamt der Stadt Graz neue Grundlagen, um den Wärmeverlust an den Hausdächern zu ermitteln und grafisch darzustellen. Der Farbverlauf zeigt Tendenzen auf, welche Dachflächen dank guter Dämmung „kühlen Kopf" bewahren - und welche als „Hitzköpfe" große Wärmeverluste hinnehmen müssen. Natürlich zeigen die Daten den jeweils augenblicklichen Status während der Befliegung mit dem Wärmescanner-Flugzeug auf und sind daher als Richtwert zu verstehen. Sie geben aber auf jeden Fall wertvolle Hinweise, wo eine u.U. durch eine thermische Sanierung des Daches Heizkosten gespart werden können.

Klimafit oft mit geringem Aufwand

Gebäude sind für rund zehn Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, die größte Schwachstelle in der Hülle ist oft die oberste Geschoßdecke, durch die im Winterhalbjahr viel Heizwärme verloren geht. Dabei kann man in den meisten Fällen schon mit relativ geringem finanziellen Aufwand große Verbesserungen erzielen und das Gebäude klimafit machen!

Förderungen vom Umweltamt

Für die thermische Sanierung von Altbauten bietet das städtische Umweltamt sogar eine eigene Förderung an. 

Die richtige Dämmung schützt übrigens nicht nur im Winter gegen das Entweichen von wertvoller Heizwärme, sondern auch im Sommer gegen das Eindringen von großer Hitze.


Die Förderrichtlinien gibt es online unter:

https://www.graz.at/cms/beitrag/10309964/7882683/Daemmung_der_obersten_Geschossdecke_von_Altbauten.html

„Das Material der Dacheindeckung ist für Darstellung entscheidend"

Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Sulzer vom Institut für Geografie und Raumforschung der Universität Graz

Dass die Farbdarstellungen in der Karte ein wenig Spielraum haben, unterstreicht Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Sulzer vom Institut für Geografie und Raumforschung der Universität Graz: „Die Höhe der durch die Farbgebung repräsentierten Temperaturstrahlung hängt neben der tatsächlichen Temperatur auch vom Material ab, mit dem das Dach eingedeckt ist. Unterschiedliche Dacheindeckungen können also somit aufgrund unterschiedlicher Materialien auch bei gleicher Temperatur unterschiedliche Farbdarstellungen hervorrufen!"
Eine weiterführende Beratung empfiehlt sich also nach dem Blick in die Online-Karte in jedem Fall.

„Das Ergebnis – die grafische Darstellung"

Beispiel Wärmeverlust mit Temperaturskala
Beispiel Wärmeverlust mit Temperaturskala© Stadtvermessung Graz

Dipl.-Ing. Hans-Jörg Krickau, SCANDAT Gesellschaft für innovative Fernerkundungstechnologien mbH

"Die vorliegenden Ergebnisse der Thermalbefliegung zeigen in Teilbereichen der Stadt die Situation der Wärmeabstrahlung der Dächer", erklärt Dipl.-Ing. Hans-Jörg Krickau, von SCANDAT: „Mit Hilfe eines hochmodernen Thermalscanners und nach Korrektur der Rohdaten entstand eine Thermalkarte in hoher Auflösung. Diese Karte dokumentiert zum einen die direkte Wärmeabstrahlung der Gebäudedächer, sie bezieht aber auch die sogenannten Wärmefahnen der Fassenden mit ein. Auf diese Weise ergibt sich ein Gesamtbild der Wärmeevaluierung des jeweiligen Gebäudes. Durch Korrekturverfahren wurden die Differenzen der Außentemperatur während der Befliegung ausgeglichen und damit die Vergleichbarkeit der Gebäude sowie die Zuordnung der mathematischen Berechnung in die jeweilige Klasse gewährleistet. Als Grundsatz gilt, dass die gesamte Erdoberfläche und damit auch alle Gebäude einem gemeinsamen Strahlungspartner gegenüberstehen - die Erdatmosphäre. Der Energieaustausch dieser beiden Partner bildet die Grundlage der eingesetzten Untersuchungsmethode."

Details: Alle Temperaturangaben beziehen sich auf Temperaturdifferenzen in Kelvin. Diese sind in einem Bereich von 256 Abstufungen von -8° bis +8° zugeordnet. Bei einem resultierenden Temperaturbereich von 16 K entfällt auf jede einzelne Stufe ein Unterschiedswert von 0,0625 K. Die Farbgebung ist dem allgemeinen menschlichen Empfinden angepasst worden.

AnsprechpartnerInnen:

Fachliche Zuständigkeit: Umweltamt Graz (Umweltamt)
Tel.: +43 316 872-4302
E-Mail: umweltamt@stadt.graz.at

Dipl. Ing. Wolfgang Götzhaber (Umweltamt)
Referatsleiter Energie und Klima
Schmiedgasse 26/IV, A-8010 Graz
Tel.: +43 316 872-4310
E-Mail: umweltamt@stadt.graz.at


Klima-Informations-System KIS
Projektmanagement
Tel.: +43 316 872-4141
E-Mail: KIS@stadt.graz.at


Geoinformation - Online Service: Dipl.-Ing. Marc Diehold (Stadtvermessungsamt)
WebGIS, WebOffice, Onlineaufbereitung, Navigation
Tel.: +43 316 872-4126
E-Mail: stadtvermessung.geoportal@stadt.graz.at

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